Welthandel

EU-Freihandelsabkommen mit Japan bringt zahlreiche Vorteile

Die EU-Kommission hat die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Japan abgeschlossen. Für EU-Unternehmen folgt daraus nicht nur der Abbau von Zöllen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Japans Premierminister Shinzo Abe haben im Dezember den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten bekannt gegeben. Die Verhandlungen liefen bereits seit 2013. Das Abkommen sieht einen schrittweisen Abbau von Zöllen auf beiden Seiten vor. Auch zahlreiche nichttarifäre Handelshemmnisse fallen weg. 

Zölle von bis zu einer Milliarde EUR fallen weg

EU-Firmen exportieren jährlich Waren im Wert von über 58 Milliarden Euro und Dienstleistungen im Wert von mehr als 28 Milliarden Euro nach Japan. Allein den Wert der künftigen Zollermäßigungen beziffert die EU mit bis zu einer Milliarde EUR. Ebenso wichtig ist aus Unternehmenssicht der Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen. Japanische Vorschriften und Regelungen weichen von internationalen Standards und Gepflogenheiten teilweise deutlich ab. Daraus ergeben sich für ausländische Unternehmen hohe Befolgungskosten. Nach Unternehmensangaben haben diese Hindernisse eine Verteuerung der Exporte nach Japan von 10 bis 30 % zur Folge.

In der EU dürften nach Einschätzung der Kommission die Hersteller von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Kraftfahrzeugen, Beförderungsmitteln sowie Agrar- und Lebensmittelbranche besonders profitieren.

Inkrafttreten frühestens im Jahr 2019

Bis die Unternehmen in den beiden Wirtschaftsräumen in den Genuss der Vorteile kommen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Nach Abschluss der Verhandlungen ist der Weg frei für den Vollzug der internen Verfahren, die zur Unterzeichnung, Ratifizierung und vollständigen Umsetzung führen. Kommissionspräsident Juncker hofft auf eine Unterzeichnung in 2018 und auf ein Inkrafttreten im Jahr 2019.

Die politische Signalwirkung ist hingegen bereits heute enorm: Die EU und Japan haben einen Anteil von 30 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Juncker und Abe betonten, das Abkommen sei auch ein Zeichen gegen den weltweit aufkommenden Protektionismus.

Details zum Abkommen mit Japan stellt die EU auf ihrer Website zur Verfügung.