AEB-Event

Get Connected 2017: Informieren und Netzwerken

Die Teilnehmer von Get Connected 2017 nahmen viele Impulse mit: Wie sehen die Zoll-Plattformen der Zukunft aus? Auf welche Technik setzt die nächste Generation der AEB-Lösungen?

Netzwerken, sich gründlich informieren, selbst kreativ werden: Die Teilnehmer des AEB-Events Get Connected in Hamburg und Augsburg erlebten einen spannenden Tag rund um IT, Außenwirtschaft und Logistik. Ein Highlight lieferten Axel Tuengerthal, Logistikleiter des Chemieunternehmens und Sonderanlagenherstellers Atotech, und AEB-Projektleiter Sebastian Meggers. Beide führten durch die mehr als 20 Jahre lange Beziehungsgeschichte von AEB und Atotech – und stellten eine clevere Automatisierungslösung für die Exportkontrolle von Atotech vor.

Weltwirtschafts-Papst Prof. Henning Vöpel, Darth Vader und die Chemie-Exportkontrolle und künstliche Intelligenz im Kreuzverhör. Get Connected 2017 hatte viel zu bieten.
Weltwirtschafts-Papst Prof. Henning Vöpel, Darth Vader und die Chemie-Exportkontrolle und künstliche Intelligenz im Kreuzverhör. Get Connected 2017 hatte viel zu bieten.

Videorückblick aus Hamburg

Videorückblick aus Augsburg

Mehr Automatisierung in der Exportkontrolle

Weil der Materialstamm bei Atotech um 1.000 bis 1.200 neue Materialnummern pro Woche wächst, setzt das Unternehmen auf eine Classification-Software von AEB, um automatisiert die Warentarifnummer (WTN) zu ermitteln. 

Die WTN wird dann mit Hilfe des Umschlüsselungsverzeichnisses ebenfalls automatisiert durch AEB-Software auf Treffer in der Ausfuhrliste geprüft. Anhand von durch Atotech vorgegebene Regeln entscheidet die Lösung, ob der Artikel freigegeben werden kann oder zur manuellen Prüfung an Atotech-Experten geht. „Wir haben dadurch den Aufwand in der Exportkontrolle reduziert und gleichzeitig den Versandprozess bei neuen Artikeln beschleunigt“, sagte Tuengerthal.

Bildergalerie Get Connected Hamburg

Globalisierung könnte den Höhepunkt überschritten haben

Eher durchwachsene Nachrichten brachte Prof. Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), mit. Vöpel hält es für wahrscheinlich, dass die derzeitige Phase der Globalisierung ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. Der Siegeszug des Freihandels gerät ins Stocken – immer mehr Staaten versuchen mit Hilfe von Steuerpolitik und protektionistischen Maßnahmen ihre Wirtschaftsbeziehungen vorteilhafter für sich zu gestalten. 

„In vielen Ländern steckt die Globalisierung in einer Legitimationskrise“, sagte Vöpel und nannte den Brexit und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten als Beispiel. Die Erklärung: Die Globalisierung habe zwar weltweit 800 Mio. Menschen aus der extremen Armut befreit, aber national besonders in den Industriestaaten die Unterschiede bei der Einkommensverteilung teilweise deutlich vergrößert. 

Strategien wie „America first“ von Donald Trump sieht Wirtschaftswissenschaftler Vöpel jedoch nicht als geeignete Gegenmaßnahme. „Am Ende wird eher ein Abstieg der USA stehen“, sagte Vöpel voraus. Für die einzelnen Unternehmen sieht der Professor in der Außenwirtschaft eher schwierigere Zeiten anbrechen. „Exporte werden für viele Staaten komplexer werden und die Handelskosten entsprechend steigen.“

Plattformlösungen könnten im Zollbereich die Zukunft sein

Bei der Reduzierung eben dieser Komplexität könnte Software helfen. AEB-Geschäftsführer Markus Meißner stellte den Stand der AEB-Zolllösungen im internationalen Bereich vor. Über die eigene Software Customs Integration ist derzeit eine direkte Anbindung an die Systeme der nationalen Zollbehörden in neun Ländern möglich. Neben Deutschland sind dies Großbritannien, die Schweiz, Frankreich, Schweden, Dänemark, Niederlande, Belgien und Polen. Innerhalb der nächsten 1,5 Jahre kommen Tschechien, Ungarn, Italien, Österreich, China und die USA dazu. Neuerdings möglich ist die Integration von Zollagenten (Broker Integration) in die zentrale Zollsoftware – ein enormer Gewinn für Sicherheit und Transparenz sowie eine spürbare Reduzierung der Kosten.

Langfristig, so Meißners Vision, könnten sich Zolllösungen auf Plattformen verlagern. Auf diesen Plattformen könnten sich Unternehmen mit ihren Kunden, Lieferanten Zollagenten und Zollbehörden verbinden, um Verzollungsvorgänge integriert und effizient abzuwickeln.

Bildergalerie Get Connected Augsburg

Software in Losgröße 1 ohne die Nachteile einer Individualsoftware

Auch der zweite AEB-Geschäftsführer Matthias Kieß hatte Visionäres im Gepäck: Er gab eine Sneak Preview auf die Software-Technologie, auf der die nächste Generation von AEB-Lösungen basieren wird. Die Besonderheit: Durch die individuelle Konfiguration von standardisierten Softwarebausteinen zu einer „Software in Losgröße 1“ ist es möglich, unternehmensindividuelle Prozesse optimal zu unterstützen und bei Änderungen flexibel anzupassen, ohne die Nachteile einer Individualsoftware in Kauf nehmen zu müssen. 

Neben der Präsentation derartiger Neuheiten standen zahlreiche weitere Programmpunkte auf der Agenda des Events. Großen Anklang fanden etwa die interaktiven Stationen: Beispielsweise konnten die Besucher mit dem Spiel „Eigenland®“ disruptives Denken üben oder ihre Fragen zum US-Re-Exportrecht und zu aktuellen AEB-Softwarelösungen loswerden. Ein Streitgespräch zum Thema künstliche Intelligenz lud zum Mitdiskutieren ein. Und wer so richtig Dampf ablassen wollten, konnte das bei der Gabelstapler-Challenge tun.

Ein spezieller Besucher kam nicht auf seine Kosten

Nur einer ging richtig sauer nach Hause: Star-Wars-Schurke Darth Vader. Er blieb bei seinem Versuch, sich Material für den Bau eines neuen Todessterns zu beschaffen, in der Exportkontroll-Lösung von AEB hängen. Mehrere der gewünschten Artikel fanden sich auf der Ausfuhrliste wieder und waren aufgrund eines EU-Embargos gegen das Imperium mit einem Ausfuhrverbot belegt. 

Was Teilnehmer über das Event sagen

"Eine tolle Mischung aus Vorträgen, Gesprächen, Location, Moderation etc. Ich habe diesen Tag sehr genossen und freue mich schon auf das nächste Event."  - Kundenfeedback 

"Das Event hat mir sehr sehr gut gefallen. Ich habe als Neukunde viele interessante Themen mitgenommen."      Kundenfeedback 

"Ich bin nicht ganz frisch in der IT-Branche, doch das war wirklich einer der besten Client Exchanges, die ich je mitmachen durfte. Das Event bringt wirklich Kunden und Veranstalter zusammen." - Kundenfeedback 

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