Die EU-Kommission erhebt Antidumpingzoll auf E-Bikes aus China
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Die EU-Kommission erhebt Antidumpingzoll auf E-Bikes aus China

Die EU-Kommission hat auf Grund des massiven Zuwachs bei der Einfuhr von E-Bikes aus China einen vorläufigen Antidumpingzoll für 6 Monate eingeführt.

Die EU-Kommission hat auf die Schwemme von Elektrofahrrädern mit Ursprung in der Volksrepublik China reagiert. Auf Antrag des europäischen Fahrradherstellerverbands werden seit dem 19. Juli für E-Bikes aus dem Reich der Mitte mindestens 37 % Antidumpingzoll erhoben. Betroffen sind alle Fahrräder mit Trethilfe mit Elektrohilfsmotor, die unter die KN-Codes 8711 60 10 und ex 8711 60 90 eingereiht werden. Ausdrücklich umfasst der vorläufige Antidumpingzoll auch Pedelecs oder Dreiräder mit Elektrohilfsmotor.

Die Spanne des Antidumpingzolls reicht dabei von 37 % für gelistete Hersteller aus dem Anhang der Verordnung bis zu 83,6 % für alle nicht aufgeführten chinesischen Hersteller.

Antidumpingzoll gilt zunächst für 6 Monate

Untersuchungen der EU-Kommission hatten massive Zuwächse bei der Einfuhr von E-Bikes aus China festgestellt – ihr Marktanteil in der EU wuchs von 18 % im Jahr 2014 auf 35 % des untersuchten Zeitraums (1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017).  In diesem Zeitraum wurden ca. 700.000 Elektrofahrräder von europäischen Händlern importiert. Im Jahr 2014 waren es nur 200.000 Stück.

Mit der Einführung des vorläufigen Antidumpingzolls wird die bisherige zollamtliche Erfassung beendet, die seit dem 3. Mai 2018 angeordnet war. Ob für die erfassten Importe rückwirkend ein Antidumpingzoll erhoben wird, ist noch nicht entschieden. Der vorläufige Antidumpingzoll wird zunächst für sechs Monate festgesetzt.

Tipp für Importeure

Für Importeure gilt: Zusätzlich zur Warentarifnummer den korrekten TARIC-Zusatzcode je nach Herstellerfirma melden. Diesen finden Sie in der Durchführungsverordnung 2018/1012 der EU. Im TARIC der EU sind die chinesischen Unternehmen mit dem aktuellen, vorläufigen Antidumpingzollsatz hinterlegt.