Logistik-Gehaltsreport – wer verdient wie viel?

Über das Gehalt spricht man nicht. Die Job-Matching-Plattform BirdieMatch tut es trotzdem und veröffentlichte unlängst den ersten Gehaltsreport für Logistik und Transport. Ein Ergebnis: Das Thema Geld ist nicht immer entscheidend in der Branche.

Die Logistik-Gehaltsstudie 2018 von BirdieMatch, einem Job-Matching-Portal für Spedition, Transport, Logistik und KEP, liefert konkrete Gehaltszahlen, aber auch weitere spannende Erkenntnisse zur Arbeitssituation in der Logistik. Wir haben die Kernaussagen des Gehaltsreports für Sie zusammengefasst.

Wer verdient wie viel?

Niederlassungsleiter erklimmen mit durchschnittlich 85.643 EUR  Bruttojahresgehalt (ohne Boni und Tantiemen) die Spitze der Verdienstleiter, gefolgt von Leitern Operations (84.722 EUR) und Vertriebsleitern (82.917 EUR). Im Mittelfeld finden sich Lagerleiter (45.066 EUR) und Fuhrparkleiter (44.545 EUR) wieder, während Mitarbeiter im Lager mit durchschnittlich 31.182 EUR und Fahrer (25.278 EUR) die Schlusslichter bilden.

Es existiert ein starkes West-Ost-Gefälle

In Ostdeutschland wird noch immer deutlich weniger bezahlt als in Westdeutschland – egal, ob der Norden, die Mitte oder der Süden zum Vergleich herangezogen werden. Ein Vertriebsmitarbeiter im Westen streicht 70.972 EUR ein, sein Berufskollege im Osten muss sich in der gleichen Position mit 47.500 EUR begnügen.

Frauen verdienen weniger als Männer

Auf Abteilungs- und Bereichsleiterebene liegt das Bruttojahresgehalt von Frauen im Mittelwert bei 55.833 EUR im Jahr, wohingegen Männer fast 23.000 EUR mehr nach Hause bringen. Eine klaffende „Gehaltslücke“, die in etwa dem Jahresgehalt eines Fahrers entspricht. Bemerkenswert ist, dass bereits die Gehaltswünsche der Kandidatinnen für ihren ersten Job nach der Ausbildung oder dem Studium deutlich niedriger liegen als die der männlichen Bewerber. Dies kann sowohl auf falsche Bescheidenheit als auch auf eine realistischere Einschätzung der Möglichkeiten für Berufseinsteiger hinweisen.

Ein Studium macht sich (noch) nicht immer bezahlt

Wer als Vertriebler nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht hat, verdient nicht unbedingt mehr als derjenige, der ein Studium oder eine IHK-Fortbildung absolviert hat. Bernd Vögele, Personalberater in Hamburg und Mitgeschäftsführer von BirdieMatch, geht allerdings davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird: „Bisher waren Studienabschlüsse nur für weiterführende Positionen, in denen fundierte betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse erforderlich sind, interessant. Die Kandidaten mit „Management-Genen“ kommen auch heute noch zumindest monetär oft ähnlich weit. Aber der „akademische Vorsprung“ wird immer wichtiger.“

„Heart Skills“ hoch im Kurs

Neben der Höhe des Gehalts geht der Report auch auf sogenannte „Heart Skills“ ein, also Kriterien, die Kandidaten bei der Jobwahl am Herzen liegen. „Aus diesen Benefits lassen sich Möglichkeiten ableiten, mit denen Unternehmen – abgesehen von Jobbeschreibung, Gehalt und Arbeitsort – neue Mitarbeiter gewinnen können“, erklärt Vögele. In der Wirklichkeit klaffen Arbeitnehmerwünsche und die Angebote der Arbeitgeber weit auseinander:

  • Fast ein Drittel aller Kandidaten (31,7 %), die einen neuen Job in der Logistik suchen, wünschen sich flexible Arbeitszeiten. Nur 23 % der Arbeitgeber in der Logistik bieten dies tatsächlich an. 
  • 17,8 % der Jobsuchenden würden gerne zeitweise von zu Hause aus arbeiten, nur 6,3 % der Unternehmen erlauben Home-Office. 
  • Obwohl der Firmenwagen bei 21,1 % der Bewerber begehrt ist, wird er den Mitarbeitern nur in 12,9 % der Fälle angeboten

„Die Work-Life-Balance wird über alle Branchen hinweg immer wichtiger“, sieht auch Winta Asfha, Personalerin bei AEB. „Egal ob flexible Arbeitszeiten, Home-Office oder Sport-Angebote – nur wenn Unternehmen wirklich auf die Arbeitnehmer-Bedürfnisse eingehen, werden sie es langfristig schaffen, ihre offenen Stellen mit guten Köpfen zu besetzen.“

Das Softwarehaus AEB bietet seinen Mitarbeitern schon lange eine hohe Flexibilität. Mit dem Neubau des Headquarters in Stuttgart im letzten Jahr wurden außerdem viele weiter Angebote, wie beispielsweise das Arbeiten im Garten, ein Sportplatz und kreative Arbeitswelten geschaffen. Unter dem Slogan „AEB gibt mehr“ versucht das Unternehmen die Heart Skills der Mitarbeiter in die Unternehmenskultur und den Unternehmensalltag zu integrieren.

Der Gehaltsreport für Logistiker steht zum kostenlosen Download bereit unter: www.birdiematch.de   

Neben Gehaltswünschen können Unternehmen bei zu besetzenden Logistikjobs insbesondere mit „Herzenswünschen“ punkten. (Bild: Birdiematch)
Neben Gehaltswünschen können Unternehmen bei zu besetzenden Logistikjobs insbesondere mit „Herzenswünschen“ punkten. (Bild: Birdiematch)

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