Zoll und Außenhandel

Zoll und internationaler Handel: Was 2020 wichtig ist

Zollinformationen zur Türkei, Incoterms, Zollkostenverordnung: Unsere neu aktualisierte Übersicht fasst Änderungen in Zoll und Außenhandel zusammen – mit Links zu Hintergrundartikeln, offiziellen Dokumenten und Seminaren.

Update 10.01.2020

Zollkostenverordnung: höhere Gebühren in drei Etappen

Bereits zum 1. Dezember 2019 sind die Gebühren für kostenpflichtige Amtshandlungen des Zolls gestiegen – zum Beispiel für Abfertigungen außerhalb der Öffnungszeiten. Außerdem wurden die Ausnahmeregeln (Absatz 2) gekürzt. Weitere Gebührenerhöhungen treten im Dezember 2020 und im Dezember 2021 in Kraft.
Die aktuellen Gebührensätze
Die Gebühren für einzelne Untersuchungen

Zollrecht: Ausführerbegriff neu definiert

Der deutsche Zoll hat seine Position beim Ausführerbegriff verändert. Auch Spediteure können unter bestimmten Voraussetzungen als zollrechtlicher Ausführer agieren. Bei Reihengeschäften kann jetzt der Hersteller als Subunternehmer Ausführer werden. Die Neudefinition gilt bereits seit Juli 2019, wirft aber immer noch viele Fragen auf. Wer 2020 mehr Sicherheit bei Ausfuhren gewinnen möchte, kann sich auf bewährten Input von AEB in Seminarform verlassen.
Seminare „ATLAS Ausfuhr in der Praxis 2020“: 18.2.2020 Düsseldorf  | 27.03.2020 Stuttgart | 25.06.2020 Düsseldorf

ATLAS Zelos in den Startlöchern

Zelos ermöglicht eine elektronische Unterlagenübermittlung in der Zollabfertigung. Zollexperten gehen davon aus, dass Zelos im Produktivbetrieb der neuen Release-Stände folgen wird und dann nachzertifiziert werden muss. AEB informiert über Neuigkeiten in der Community – gleich kostenlos registrieren und mit Tausenden Usern über Zoll- und Außenhandel austauschen. 

 

Neue Merkblätter zu Zollanmeldungen und Genehmigungscodierungen

Im Januar 2020 hat der Zoll das Merkblatt zu Zollanmeldungen, summarischen Anmeldungen und Wiederausfuhrmitteilungen aktualisiert. Neu aufgenommen wurden zum Beispiel Hinweise zum Beitritt von UK zum gemeinsamen Versandverfahren, der Antrag von EORI-Nummern im Bürger- und Geschäftskundenportal (BuG) und ausführliche Erläuterungen zur statistischen Auskunftspflicht. Ebenfalls in aktualisierter Version verfügbar ist das Handbuch Ausfuhrgenehmigungen, Genehmigungscodierungen, elektronische Abschreibung. Es enthält u. a. die Erweiterung der Unterlagencodierung „3LLK + 0“ und „3LLK + 4“ zu außenwirtschaftsrechtlichen Ausführern, die ab dem 22. März verpflichtend zu melden sind. Relevante Änderungen im Vergleich zu alten Version sind in beiden Dokumenten kursiv hervorgehoben. 
Merkblatt zu Zollanmeldungen, summarischen Anmeldungen und Wiederausfuhrmitteilungen
Handbuch Ausfuhrgenehmigungen, Genehmigungscodierungen, elektronische Abschreibung

 

Ausfuhren in italienische Sondergebiete

Ab dem 1. Januar 2020 gehören Campione d’Italia und der italienische Teil des Luganer Sees zum Zollgebiet der EU. Melden Sie daher Ihre Ausfuhren in diese Regionen ab sofort mit dem Länderkürzel „IT“ und der Anmeldeart „CO“ an den Zoll. Die Anmeldearten und Länderkürzel für alle Sondergebiete finden Sie zusammengefasst in der AEB Community – gleich kostenlos registrieren.

