DaziT

Schweizer Zoll will IT-Systeme modernisieren

Die Eidgenössische Zollverwaltung plant eine umfassende Neuausrichtung ihrer IT-Landschaft bis 2026. Ziel ist zum Beispiel die Beschleunigung des Zollverfahrens.

„Die Formalitäten beim Grenzübertritt von Waren und Personen werden heute nicht mehr im technologisch möglichen Umfang unterstützt“, begründet die Eidgenössische Zollverwaltung die Notwendigkeit des Modernisierungsprogramms. Das Projekt hat den Namen DaziT bekommen und soll von 2018 bis 2026 in mehreren Schritten umgesetzt werden. Der Name leitet sich aus dem rätoromanischen Wort für Zoll (Dazi) ab. Ziel ist es unter anderem, die zeit- und ortsunabhängige Erledigung der Grenzformalitäten durch die Zollbeteiligten und den Zoll zu gewährleisten. „Dies senkt die Kosten für die Zollverfahren und entlastet insbesondere die Wirtschaft. Im grenzüberschreitenden Warenverkehr kann die Wirtschaft mit Einsparungen von 125 Millionen Schweizer Franken pro Jahr rechnen. Dank effektiverer Kontrollen verbessert sich zudem die Sicherheit im internationalen Warenverkehr“, schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung.

Weniger Routine, mehr Kontrolle

Die Behörde sieht auch für sich handfeste Vorteile. Sie will ihre Zöllner von administrativen Routinetätigkeiten entlasten und sie gezielter und verstärkt zu Kontrolltätigkeiten heranziehen. „Eine bessere Datenlage soll zudem die Risikoanalyse optimieren, was wiederum ermöglicht, noch gezielter zu kontrollieren. Die gesteigerte, ortsunabhängige Datenverfügbarkeit soll mobile Kontrollen noch flexibler und so noch wirkungsvoller machen. Auch sollen Daten schneller mit in- und ausländischen Stellen ausgetauscht werden“, heißt es in einer Erklärung.

In der anfänglichen Programmphase sind laut Zollverwaltung Investitionen und eine temporäre Verstärkung der Personalressourcen notwendig. Ab 2023 können dank der erzielten Produktivitätssteigerung von rund 20 % die Verwaltungskosten der EZV in den betroffenen Bereichen gesenkt werden. Finanziert werden soll DaziT durch eine Kreditaufnahme von 400 Millionen Schweizer Franken.