Warenursprung

Brexit gefährdet Präferenzen

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU zum 29. März 2019 verlieren britische Waren den EU-Ursprung. Das gilt sogar während einer eventuellen Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2020. Betroffene EU-Unternehmen müssen handeln, um die Vorteile aus Präferenzabkommen weiter nutzen zu können.

Kerstin Ullrich 09.07.2018

Unternehmen, die britische Vormaterialien für ihre Produktion beziehen, sollten sich den 29. März in ihrem Kalender ankreuzen. An diesem tritt Großbritannien offiziell aus der EU aus und Vormaterialien aus dem Vereinigten Königreich verlieren somit ihren EU-Ursprung. Das gilt selbst dann, wenn sich die EU und Großbritannien auf eine Übergangszeit bis zum 31. Dezember einigen, innerhalb derer die Briten Mitglied der Zollunion bleiben.

Dies müssen die Unternehmen bei ihrer Präferenzkalkulation berücksichtigen. Im schlimmsten Fall – beispielsweise bei einem hohen Anteil britischer Vormaterialien – verliert das eigene Produkt dadurch ebenfalls den EU-Ursprung und kann dann nicht mehr von einigen oder allen Freihandelsabkommen der EU profitieren. Dies könnten die Unternehmen umgehen, indem sie auf Lieferanten aus der EU zurückgreifen, die für ihre Waren einen EU-Ursprung nachweisen können.

Auch politisch gibt es für die Übergangszeit eventuell noch eine Lösung. Der neue Vertragsentwurf für das Austrittsabkommen enthält eine Klausel für die Handelspartner, die besagt, dass auch während einer Übergangsphase Großbritannien als EU-Mitglied gilt. Dieser Zusatz bedarf allerdings noch der Zustimmung aller 71 Handelspartner aus den Freihandelsabkommen.

Das Portal GermanTrade und Invest (GTAI) rät daher deutschen Unternehmen die Ursprungskalkulationen auf britische Vormaterialien hin zu überprüfen und ggf. alternative EU-Lieferanten zu nutzen, um Präferenzvorteile weiterhin sicherzustellen.

Kerstin Ullrich
Über die Autorin
Kerstin Ullrich
Als es in Sachen ATLAS 2009 in die heiße Phase ging, ist sie zur AEB gekommen. Verantwortlich als Redakteurin der AEB Community für praxisrelevante Neuerungen und Kundenfragen rund um Zoll und Außenwirtschaft.

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