Mehrwertsteuer

Schweiz: Steuer-Schlupfloch verkleinert

Ausländische Unternehmen müssen ab 2018 in der Schweiz auch Mehrwertsteuer zahlen, wenn sie dort unter 100.00 CHF mehrwertsteuerpflichtigen Umsatz machen.

Bereits im Jahr 2016 hatte das Schweizer Parlament einer Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes zugestimmt. Ein Referendum gegen das Gesetz gab es nicht. Es spricht alles dafür, dass der Bundesrat nun das neue Gesetz zum 1. Januar 2018 in Kraft setzt. 

Mehrwertsteuergesetz soll Schweizer Wirtschaft stärken

Die Schweizer hatten das Mehrwertsteuergesetz vor allem deshalb überarbeitet, um Wettbewerbsvorteile von ausländischen Unternehmen gegenüber der heimischen Wirtschaft abzubauen. Bisher mussten ausländische Unternehmen nur dann in der Schweiz Mehrwertsteuer abführen, wenn ihr mehrwertsteuerpflichtiger Jahresumsatz in der Schweiz über 100.000 CHF lag. Diese Regelung wird nun rigoros beschnitten. Bei Inkrafttreten des Gesetzes würde sich die Grenze auf den weltweiten Umsatz beziehen. Laut dem Handelskammerjournal müssen sich die betroffenen Unternehmen künftig in der Schweiz mehrwertsteuerlich registrieren und einen Fiskalvertreter mit Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz benennen. Weiterhin von der Mehrwertsteuer befreite Kleinunternehmen müssen ihren Status nachweisen. 

„Zusätzlich werden ausländische Versandhandelsunternehmen in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig, wenn sie pro Jahr mindestens 100.000 Schweizer Franken Umsatz mit Sendungen erzielen, die von der schweizerischen Einfuhrsteuer befreit sind“, berichtet das Schweizer Handelskammerjournal. Hintergrund: Von der Einfuhrsteuer befreit sind Kleinsendungen, bei der pro Veranlagungsverfügung die Einfuhrsteuer nicht mehr als fünf Schweizer Franken beträgt. Die Begründung dafür: Bei solchen Kleinsendungen übersteigen die administrativen Kosten die abzuliefernde Steuer. Von dieser Regelung können ausländische E-Commerce-Anbieter künftig nicht mehr profitieren. Sie müssen sich dann in der Schweiz ebenfalls mehrwertsteuerlich registrieren.