USA, EU und UK: Neustart der transatlantischen Beziehungen
Handelskonflikt

USA, EU und UK: Neustart der transatlantischen Beziehungen

Im Juni 2021 einigten sich die USA und EU sowie UK im Boeing-Airbus-Streit. Die Zusatzzölle wurden daraufhin seit Juli 2021 für fünf Jahre ausgesetzt.

Die Fünf-Jahres-Frist begann für die EU am 11. Juli 2021, für das Vereinigte Königreich am 4. Juli 2021.

Zollaussetzung für fünf Jahre

Am 5. März 2021 haben die EU und die Vereinigten Staaten im WTO-Handelsstreit eingelenkt und zunächst befristet auf vier Monate alle Strafzölle, die aufgrund unrechtmäßiger Subventionen für Boeing und Airbus verhängt wurden, außer Kraft gesetzt. Während des Gipfeltreffens am 15. Juni 2021 haben sich die EU und USA nun auf eine verlängerte „Waffenruhe“ von fünf Jahren im 17 Jahre währenden Streit geeinigt. 

Zwei Tage später wurde auch die Einigung zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich verkündet. Die separate Lösung war durch den Austritt der Briten aus der EU notwendig geworden. 

Am 8. Juli veröffentlichte die EU im Amtsblatt der Europäischen Union dann die Aussetzung der Zusatzzölle für die nächsten fünf Jahre. Die Zeit wollen die USA und die EU nutzen, um eine dauerhafte Lösung finden. Außerdem einigten sich beide Seiten auf ein Übereinkommen für den Luftfahrtsektor.

Annäherung im Angesicht eines erstarkenden chinesischen Marktes 

Die Annäherung von USA und EU ist auch im Hinblick auf den erstarkenden chinesischen Markt zu sehen, schließlich hofft China noch 2021 für das Verkehrsflugzeug C919 des staatlichen Herstellers Commercial Corporation of China eine Zulassung von den chinesischen Zulassungsbehörden zu erhalten.

Stahl- und Aluminiumwaren weiterhin mit erhöhten Abgaben

Seit 2018 wurden auf Stahl und Aluminiumimporte aus Europa Zusatzzölle verhängt, seit Februar 2020 auch auf Stahl- und Aluminiumderivate. Seit Oktober 2020 veranschlagte dasUS-Handelsministerium außerdem vorläufige Antidumpingzölle von 51,18 Prozent für Aluminiumbleche. Im Ergebnis nach einer der umfangreichsten Antidumpinguntersuchungen ist seit April 2021 klar: Die „final dumping rates“ liegen jetzt bei 242,8% für ein einzelnes deutsches Unternehmen und 49,4% für alle anderen. Weitere betroffene Länder sind z.B. Brasilien, Ägypten, Indien.

Lichtblicke in den Handelsbeziehungen sind allerdings auch in diesen Sektoren zu finden: Im Mai 2021 haben sich die Handelspartner geeinigt, noch 2021 gemeinsam einen Weg aus der Überproduktion von Stahl- und Aluminiumprodukten zu finden, ohne die bilaterale Handelsbeziehung weiter zu belasten.

>> Zur Bekanntmachung der Europäischen Kommission

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