 

Warenverkehr mit Überseeischen Ländern und Gebieten

Ab dem 01.01.2020 wenden die Überseeischen Länder und Gebiete (ÜLG) das System des Registrierten Ausführers an. Möchten Sie Waren mit Präferenz importieren, beachten Sie die aktuellen Unterlagencodierungen.
ATLAS-Info mit den Unterlagencodierungen
Übersicht: alle Überseeischen Länder und Gebiete


 

Internationaler Handel

 

Geregelter Brexit in Sicht

Mit der Zustimmung des britischen Unterhauses sowie der erwarteten Einwilligung des EU-Parlaments wird ein geregelter Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU am 31.01.2020 sehr wahrscheinlich. Somit startet voraussichtlich am 1. Februar 2020 eine Übergangsphase, in welcher das Vereinigte Königreich weiterhin in der Zollunion und im Binnenmarkt verbleibt. Damit ist der Warenverkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU weiterhin ohne Ein- oder Ausfuhranmeldungen möglich.

Anders sieht es beim Präferenzursprung aus. Denn die Freihandelsabkommen sind Verträge mit Dritten, und für diese zählt die zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich vereinbarte Übergangsregelung (Austrittsabkommen) zunächst mal nicht. Einige Freihandelspartner haben aber bereits signalisiert, dass sie Waren mit britischem Ursprung während der Übergangsphase weiterhin als EU-Waren akzeptieren. Für alle anderen Länder gilt das Vorgehen wie ohne ein Austrittsabkommen: Produkte des Vereinigten Königreichs verlieren ihren EU-Präferenzursprung. Ggf. muss neu kalkuliert und womöglich Lieferantenerklärungen widerrufen werden. 

Mehr anwendungsbezogene Informationen zur präferenzrechtlichen Auswirkung finden Sie im AEB Serviceportal unter Origin & Preferences. PerBrexit-Toolkit machen Sie Ihre Global-Trade-Prozesse jetzt fit für die Zeit nach dem Brexit.

Incoterms® 2020

Die Incoterms der Internationalen Handelskammer werden mittlerweile in rund 90 % der internationalen Kaufverträge verwendet. Ab 1. Januar 2020 gelten die neuen Incoterms 2020. Höchste Zeit also, sich mit den Änderungen vertraut zu machen.
Das Wichtigste in Kürze erfahren Sie in unserem Incoterms-Seminar in München.

Zolltarifnummern 2020

Ab dem 1. Januar 2020 gilt eine geänderte Kombinierte Nomenklatur. Unter anderem verlieren einige Zolltarifnummern aus Kapitel 85 und Kapitel 90 ihre Gültigkeit.
Änderungsüberblick des Statistischen Bundesamtes

Innergemeinschaftliche Lieferungen: EU Quick Fixes

Als Vorbote der EU-Mehrwertsteuerreform wirken bereits ab 1. Januar 2020 die EU Quick Fixes. Mit ihnen ändern sich die Regeln für steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen, Reihengeschäfte und Konsignationslager.
Online-Seminar Quick Fixes – der schnelle Überblick
Masterclass Reihengeschäfte – genial gestaltet, Risiko reduziert

Dual-Use-Güterliste

Im Dezember 2019 sind Änderungen an der Dual-Use-Güterliste in Kraft getreten. Betroffen sind die zu überwachenden Parameter sowie die technischen Definitionen und Beschreibungen.
Unverbindlicher Änderungsüberblick des BAFA
Vorab-Fassungen der aktualisierten Anhänge
Seminar: Klassifizierung von Dual-Use-Gütern

Freihandelsabkommen mit Singapur in Kraft

Bereits seit November ist das Freihandelsabkommen zwischen Singapur und der EU in Kraft. Verglichen mit CETA und JEFTA halten sich die Ursprungsbestimmungen im traditionellen Rahmen. AEB ist in Singapur mit einer Tochtergesellschaft vertreten und unterstützt Sie mit Origin & Preferences beim Präferenzmanagement.

