Strafzölle

Handelskonflikt mit Indonesien weitet sich aus

Indonesien erhebt hohe Importzölle für Michprodukte aus der EU – und reagiert damit auf Antidumpingzölle auf indonesischen Biodiesel aus Palmöl. Der Konflikt könnte sich auf andere Branchen ausweiten.

Indonesien ist weltgrößter Produzent von Palmöl. Es ist nach Kohle das wichtigste Exportgut. Schon seit längerem kritisiert die EU den Flächenverbrauch und die ökologischen Schäden durch die Plantagen. Als Reaktion auf staatliche Subventionen hat die EU inzwischen vorläufige Antidumpingzölle von 8 bis 18 % auf aus Palmöl gewonnenen Biodiesel aus Indonesien erhoben. Als Reaktion darauf hebt Indonesien ab September 2019 die Importzölle auf Milchprodukte aus der EU vom bisher einstelligen Bereich auf 20 bis 25 % an.

Rechtliche Überprüfung im Dezember

Der Konflikt um das Palmöl könnte sich durchaus noch ausweiten. So will die EU den Einsatz von Biodiesel ab 2024 bis 2030 wegen des Flächenverbrauch der Palmölplantagen schrittweise verbieten. Aktuell wird Indonesien zudem vorgeworfen, den Export von Biodiesel mit staatlichen Hilfen unerlaubt zu subventionieren. Der Inselstaat hatte seine wertmäßigen Lieferungen von Biodiesel in die EU von 25.000 Tonnen 2017 auf 785.000 Tonnen 2018 mehr als verdreißigfacht. Die Antidumpingmaßnahmen wurden umgehend verhängt und werden bis Dezember auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft. 

Möglicherweise wird sich der Handelsstreit mit der EU auch auf andere Branchen ausweitet. In vielen Technologiebereichen könnte neben Japan oder Südkorea auch China als Lieferant einspringen.

Exporte nach Indonesien: Maschinen, Chemie, Fahrzeuge und Lebensmittel

Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Indonesien sind Maschinen, Chemische Erzeugnisse und Fahrzeuge. Doch werden auch annähernd 100 Millionen US-Dollar mit Nahrungsmitteln umgesetzt. Laut Destatis hatten Milchprodukte aus Deutschland nach Indonesien einen Lieferwert von ca. 36 Millionen US-Dollar. GTAI berichtet von 26 deutsche Unternehmen, die vor allem Milchpulver nach Indonesien liefern und von den Sonderzöllen betroffen sind.

Profiteure bei Milchlieferungen: Neuseeland, USA und Australien

Im Liefervolumen übertroffen werden deutsche Exporteure im Bereich der Milchprodukte bereits jetzt von Neuseeland, den USA und Australien, deren Umsätze im dreistelligen Millionenbereich liegen. Aber neben Deutschland gibt es weitere wichtige Lieferanten aus Europa: Frankreich liefert momentan Milch für knapp 100 Millionen US-Dollar, und auch Belgien und die Niederlande gehören zu den wichtigsten Milch-Exporteuren nach Indonesien.

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