DIHK-Studie

Handelshemmnisse nehmen zu

Deutsche Produkte sind weltweit gefragt, jedoch bremsen künstliche Barrieren das Geschäft vieler Unternehmen. Laut einer Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) beobachten viele Unternehmen eine besorgniserregende Zunahme von neuen Handelshemmnissen.

Deutsche Produkte sind weltweit gefragt, jedoch bremsen künstliche Barrieren das Geschäft vieler Unternehmen. Laut einer Studie der DIHK beobachten 32 % der befragten Unternehmen gegenüber dem Vorjahr in den jeweiligen Ländern eine Zunahme von neuen Handelshemmnissen für ihre Geschäfte. Damit bleibt die Entwicklung auch im Vergleich zu den letzten Jahren besorgniserregend.

Diese Zunahme von Barrieren im internationalen Handel komme gerade angesichts der derzeit schwächelnden Weltwirtschaft zur Unzeit, so der Report Going International 2017. Märkte öffnen und internationale Geschäfte erleichtern, um Potenziale auszuschöpfen und Wachstum zu generieren, sollte das Gebot der Stunde sein.

Zertifizierungen als häufigstes Mittel

Ein Blick auf die vorherrschenden protektionistischen Maßnahmen zeigt: Bei den neu eingeführten Handelshemmnissen machen lokale Zertifizierungsanforderungen den größten Teil aus. 59 % der Unternehmen sehen eine Zunahme derartiger Auflagen – das sind 7 % mehr als im vergangen Jahr.

Jedes fünfte Unternehmen berichtet von einem Zuwachs an Zwang zu mehr Wertschöpfung vor Ort („local content“). „Dieses Instrument wenden aktuell viele Staaten zur Förderung der heimischen Wirtschaft an. Es bevorteilt lokal produzierte Waren mit Hilfe von Steuererleichterungen oder Ausschreibungen, bei denen ein bestimmter, häufig ansteigender Anteil an lokaler Produktion beinhaltet sein muss“, so die DHIK-Untersuchung.

Das klassische Instrument einer Handelsbarriere, die Einführung von Zöllen, sei dagegen seit geraumer Zeit auch dank existierender internationaler Handelsregeln und vieler Handelsabkommen zumeist nur in Ausnahmefällen eine Option für Länder, um ihre Märkte abzuschotten. 16 Prozent der international agierenden Unternehmen berichten von einem zunehmenden Einsatz von Zöllen. Betroffen sind insbesondere der Großhandel und der Maschinenbau.

Welthandel: Positive Aussichten

Doch trotz der zunehmenden Handelshemmnisse, trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen und Unsicherheiten durch Brexit, die neue US-Regierung oder nachlassendes Wirtschaftswachstum in China: Das Auslandsgeschäft hiesiger Betriebe dürfte sich in den nächsten Monaten positiv entwickeln.

"Die deutschen Unternehmen blicken optimistisch auf ihr Auslandsgeschäft", fasste DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Erhebung unter 2.200 auslandsaktiven Betrieben mit Sitz in Deutschland gegenüber der "Berliner Morgenpost" zusammen. "Sie erwarten 2017 mehr Exporte und bessere Geschäfte dank einer wieder stärkeren Weltkonjunktur."

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