Welthandel

Freihandelsabkommen: Aus NAFTA wird USMCA

USA, Kanada und Mexiko haben sich auf ein neues Freihandelsabkommen verständigt. Das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) wird voraussichtlich im Jahr 2019 das North-American-Free-Trade Agreement ersetzen. Die Auswirkungen treffen auch europäische Unternehmen.

Nach zähen Verhandlungen zwischen den USA, Mexiko und Kanada wird das seit 25 Jahren bestehende Freihandelsabkommen NAFTA durch eine neue Vereinbarung ersetzt. Damit erfüllte US-Präsident Donald Trump eines seiner zentralen Wahlversprechen. Trump sah die USA durch das bisherige Abkommen mit seinen Nachbarländern benachteiligt. Jetzt muss das neue USMCA Freihandelsabkommen noch durch die Präsidenten unterschrieben und die Parlamente der Länder ratifiziert werden. Es wird damit gerechnet, dass USMCA im Laufe des Jahres 2019 in Kraft tritt.

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USMCA: Trump setzt Kontingentregelungen durch

Die angedrohten Zusatzzölle auf Automobile zwischen den Handelspartnern sind mit der Einigung auf USMCA abgewendet. Das gilt jedenfalls für ein Kontingent von je 2,6 Millionen kanadischer/mexikanischer Pkw, für die bei der Einfuhr in die USA keine Zölle erhoben werden. Weiterhin bestehen bleiben hingegen die US-Zusatzzölle auf Stahl und Aluminium. Diese wurden aus den Verhandlungen ausgeklammert.

Geänderte Ursprungsregeln treffen Automobilhersteller

Das neue Abkommen betrifft auch europäische Unternehmen. Europäische Automobilhersteller müssen sich auf geänderte Ursprungsregelungen einstellen. Festgelegt wurde ein erhöhter lokaler Wertschöpfungsanteil von 62,5 % auf 75 %. Mindestens 40 bis 45 % der Fahrzeugherstellung muss aus sogenannten „high-wage manufacturing labour“ stammen. Das bedeutet, dass die Arbeiter aus der Region einen Mindeststundenlohn von mindestens 16 US-Dollar erhalten haben. Dies verkompliziert die Ursprungskalkulationen. Das Webportal German Trade und Invest analysiert die Folgen für den administrativen Aufwand europäischer Firmen, die in Mexiko Produktionsstandorte unterhalten. Von den Regelungen des USMCA sind laut GTAI europäische und asiatische Autobauer in Mexiko besonders betroffen. Sie kaufen häufig Teile auf ihren Heimatmärkten außerhalb Nordamerikas ein. Laut Schätzungen der mexikanischen Regierung erfüllen rund ein Drittel der im Land gefertigten Pkw die neuen Anforderungen nicht. Darunter befinden sich beispielsweise die Volkswagen-Modelle Golf und New Beetle. Für die Autobauer bedeutet das, weitere Teile der Wertschöpfung aus Europa nach Nordamerika oder Mexiko zu verlagern.

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