Freihandelsabkommen mit Vietnam vor dem Start

Noch können Sie Vietnam nicht als präferenzberechtigtes Empfangsland angeben – das EU-Vietnam-Abkommen wurde bislang nicht im Amtsblatt veröffentlicht. Es soll im ersten Halbjahr 2020 in Kraft treten.
Zeitplan für EU-Erzeugnisse
Zeitplan für vietnamesische Ursprungswaren
Ursprungsregeln (ab S. 63)

US-Strafzölle: Recherche-Tool

Seit dem 18. Oktober 2019 erheben die USA Strafzölle in Höhe von 10 % und 25 % auf zahlreiche Waren mit EU-Ursprung. Das US-Handelsministerium bietet eine Recherche-Website an, auf der Sie anhand der 8-stelligen Warentarifnummer prüfen können, ob Ihre Waren betroffen sind.
Zum Recherche-Tool
Zur Liste der betroffenen Waren

Import von Tieren, Pflanzen, Lebens- und Futtermitteln

Seit 14. Dezember 2019 gilt in den EU-Staaten ein neues Kontrollrecht für den Import von Tieren, Pflanzen, Lebens- und Futtermitteln. In fast allen Fällen von Lebens- und Futtermittelimporten ist laut Verordnung ein gemeinsames Gesundheitseingangsdokument (GGED) vorzulegen. Fehlt es, verbleiben die Tiere oder Waren in einer vorübergehenden Verwahrung. Auch für Pflanzen ist ein Gesundheitszeugnis notwendig. Für Pflanzen mit hohem Einschlepprisiko gilt ein Importverbot. Das Julius-Kühn-Institut stellt FAQ und Anleitungen rund um die Einfuhr von Pflanzen bereit. Die Schweiz schließt sich einigen Vorgaben ab 1. Januar 2020 an. Ausführliche Informationen finden Sie dazu auch auf der Website der Eidgenössischen Zollverwaltung oder in der kostenlosen AEB Community mit Tausenden Mitgliedern.

APS-Ausfuhrländer: Aktualisierungen der REX-Übersicht

Welche zollbegünstigten Entwicklungsländer haben mittlerweile auf das REX-System umgestellt bzw. arbeiten noch daran? Stichtag ist der 30. Juni 2020. Bei folgenden Staaten ist der Umstellungsprozess noch nicht abgeschlossen, so dass Drittlandzollsätze fällig sind: Bangladesch, Indonesien, Kirgistan, Lesotho, Philippinen. Gleiches gilt bis zum Inkrafttreten des Freihandelsabkommens auch für Vietnam. Prüfen Sie die Übersicht über die REX-Länder daher nicht nur zum Jahreswechsel. 
Bereits jetzt steht fest, dass Nauru, Samoa und Tonga zum 1. Januar 2021 aus der Liste der Begünstigten gestrichen werden. Samoa ist bereits einem Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit der EU beigetreten, Tonga plant für 2020 seinen Beitritt.

 

Türkei: Zollinformationen auf Deutsch

Mit der Website „Gümrük Rehberi – Der Zollführer“ bietet das türkische Handelsministerium seit Ende 2019 einen deutschsprachigen Zugang zu türkischen Zollinformationen. Zum Beispiel wird zu Warenursprung und Präferenzen erläutert, in welchen Fällen ein Ursprungszeugnis und eine Warenverkehrsbescheinigung A.TR ausgestellt werden sollte. Bei der Meldung eines Zollwerts werden Beispielformulare angeboten. In einigen Bereichen werden außerdem einfache Videotutorials in englischer Sprache angeboten.
Zum deutschsprachigen Zollportal der Türkei

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