GTM-Studie 2018

Kommunikation mit Customs Brokern ist verbesserungswürdig

Die meisten Unternehmen sind mit der Arbeit ihrer Zollagenten zufrieden. Das ergibt sich aus der Global Trade Management Studie 2018. Aber es ginge sogar noch besser. 63 % der Unternehmen mühen sich in der Kommunikation mit ihren Customs Brokern mit Telefon und E-Mail ab. Das bremst nicht nur die Geschwindigkeit der Zollabwicklung, sondern hat auch ein paar andere Nachteile.

Björn Helmke 02.11.2018

Auch wenn fast 75 % der Unternehmen ihre Zollanmeldung ausschließlich oder überwiegend direkt mit dem Zoll abwickeln, bleiben Zollagenten auch in der digitalen Zollwelt von morgen ein wichtiger Stakeholder. Das ergibt sich aus der Global Trade Management Studie 2018, die gemeinsam von AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart erstellt wurde. Immerhin knapp 20 % der Befragten arbeiten in der Zollabwicklung überwiegend mit Customs Brokern zusammen, 7 % haben ihren Zollbereich komplett an Dienstleister fremdvergeben. Außerdem gab jeder zweite Befragte an, dass in seinem Unternehmen ein kleinerer Teil der Zollabwicklung an Customs Broker vergeben wird. Nur 24,5 % der Unternehmen verzichten komplett auf die Hilfe eines Zollagenten.

Wichtigster Grund für das Outsourcing sind fehlende interne Ressourcen

Die Top-Gründe für die Zusammenarbeit mit Customs Brokern sind fehlende interne Ressourcen (47 %), eine schnellere Abwicklung (33,7 %), fehlendes Know-how im eigenen Unternehmen (26,5 %), geringere Kosten (24,1 %), höhere Rechtssicherheit (18,1 %) und die Erfordernis der Zusammenarbeit mit lokalen Customs Brokern in bestimmten Zielmärkten (16,9 %). Die meisten Unternehmen (66,6 %) arbeiten mit Spediteuren mit Zollabwicklungsservice zusammen, 37,8 % haben spezialisierte Zollagenten als Dienstleister unter Vertrag (Mehrfachangaben waren möglich).

Nur ein Viertel verfügt über IT-Integration mit den Zollagenten

In den meisten Unternehmen hat sich die Zusammenarbeit mit den Customs Brokern offenbar bewährt. 35,8 % sind sehr zufrieden mit ihren Zolldienstleistern, 53,1 % sind „eher zufrieden“ und nur 8,6 % „eher unzufrieden“ und 2,5 % „sehr unzufrieden“. Im Detail gibt es in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Customs Brokern jedoch einige Herausforderungen: 63 % der Unternehmen kommunizieren mit ihren Zollagenten überwiegend per Telefon und E-Mail – für die Übermittlung von relevanten Daten ein eher ineffizientes Verfahren. Nur 25,9 % haben eine IT-Integration mit den Zollagenten umgesetzt.

Die mangelnde IT-Integration empfinden mehr als 60 % der Befragten als eine der größten Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit den Zolldienstleistern. Auch die häufige Nennung der digitalen Archivierung (41 %) und fehlenden Real-Time-Daten (37 %) als Problembereich deutet darauf hin, dass den Unternehmen die Schwächen in der Kommunikation mit den Dienstleistern absolut bewusst sind. Schwierigkeiten machen außerdem die Koordination unterschiedlicher Dienstleistungspartner (49 %) und der hohe Aufwand im Fall eines Dienstleisterwechsels (43 %).

27 % überprüfen die Performance ihrer Customs Broker nicht

Die schwach ausgebildete Dienstleisterintegration macht es für die Unternehmen schwer, die Performance ihrer Customs Broker zu kontrollieren. Auch das macht sich in der Umfrage bemerkbar. Gerade mal 43 % der Befragten prüfen ihre Dienstleister mit Audits und Stichprobenkontrollen, nur 37 % fragen Zertifizierungen ab. Zielvorgaben und KPIs vereinbart nur jedes fünfte Unternehmen mit seinem Dienstleister. 27 % überprüfen die Leistung ihrer Zolldienstleister überhaupt nicht. In Kombination mit der relativ hohen Zahl der Unternehmen die fehlendes eigenes Know-how oder Ressourcenmangel als wesentlichen Grund für das Outsourcing angaben, ergibt sich hier für die Auftraggeber ein nicht unerhebliches Risiko.

Kostenloser Download der Studie

Die vollständige GTM-Studie 2018 können Sie hier kostenlos downloaden.

Bessere Integration mit AEB-Lösung Broker Integration

AEB bietet für die Integration von Zolldienstleistern die Software Broker Integration an. Durch diese Lösung lässt sich der Datentransfer zwischen Unternehmens und Customs Broker weitgehend automatisieren. Zusätzlicher Aufwand beim Zollagenten für die manuelle Erfassung von Daten wird verringert, wodurch sich attraktivere Dienstleistungspreise verhandeln lassen. Gleichzeitig sinkt die Fehlerhäufigkeit, durch Rückintegration werden die Arbeitsergebnisse des Zollagenten für seinen Kunden transparent.

Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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