Pressemitteilung

Gebrauchte Diesel-Pkw werden zum Exportschlager

  • Ausfuhren von Diesel-Pkw nach Ost- und Südeuropa steigen sprunghaft
  • Schnäppchenjäger im Ausland profitieren von Absatzschwäche in Deutschland
  • Effiziente Logistik stützt den Exportboom

Stuttgart, 20. Juli 2018 – Nach dem Dieselskandal und den ersten Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in Deutschland finden gebrauchte Diesel-Pkw in Deutschland immer schwerer Abnehmer. Händler berichten über einen Verfall der Preise, das Dieselbarometer von DAT beziffert die durchschnittliche Zahl der Standtage bis zum Wiederverkauf auf 106 Tage. Stattdessen werden die gebrauchten Diesel-Pkw offenbar zum Exportschlager. Wie eine Sonderauswertung des Export- / Import-Seismografen (ESD/ISD) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes ergab, sind Exporte gebrauchter Diesel-Pkw innerhalb eines Jahres um 20,5 % auf 239.541 Fahrzeuge gestiegen.

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Exporte in die Ukraine steigen um 136 Prozent

„Neben den EU-Ländern Kroatien, Slowenien, Bulgarien und Rumänien gehen ältere Dieselfahrzeuge auch in die Ukraine, offenbar wegen der lockeren Einfuhrbestimmungen und des relativ niedrigen Zollsatzes von 7,3 % für Gebrauchtwagen aus der EU“, sagt Prof. Christian Kille vom Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, das den ESD/ISD gemeinsam mit dem Softwarehaus AEB herausgibt. Neuere Diesel-Gebrauchtwagen gehen eher in die anspruchsvolleren Märkte West-, Mittel und Südeuropas. Starkes Wachstum zeigen hier Spanien (+30,8 %), Österreich (+41,3 %) und Frankreich (+34 %). „Für Schnäppchenjäger im Ausland gibt es aktuell eine gute Möglichkeit, günstig an einen Diesel zu kommen“, sagt Kille.

Den größten Boom erlebten die Exporte in die Ukraine, die sich mehr als verdoppelten (siehe Grafik), gefolgt von Kroatien mit einem Plus von 89,6 %. In einigen Märkten mit einem hohen Umweltbewusstsein der Autofahrer sind Diesel aus Deutschland jedoch Ladenhüter. Exporte nach Norwegen gingen um 26,6 % zurück, Ausfuhren in die Schweiz um 18,7 %. In Deutschland selbst sanken die Besitzumschreibungen von Diesel-Pkw um 2,7 % auf 2,4 Mio. Fahrzeuge.

Transportkosten pro Fahrzeug fallen kaum ins Gewicht

„Dass trotz der weiten Wege von Deutschland in das Zielland Pkw-Exporte noch interessant bleiben, liegt nicht nur an den Abstrichen bei den erzielbaren Preisen, sondern auch an den niedrigen Logistikkosten für den Transport eines Fahrzeugs“, betont Kille. Im Vergleich zu dem Fahrzeugwert, der insbesondere bei Leasingrückläufern noch bei höheren fünfstelligen Beträgen liegen kann, schlagen die Transportkosten nur wenig zu Buche. Sie liegen aufgrund der effizient organisierten Logistik pro Fahrzeug im dreistelligen Eurobereich. „Hier zeigt sich wieder die Stärke von Deutschland als erfahrene Exportnation: Die Logistik gibt deutschen Unternehmen die Möglichkeit, neue Absatzmärkte zu finden und zu erschließen“, sagt Dr. Ulrich Lison, Mitglied der Geschäftsführung des Softwarehauses AEB, das auf Außenwirtschaft und Logistik spezialisiert ist.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Christian Kille
    Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Institut für Angewandte Logistik IAL
    Tel. + 49 (0)151 11231233
    christian.kille@fhws.de

Über den ESD/ISD

Der Export- und Importseismograf Deutschland (ESD/ISD) erscheint als vierteljährliche Analyse und beleuchtet die Außenhandelsströme von und nach Deutschland. Er wird gemeinsam von dem Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule für angewandte Wissenschaft Würzburg-Schweinfurt, dem Softwareunternehmen AEB und den Kommunikationsberatern Hocke + Partner herausgegeben. Fachlicher Kopf des Projektes ist Prof. Dr. Christian Kille. Der ESD/ISD erschien erstmals im Oktober 2010. Die Auswertungen beruhen u. a. auf Daten des Statistischen Bundesamtes.


Über AEB

(www.aeb.de)
Seit mehr als 38 Jahren unterstützt die AEB GmbH mit ihrer Software die Logistik- und Außenwirtschaftsprozesse von Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Mehr als 5.000 Kunden aus über 35 Ländern nutzen die Lösungen beispielsweise für das Transport- und Lagermanagement, die Import- und Exportabwicklung sowie das Präferenzmanagement. Sie profitieren von höherer Effizienz, Rechtssicherheit und Transparenz – auch international. Möglich machen dies beispielsweise automatisierte Zoll- und Embargoprüfungen, die verbesserte Zusammenarbeit mit Partnern in der Lieferkette sowie automatisierte Versandprozesse. Das AEB-Portfolio reicht von schnell einsetzbaren Online-Lösungen bis hin zur umfassenden Logistiksoftware.

AEB hat ihren Hauptsitz sowie eigene Rechenzentren in Stuttgart und deutsche Standorte in Hamburg, Düsseldorf, München, Soest, Mainz und Lübeck. International vertreten ist AEB in Großbritannien (Leamington Spa), Singapur, in der Schweiz (Zürich), Schweden (Malmö), in den Niederlanden (Rotterdam), in Tschechien (Prag), Frankreich (Paris) und in den USA.

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