Zoll

Unternehmen befürworten verbindliche Zollwertauskunft

In der EU gibt es Überlegungen, verbindliche Auskünfte über den Zollwert einzuführen. Die IHK München und Oberbayern hat deutsche Unternehmen dazu befragt. Das Votum fiel eindeutig aus.

Björn Helmke 10.07.2018

Die Ermittlung des Zollwertes für importierte Güter ist für viele Unternehmen eine harte Nuss – vor allem für kleinere Betriebe ohne Zollexperten in den eigenen Reihen. In der Praxis kann sich die Ermittlung des korrekten Zollwertes durchaus als schwierig erweisen. Neben dem reinen Warenwert sind beispielsweise Transportkosten, interne Verrechnungspreise, Preisnachlässe oder unter Umständen anfallende Lizenzgebühren zu berücksichtigen.

Die EU prüft derzeit die Einführung von verbindlichen Auskünften im Bereich der Zollwertermittlung. Ähnliche Instrumente gibt es bereits: die verbindlichen Zolltarifauskünfte sowie die verbindlichen Ursprungsauskünfte. Hier legen die Zollbehörden für beide Seiten verbindlich fest, welcher Zolltarif für eine Ware angewendet wird bzw. welchen präferenziellen Ursprung sie hat. Der Vorteil aus Sicht der Anmelder liegt in der höheren Rechtssicherheit.

76 % befürworten verbindliche Zollwertauskunft

Auch für den Zollwert würden sich zumindest die Unternehmen eine verbindliche Auskunft wünschen. Das ergab eine Umfrage der IHK München und Oberbayern, an der sich 127 Unternehmen aus ganz Deutschland beteiligten. Demnach sprechen sich 76 % der Befragten für eine verbindlichen Zollwertauskunft in der EU aus. 17 % betrachten sie sogar als wesentlich.

Dieses Votum tragen offenbar auch Unternehmen mit eigener Zollexpertise mit. Immerhin 45 % aller Befragten bezeichnen ihre Kenntnisse der EU-Vorschriften zur Zollwertermittlung als gut oder sogar vorzüglich. Allerdings bewerten mehr als 75 % den Schwierigkeitsgrad der Anwendung der Vorschriften als mittel/hoch.

Vorteil: Einheitlichere Anwendung der EU-Rechtsvorschriften

Als Vorteile einer verbindlichen Zollwertauskunft betrachten die befragten Unternehmen wachsende Rechtssicherheit und die Möglichkeit, Streitfälle mit den Zollbehörden zu verhindern. Darüber hinaus spielt die einheitliche Anwendung der EU-Rechtsvorschriften durch eine verbindliche Zollwertauskunft eine wichtige Rolle. Gewünscht wird eine EU-Datenbank, in der Zollwertauskünfte veröffentlicht werden.

Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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