Strafzölle

Stahlprodukte: Auch China greift zu Strafzöllen

In der Stahlbranche dreht sich die Protektionismus-Schraube weiter. Nach den USA, der EU und anderen Ländern hat auch China Strafzölle für Importe bestimmter Stahlprodukte verhängt. Importe aus der EU trifft es mit 43%.

Seit dem 23. Juli erhebt die Volksrepublik China Strafzölle in Höhe von 43 % auf Edelstahl in Blöcken, Coils und Flacherzeugnissen mit Ursprung in der EU. Deklariert wird dies als Antidumpingmaßnahme – also als Schutz vor einer angeblichen Subventionierung der europäischen Stahlproduzenten durch die EU-Staaten. Handelsexperten sehen darin eher eine Reaktion auf die EU-Strafzölle auf chinesischen Stahl, mit dem die EU verhindern will, dass chinesische Überproduktion den EU-Markt überschwemmt. Ursache des Produktionsüberhanges im Reich der Mitte sind die US-Strafzölle, die den Chinesen den Absatz auf dem US-Markt erschweren.

Auch Südkorea und Japan sind von von Strafzöllen auf Stahl betroffen

Das chinesische Wirtschaftsministerium (MOFCOM) hatte vor einem Jahr eine Antidumpinguntersuchung gegen die EU sowie Japan, Südkorea und Indonesien eingeleitet, das jetzt abgeschlossen wurde. Dem Urteil zufolge müssen Stahlwaren aus Südkorea mit 103,1 %, aus der EU mit 43 %, aus Japan mit 29 % und Indonesien mit 20,2 % Strafzöllen belegt. Die Strafzölle gelten für fünf Jahre. Gegen sie ist eine Klage vor dem Volksgerichtshof möglich.

Die chinesische Veröffentlichung des MOFCOM vom 22. Juli 2019 listet zur Übersicht die betroffenen chinesischen Warennummern auf: 7218.9100, 7218.9900, 7219.1100, 7219.1200, 7219.1312, 7219.1319, 7219.1322, 7219.1329, 7219.1412, 7219.1419, 7219.1422, 7219.1429, 7219.2100, 7219.2200, 7219.2300, 7219.2410, 7219.2420, 7219.2430, 7220.1100 und 7220.1200.

Tipp: Nutzen Sie zur Orientierung die ersten sechs Ziffern, die weltweite Gültigkeit haben.

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen