Get Connected Festival 2018

Logistik 4.0, Spülmaschinen-Blockchain und Alphorn-Disco

Bei der Premiere des Get Connected Festivals trafen Startup-Gründer, Logistiker, Künstler und Tech-Experten aufeinander. Das Ziel: gemeinsam neue Ideen entwickeln, netzwerken und feiern. Das gelang – und wie!

Franziska Widmaier 15.03.2018

+++ 9 Uhr +++

Skepsis: Ein Stoff-Armbändchen? Zu Beginn schauen einige Teilnehmer etwas irritiert, als sie das festivaltypische Accessoire am Eingang überreicht bekommen. Aber schon beim Eintreten in die AEB-Unternehmenszentrale werden die meisten vom Festival-Fieber gepackt. Und plötzlich stört es nicht mehr, dass das Bändchen so gar nicht zum Anzug passt.

„Wir wollen Menschen, Themen und Ideen zusammenbringen und verbinden, die sich sonst nie treffen würden – aus den großen Feldern Logistik, Technologie und dem digitalen Leben“, erklärt der Festival-Initiator Daniel Terner bei der Begrüßung das Konzept hinter der Veranstaltung.

Und dann geht es auch schon los: Im Erdgeschoss tagen einige der wichtigsten Thinktanks, Gremien und Netzwerke der Szene: Der Themenkreis Controlling von Logistik 4.0 der Bundesvereinigung Logistik kommt zum Gründungstreffen zusammen. Nebenan treffen sich die Bitkom-Arbeitskreise Cloud Computing, Handel, E-Logistik & Digital Supply Chain. Und auch Fraunhofer ist mit einer Arbeitsgruppe vor Ort. Mittendrin: Festival-Teilnehmer, die schon immer mal wissen wollten, wie solche Gremien arbeiten und heute die einmalige Gelegenheit nutzen, hineinzuschnuppern.

Im ersten Obergeschoss tunkt Start-up-Gründer Richard Friedrich gerade einen Löffel in geschmolzene Schokolade und erklärt den Teilnehmern der Meisterklasse „Spice Chocolate Manufacturing“, wie sie ihre ganz eigene Schokolade in Losgröße 1 herstellen können – mit Biogewürzen direkt vom Feld. Nebenbei gibt es Storys, wie eine nachhaltige kurze Supply Chain und Marketing im Foodbereich funktionieren kann.

Der Raum nebenan ist brechend voll: „Das hätten wir auch gekonnt“ steht außen auf der Tür. Innen entdecken Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer Digital.Hub und Christian Prasse vom Fraunhofer-Institut IML gemeinsam mit den Teilnehmern deren Innovationskraft. Die praktischen Übungen sollen dafür sorgen, dass niemand mehr neidisch auf Wettbewerber-Ideen schauen und sagen muss: Das hätten wir auch gekonnt.

Auch in den vielen anderen Meisterklassen, wie Logistik.4.0, Design Thinking, Spülmaschinen Blockchain und Business Poesie, geht es hoch her. Die Festival-Teilnehmer experimentieren, grübeln und fragen. Die Köpfe rauchen.

„Die Atmosphäre des Festivals ist toll und die Session rund um Design Thinking war sehr informativ. Mit hat besonders der Austausch mit Fokus auf Logistik gefallen." - Philipp Merlitz, T-Systems International GmbH

+++ 12 Uhr +++

Pause. Zeit zum Netzwerken, besser Kennenlernen. Zeit, um die 10 Start-ups unter die Lupe zu nehmen, die im Atrium zu ihren Geschäftsmodellen Frage und Antwort stehen. Dann geht es weiter und die Teilnehmer verteilen sich wieder in Meisterklassen und Gremien. Mitten im laufenden Betrieb der AEB-Unternehmenszentrale.

+++15 Uhr+++

In der Meisterklasse „Wenn E-Commerce an Grenzen stößt“ geht es in ein ganz konkretes Problem. Wie exportiert man aus Deutschland Bekleidung direkt an Schweizer Verbraucher – ohne dass die etwas von der Verzollung mitbekommen – oder sich beim Retournieren mit Sonderprozessen herumschlagen müssen? Der Berliner E-Commerce-Spezialist Outfittery hat diese harte Nuss mit Unterstützung der Software von AEB geknackt – Logistiker aus Industrie und Handel diskutieren angeregt über den innovativen Prozess. So ist das Get Connected Festival gedacht: Voneinander lernen, neue Impulse bekommen. „Ich habe hier viel mehr mitgenommen, als bei so manchem Messebesuch“, freut sich eine Teilnehmerin.

+++ 18 Uhr +++

3…2…1…Pünktlich um 18 Uhr zündet das Ideenfeuerwerk und setzt damit den Startschuss zu einem knallbunten Festival-Abend. Poetry-Slammer Lars Ruppel führt charmant in Reimformen durch das Programm, in dem Visionäre und Querdenker der digitalen Welt Einblick in ihre Gedanken und Ideen zum Thema „Menschen. Bewegen. Waren.“ gaben.

Lisa Guggenmos, Director Consultancy bei der Berliner Internetagentur RCKT und Leiterin der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Digital Hub Initiative, rät mittelständischen Unternehmen, die Chancen der Digitalisierung auch für ihr Geschäft zu nutzen. Dazu brauche es Mut, sich mit neuen Geschäftsmodellen zu befassen – und dabei auch einmal zu scheitern. Viel versprechend seien kleine unabhängige Teams, die sich abseits des Kerngeschäftes mit Digitalisierungsprojekten beschäftigen. Bei der Herangehensweise könnten die Mittelständler viel von erfolgreichen Start-ups lernen.  Wie das aussehen kann und was es heißt Mut zu haben, zeigt Jonathan Funke, Gründer des Start-ups „tip me“, das globales Trinkgeld ermöglicht. Mit gerade einmal 21 Jahren kämpft der Jungunternehmer mit zwei weiteren Mitgründern für mehr Fairness in den Supply Chains.

„Ich muss gar nichts“, singt Sängerin und Songwriterin Cäthe. Aber im anschließenden Interview mit Adriana Markovic-Stump gibt sie zu: Im Zeitalter der Digitalisierung unterliegen auch Künstler gewissen Zwängen. Kanäle wie YouTube und Plattformen wie Spotify gäben Musikern zwar neue Freiheiten und Vermarktungsmöglichkeiten – verändern aber auch die Grundsätze musikalischer Supply Chains und verbessern die wirtschaftliche Situation der Künstler nicht per se.

„Wäre ich nicht beim Get Connected Festival dabei gewesen, hätte ich es bereut. Tolles Programm, super spannende Festival-Besucher, krasse Musik, angenehmer Vibe, ein Sack voller neuer Eindrücke, befruchtende Gespräche und on top zwei hervorragende #machathon Sessions. DAS hat sich gelohnt.“ - Oliver Roscher, #machathon

+++ 21 Uhr +++

Ein Mann in Lederhosen und Tiroler Hut betritt die Bühne. Mit im Gepäck: ein monströses Alphorn. Das Alpenrock-Duo Loisach Marci ist der Höhepunkt der Festival-Party und begeistert mit einem avantgardistischen Klanggewitter an Alphorn und E-Gitarre, irgendwo angesiedelt zwischen Landler, Hip-Hop, Blues und Elektrobeat.

„Ich bin ohne Erwartungen zum Festival gekommen und bin total positiv überrascht, was AEB hier aufgezogen hat. Ein unglaubliches Konzept!“ - Robin Collin, Technische Universität Köln


+++ Der nächste Tag +++

Was bleibt: Die Erinnerung an ein fulminantes Zusammentreffen der besten Köpfe aus Logistik, Technologie und digitalem Leben, spannende Erkenntnisse zu innovativen Vorgehensweisen, die nur darauf warten umgesetzt zu werden, ein bunter Blumenstrauß neuer Kontakte – und der Alprock-Ohrwurm „Wunderschön“, der wohl noch eine Weile in den Köpfen nachklingen wird.

Wer nicht genug bekommen kann von Get Connected oder beim Festival nicht dabei sein konnte, ist eingeladen zu den Get Connected AEB-Kundentagen im Herbst 2018. In Hamburg (19. 9.) und Stuttgart (09.10) wird es konkret: Seit Jahren ist die Rede von Digitalisierung, Plattformen und volatilen Märkten. Aber was bedeutet das wirklich? Für Ihren Arbeitsalltag? Für Ihr nächstes Projekt? Jetzt anmelden und/oder Termin im Kalender vormerken: www.aeb.com/getconnected

Eindrücke vom Get Connected Festival

Franziska Widmaier
Über die Autorin
Franziska Widmaier
Franziska Widmaier ist Redakteurin und im Bereich Corporate Communications tätig. Als #twitterperle betreut sie außerdem die Social-Media-Kanäle bei AEB. Die Kommunikationswissenschaftlerin ist seit 2013 bei AEB und schreibt am liebsten über die neuesten Trends in Logistik und IT.

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