Spedition

Start-ups greifen Speditionsmarkt an

Sie heißen Flexport, UShip, Uber Freight oder Freighthub und sind auf dem deutschen Logistikmarkt noch weitgehend unbekannt. Doch sie schicken sie sich an, den klassischen Speditionen das Geschäft abzujagen – warnt jedenfalls die Unternehmensberatung Oliver Wyman in einer Analyse.

„Innovative Start-ups sind dabei, das klassische Speditionsgeschäft komplett zu digitalisieren. Sie fragmentieren die bisherigen Supply Chains und revolutionieren durch die Kombination einer bisher nicht gekannten Menge an Daten die Effizienz und Transparenz des Transportgeschäfts“, sagt Joris D’Incà, Partner und Logistikexperte bei Oliver Wyman. 

Seine Warnung: „Wenn die etablierten Anbieter nicht rechtzeitig auf die digitalen Geschäftsmodelle reagieren, können die agilen Start-ups schon bald zu einer realistischen Gefahr werden.“Den Etablierten wie beispielsweise die Konzernspeditionen DB Schenker, Kühne + Nagel, Dachser oder DHL hält die Managementberatung vor, in Sachen Digitalisierung viel zu zögerlich zu agieren. „Viele Logistiker tun sich schwer, mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt zu halten. Start-ups hingegen sind flexibel und müssen nicht auf gewachsene Strukturen Rücksicht nehmen.“, sagt Max-Alexander Borreck, Principal bei Oliver Wyman.

Kaum Investitionen in deutsche Start-ups

Das Problem für Deutschland: Die Finanzierung innovativer Transport- und Logistik-Start-ups findet bis dato vor allem in den USA und in Asien statt. In beiden großen Märkten werden jeweils etwa 45 % der globalen Investitionen in Logistik-Start-ups getätigt. Europa kommt lediglich auf 5 %. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Venture-Capital-Unternehmen aus dem Silicon Valley, wie Kleiner Perkins Caufield & Byers oder Andreessen Horowitz. Diese Firmen haben die Veränderungspotenziale der digitalen Transformation für die Logistik erkannt und investieren verstärkt in diesem Bereich. Allein 2016 haben die führenden amerikanischen Venture-Capital-Firmen mehr als 250 Millionen Euro für Logistik-Start-ups ausgegeben.

Immerhin sieht Oliver Wyman erste Reaktionen der deutschen Großspeditionen – beispielsweise die Übernahme von Streetscooter, einem Unternehmen das kostengünstige elektrische Lieferfahrzeuge entwickelt, durch DHL – oder die Kooperation von DB Schenker mit der amerikanischen Frachtbörse Uship. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten die etablierten Logistikdienstleister jedoch noch weitaus stärker als bisher die Zusammenarbeit mit innovativen Start-ups ihrer Branche suchen“, rät Oliver Wyman.

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