E-Commerce

Verbraucher unzufrieden mit den Paketdiensten

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens PwC ist ein Drittel der Verbraucher unzufrieden mit der Leistung der Paketdienste. Aber: Die Zahlungsbereitschaft für die Zustellung liegt nahe Null. Außerdem wird die Verkehrssituation in vielen Städten immer mehr zur Herausforderung.

Hohe Ansprüche, geringe Zahlungsbereitschaft: Die deutschen Paketdienste haben es mit den privaten Paketempfängern nicht leicht. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens PwC hervor, an der rund 1000 Konsumenten teilnahmen. Rund ein Drittel der Befragten sind demnach mit dem Service der Paketdienste nicht zufrieden. Hauptgründe dafür sind verspätete Zustellung sowie beschädigte Sendungen.

Die Verbraucher legen Wert auf pünktliche, umweltfreundliche Lieferungen an die Privatadresse, in selbst bestimmten Zeitfenstern und mit ständiger Statusüberwachung (Tracking). Gleichzeitig wollen 91 Prozent der Befragten die Paketzustellung zum Nulltarif. "Diese Ambivalenz setzt die Logistikdienstleister unter Druck. Mit den Konsumentenanforderungen steigen die Logistikkosten, gleichzeitig fehlt aber die Wertschätzung für ihre Dienstleistung. Hier sollte in der Bevölkerung ein Umdenken stattfinden", sagt Dietmar Prümm, Leiter Transport & Logistik bei PwC in Deutschland.

Platzprobleme in den Innenstädten

Für zusätzlichen Druck auf die Verkehrsdienstleister sorgt die immer schwieriger werdende Verkehrssituation, die es immer schwieriger macht die stetig wachsenden Paketmengen in den geforderten Zeiträumen zuzustellen. Die Innenstädte stehen bereits heute vor einem Platzproblem: "Knappe Lagerflächen, mangelnde Be- und Entlademöglichkeiten, strikte Zufahrtsregelungen und enge Zeitfenster für Fußgängerzonen lassen den Logistikern kaum Raum und Zeit zum Warenaustausch", erklärt Dietmar Prümm.

Das Platzproblem wird sich bereits in naher Zukunft weiter verschärfen: Nicht nur in den Innenstädten wird es eng, sondern im gesamten Stadtgebiet. Jeder einzelne Haushalt wird zum potenziellen Warenempfänger. Der Versuch einiger Städte, Verkehr zu vermeiden oder zu verlagern, um den städtischen Raum attraktiver zu machen, offenbart sich als weiterer Zielkonflikt und die städtische Infrastruktur bleibt überlastet.

Zustelldrohnen und Paketroboter finden wenig Akzeptanz

Die PwC-Experten empfehlen einen Maßnahmenmix für die städtische Logistik von morgen. Bei den befragten Bürgern kamen die Nachtbelieferung des Einzelhandels (75 Prozent) und Maßnahmen zur optimierten Flächennutzung besonders gut an (68 Prozent), Hingegen floppten Zustelldrohnen, Paketroboter und Kofferraumzustellung.

 Sharing-Modelle versprechen Effizienzgewinne, so zum Beispiel die gemeinschaftliche Nutzung von Logistikzentren (Multi-Hubs) oder Distributionsstrukturen mit kleineren, teils mobilen Depots (Micro-Hubs) im Stadtgebiet, sowie die zeitweilige Nutzung von Parkplätzen als Be- und Entladeflächen. Digitale Lösungsansätze liegen in der besseren Nutzung von Verkehrsdaten für die Verkehrsplanung und -steuerung durch Datenplattformen, sowie im Einsatz von Apps zur Information und Kommunikation zwischen den Beteiligten.

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