IHK-Umfrage

Umfrage-Ergebnis: Kosten für Lieferantenerklärungen steigen deutlich

Die Kosten für die Ausstellung von Lieferantenerklärungen (LE) sind in den letzten vier Jahre von 62 auf 96 Euro pro LE gestiegen. Steigen die Kosten weiter?

Die IHK Region Stuttgart hatte bundesweit 1.200 Unternehmen unter anderem nach den Hauptproblemen bei der Ausstellung von Lieferantenerklärung befragt. Das Ergebnis: 69 % nannten die Prüfung und Verwaltung der eingehenden LE. Auf Platz zwei landeten die neuen Regelungen zum Gültigkeitszeitraum bei Langzeit-Lieferantenerklärungen (LLE) mit 63 %. Am dritthäufigsten wurde die Prüfung der Ursprungsregeln genannt (52 %) – die bei der letzten Befragung im Jahr 2012 noch das Hauptproblem war.

Problemursache: gestiegener Personalaufwand

Die IHK führt die Probleme auf die durch den UZK zum 1. Mai 2016 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen zurück. Weil die neuen Vorschriften die Gültigkeitsdauer einer LLE an den Ausstellungszeitpunkt koppeln, müssen bei einer unterjährigen Ausstellung nunmehr zwei statt bisher eine LLE abgegeben werden. Das kritisieren zwei Drittel der befragten Unternehmen.

50 % bemängeln, dass die Gültigkeitsfrist jetzt mit dem Ausstellungsdatum abgeglichen werden muss, ebenfalls 50 % finden die Überwachung der Fristen eingehenden LLE umständlicher. 60 % sehen einen Mehraufwand durch erhöhten Korrekturbedarf bei eingehenden LLE. Allein der gestiegene Korrekturbedarf führt bei 36 % der Unternehmen zu einem Mehraufwand an Arbeitszeit von 8 Stunden im Jahr. 28 % der Unternehmen sprechen von einem Mehraufwand von mehr als einer Woche, 16 % sogar von mehr als zwei Wochen.

Das schlägt sich auch in höheren Kosten nieder. Nach IHK-Berechnungen auf Basis der Umfrage stiegen die Kosten gegenüber der vorangegangenen Umfrage aus dem Jahr 2012 von 62 Euro pro LE um 55 % auf nunmehr 96 Euro pro LE. Diesen Betrag hält die IHK allerdings für eine Momentaufnahme, die sich nach der Gewöhnung an die neuen Regeln wieder reduzieren werde.  

IHK fordert erneute Gesetzesänderung

Allerdings rechnet man bei der IHK dauerhaft mit einem Mehraufwand für die Unternehmen.

„Die in Artikel 62 UZK festgelegten Regelungen sind ein Musterbeispiel dafür, wie unscheinbare Änderungen in Durchführungsvorschriften massive Auswirkungen haben können."

Als Konsequenz fordert die IHK, dass der Gesetzgeber die Verknüpfung von Ausstellungsdatum und Gültigkeitsfrist wieder zurücknimmt, ebenso wie die Beschränkung der rückwirkenden Ausstellung von LE.

Weitere Forderung: Der EU-Gesetzgeber solle einen klaren Rahmen und Standards für den elektronischen Austausch von Lieferantenerklärungen schaffen. Bisher stellen 83 % der Unternehmen Lieferantenerklärungen als Papierformular mit Unterschrift aus.

Die meisten Firmen erstellen Lieferantenerklärungen ohne Software

Die Umfrage zeigte zudem, dass Lieferantenerklärungen zunehmend ein europäisches Thema sind. Deutsche Unternehmen erhalten unter anderem LE-Anforderungen aus Österreich (55 %), den süd- und osteuropäischen Staaten (40 %) sowie den Benelux-Staaten (36 %). Frankreich und Südeuropa folgen mit 33 bzw. 32 %.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Umfrage: Mehr als 60 % der Unternehmen gaben an, dass sie für die Erstellung und Verwaltung von Lieferantenerklärungen bisher keine Software nutzen. Durch die fehlende Automatisierung schlägt der erhöhte Prüfaufwand voll auf die Personalkosten durch.

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