Pressemitteilung

Online-Umfrage gestartet: Wie verändert die Digitalisierung Zollprozesse?

  • Export- / Import-Seismograf Deutschland (ESD/ISD) analysiert Außenhandel mit den USA
  • Vereinigte Staaten bleiben der wichtigste Markt für deutsche Exporte außerhalb der EU
  • Maschinenbau, Chemie und Autoindustrie erwirtschaften hohe Exportüberschüsse im US-Geschäft

Stuttgart, 26. April 2018 – Ein Handelskonflikt zwischen der EU und den USA mit einer Spirale von gegenseitigen Strafzöllen und  Handelsbeschränkungen würde die drei wichtigsten deutschen Industriebranchen besonders hart treffen. Darauf weisen die Verfasser des Export- / Import-Seismograf Deutschland (ESD/ISD) nach einer Analyse der Außenhandelsmengen und -werte hin, die im Jahr 2017 zwischen Deutschland und den USA gehandelt werden. „Die Automotivebranche, die Chemieindustrie und der Maschinenbau stehen wertmäßig für 61 Prozent und mengenmäßig für fast 50 Prozent der deutschen Exporte in die USA“ sagt Prof. Christian Kille vom Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, das den ESD/ISD gemeinsam mit dem Softwarehaus AEB herausgibt.

Online-Umfrage gestartet: Wie verändert die Digitalisierung Zollprozesse?
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„Für alle drei deutschen Schlüsselindustrien liegt der Anteil der Ausfuhren in die USA an ihren weltweiten Ausfuhren bei mehr als 10 Prozent“, ergänzt Dr.  Ulrich Lison, Außenwirtschaftsexperte bei AEB. Eine Eskalation des Handelskonfliktes mit den USA würde den deutschen Industrieunternehmen massiv schaden. Insgesamt führte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2017 Güter mit einem Gewicht von 9,6 Millionen Tonnen (+12,8% vs. 2016) und einem Wert von 111,5 Milliarden Euro (+4,4% vs. 2016) in die USA aus. Die US-Wirtschaft exportierte Güter mit einem Gewicht von 17,4 Millionen Tonnen (-0,6% vs. 2016) und einem Wert von 61,1 Milliarden Euro (+5,3% vs. 2016) nach Deutschland. „Insbesondere der deutsche Maschinenbau und die  Automotivebranche erwirtschaften im Handel mit den USA hohe  Überschüsse und sind daher besonders exponiert“, warnt Lison.

Bisher haben die deutschen Exporte noch nicht unter Trump gelitten
Deutschland hat wertmäßig einen hohen Außenhandelsüberschuss,  logistisch betrachtet aber ein Handelsdefizit mit den USA. Deutschland exportiert Güter mit einer erheblich höheren Wertdichte in die USA als umgekehrt. „Der hohe Exportüberschuss macht Deutschland besonders empfindlich für protektionistische Maßnahmen der USA. Es ist aber auch klar zu sehen, dass die Wirtschaftsbeziehungen im ersten Jahr der Präsidentschaft von US-Präsident Trump nicht gelitten haben, sondern sogar intensiver geworden sind“, sagt Lison.

Die USA sind sowohl bezogen auf die Menge als auch auf den Wert zweitwichtigster Exportmarkt für deutsche Unternehmen nach den EU-Staaten, die es zusammen auf einen Anteil von 59,4% am Wert und 77,2% an der Menge der deutschen Exporte bringen. Bezogen auf die Menge bringt es die USA auf einen Anteil von 2,3% und bezogen auf den Exportwert auf 8,8% Anteil an den deutschen Exporten. Damit liegt die USA in beiden Kategorien noch vor China.

Außenhandelsboom belebt auch die Logistik
Global gesehen entwickelte sich die deutsche Außenwirtschaft im Jahr 2017 sowohl bezogen auf die Menge als auch bezogen auf den Wert durchgehend positiv. Die Exportmengen stiegen gegenüber 2016 um 3% auf 411 Millionen Tonnen. Der Exportwert schnellte sogar um 6,9% auf 1.279 Milliarden Euro hoch. Bei den Importen stieg der Wert mit einem Plus von 8,3% auf 1.034 Milliarden Euro – und damit deutlich dynamischer als die Importmengen, die lediglich um 1,1% auf 656 Millionen Tonnen wuchsen. Die Zahlen zeigen, dass Deutschland wertmäßig betrachtet hohe Handelsüberschüsse erwirtschaftet, aber logistisch ein deutliches „Handelsdefizit“ einfährt. Das liegt an der Struktur der deutschen Im- und Exporte: Deutschland importiert in starkem Maße Rohstoffe und Vorprodukte mit hohem Gewicht und relativ geringen  Wert und führt vor allem Industriegüter mit einer hohen Wertdichte aus.

Tipp an die Redaktionen: Weiteres exklusives Zahlenmaterial – auch zu  anderen Handelspartnern und Branchen - finden Sie in den beigefügten Grafiken.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Christian Kille
    Hochschule für angewandte Wissenschaften
    Würzburg-Schweinfurt
    Institut für Angewandte Logistik IAL
    Tel. + 49 (0)151 11231233
    chrstnkllfhwsd
  • fischerAppelt, relations GmbH
    Anna Priczkat
    PR-Beratung
    Tel. +49 (0)40 - 899 699 - 353
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Über den ESD/ISD

Der Export- und Importseismograf Deutschland (ESD/ISD) erscheint als vierteljährliche Analyse und beleuchtet die Außenhandelsströme von und nach Deutschland. Er wird gemeinsam von dem Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule für angewandte Wissenschaft Würzburg-Schweinfurt, dem Softwareunternehmen AEB und den Kommunikationsberatern Hocke + Partner herausgegeben. Fachlicher Kopf des Projektes ist Prof. Dr. Christian Kille. Der ESD/ISD erschien erstmals im Oktober 2010. Die Auswertungen beruhen u. a. auf Daten des Statistischen Bundesamtes.


Über AEB

(www.aeb.de)
Seit mehr als 38 Jahren unterstützt die AEB GmbH mit ihrer Software die Logistik- und Außenwirtschaftsprozesse von Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Mehr als 5.000 Kunden aus über 35 Ländern nutzen die Lösungen beispielsweise für das Transport- und Lagermanagement, die Import- und Exportabwicklung sowie das Präferenzmanagement. Sie profitieren von höherer Effizienz, Rechtssicherheit und Transparenz – auch international. Möglich machen dies beispielsweise automatisierte Zoll- und Embargoprüfungen, die verbesserte Zusammenarbeit mit Partnern in der Lieferkette sowie automatisierte Versandprozesse. Das AEB-Portfolio reicht von schnell einsetzbaren Online-Lösungen bis hin zur umfassenden Logistiksoftware.

AEB hat ihren Hauptsitz sowie eigene Rechenzentren in Stuttgart und deutsche Standorte in Hamburg, Düsseldorf, München, Soest, Mainz und Lübeck. International vertreten ist AEB in Großbritannien (Leamington Spa), Singapur, in der Schweiz (Zürich), Schweden (Malmö), in den Niederlanden (Rotterdam), in Tschechien (Prag), Frankreich (Paris) und in den USA.

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