Transportkosten

Bundestag beschließt Mauterhöhung

Die deutschen Unternehmen müssen sich ab dem 1. Januar 2019 auf höhere Transportkosten einstellen. Der Deutsche Bundestag gab mit den Stimmen der Regierungskoalition Grünes Licht für eine Erhöhung der Lkw-Maut. Die Maßnahme soll von 2019 bis 2022 Mehreinnahmen von 4,16 Mrd. EUR in den Bundeshaushalt spülen.

Björn Helmke 02.11.2018

In den kommenden Wochen müssen sich Logistikleiter aus der verladenden Wirtschaft auf Mails und Telefonate von ihren Transportdienstleistern einstellen. Es geht um die Weitergabe der Erhöhung der Lkw-Maut, die der deutsche Bundestag am 18. Oktober mit den Stimmen der Regierungskoalition beschlossen hat. In dem „Fünften Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes“ werden jedoch nicht nur höhere Mautsätze festgeschrieben, sondern auch eine geänderte Mautstruktur sowie Ausnahmen von der Mautpflicht für bestimmte Fahrzeuge und Einsatzzwecke. Die Regelungen treten zum 1. Januar 2019 in Kraft.

Lkw-Maut nun auch für Lärmbelästigung

Neu ist, dass sich die Mautsätze nicht mehr wie bisher aus zwei, sondern aus drei Teilmautsätzen berechnen. Zusätzlich zu den Teilmautsätzen für die Infrastrukturnutzung und die Luftverschmutzung fließt erstmals ein Teilmautsatz für Lärmbelästigung in Höhe von 0,2 ct/km ein.

Für den Teilmautsatz „Infrastrukturnutzung“ ändert sich die Einteilung der Fahrzeugklassen für die Lkw-Maut. Bisher waren die Fahrzeuge gemäß der Anzahl der Achsen in vier verschiedene Mautklassen eingeordnet. Ab 2019 gibt es eine Einteilung nach Gewichtsklassen: Von 7,5 bis 12 t. zulässigem Gesamtgewicht, von 12 bis 18 t und von mehr als 18 t. Lediglich in der Klasse über 18 t wird zusätzlich die Achszahl als zusätzliches Differenzierungsmerkmal herangezogen. Es gibt hier die Kategorie bis zu drei Achsen und die Kategorie ab vier Achsen.

Der günstigste Satz der Lkw-Maut für ein Fahrzeug bis zu 12 t der Schadstoffklasse Euro 6 beträgt ab Januar 2019 9,3 ct/km. Der teuerste Mautsatz für ein Euro-0 oder Euro-1-Fahrzeug mit mehr als 18 t zulässigem Gesamtgewicht und vier Achsen liegt bei 26,1 ct/km. Nach Berechnungen des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) haben bei Fahrzeugen über 18 t zGG mit fünf oder mehr Achsen einen massiven Anstieg der Mautsätze um 38,5 % zur Folge.  Diese Fahrzeugkategorie erbrachte im Jahr 2017 65 % der der gesamten Mautkilometerleistung. Für Fahrzeuge mit vier Achsen beläuft sich der Anstieg der Mautgebühren sogar auf 59,8 %.

Elektro-Lkw werden von der Maut befreit

Elektro-Lkw sowie mit Erdgas betriebene Lkw müssen bis 2020 keine Maut entrichten. Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h kommen ebenfalls um die Maut herum.

Die neuen Mautsätze

Lkw-Mautsätze in Ct/km

Fahrzeug-kategorie

7,5 t < 12 t zGG

12 t ≤ 18 t zGG

> 18 t zGG bis 3 Achsen

> 18 t zGG ab 4 Achsen

EURO 0, I

16,7

20,2

24,7

26,1

EURO II

15,6

19,1

23,6

25,0

EURO III

14,6

18,1

22,6

24,0

EURO IV

11,4

14,9

19,4

20,8

EURO V

10,4

13,9

18,4

19,8

EURO VI

9,3

12,8

17,3

18,7

Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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