Neue Studie von AEB und DHBW: Die meisten Unternehmen rechnen kaum mit positiven Auswirkungen durch TTIP

  • Das Abkommen wird für die meisten Unternehmen eine grosse Bedeutung haben.
  • Insgesamt wird die Nutzung von Präferenzabkommen in den Supply Chains immer wichtiger.
  • Top-Aufgabe 2015 in globalen Lieferketten ist es, Embargo-Vorschriften einzuhalten.

Stuttgart, 2. Dezember 2014 – Die meisten Unternehmen rechnen durch das Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen den USA und der EU nicht mit positiven Effekten für ihre Beschäftigungsentwicklung und finanzielle Performance. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Softwareunternehmens AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart. Die Untersuchung analysiert zudem die wichtigsten Aussenwirtschaftsaufgaben für 2015 und die Bedeutung von Präferenzabkommen in den Lieferketten.

Neue Studie von AEB und DHBW
Neue Studie von AEB und DHBW

Nur gut jeder Dritte der insgesamt 177 befragten Aussenhandels-und Logistikexperten stimmt der Aussage zu, dass sein Unternehmen finanziell vom Freihandelsabkommen profitieren wird. Die Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung werden noch deutlich verhaltener eingeschätzt. 82 % der Studienteilnehmer glauben nicht, dass TTIP hier zu positiven Entwicklungen im Unternehmen führt. Bei den positiven Aspekten führen die meisten Befragten den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse (62,5 % der Teilnehmer) sowie einen erleichterten Marktzugang (57 % der Teilnehmer) als Vorteil an. Unabhängig davon, wie die Befragten zu TTIP stehen – insgesamt 54 % glauben, dass das Abkommen eine grosse Relevanz für ihr Unternehmen haben wird. Nur 10 % sind der Meinung, dass sie das Thema gar nicht betrifft.

Einschätzung der Studienteilnehmer: TTIP kommt nicht vor 2017

Allerdings wird TTIP nach Einschätzung der Teilnehmer noch ein wenig auf sich warten lassen. „Eine grosse Mehrheit der Teilnehmer rechnet nicht damit, dass das Abkommen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Kraft treten wird“, erklärt Prof. Dr. Dirk H. Hartel, Studiengangsleiter BWL-Dienstleistungsmanagement an der DHBW Stuttgart. „Die Befragten haben damit eine durchaus realistische Einschätzung – wahrscheinlich geprägt durch die Erfahrungen des CETA-Abkommens mit Kanada, das als eine Art Blaupause für TTIP gilt. Dieses wird seit rund fünf Jahren verhandelt und aller Erwartungen nach erst 2016 in Kraft treten.“

78 % der befragten Unternehmen nutzen Präferenzabkommen
Generell gehören laut der Studie Freihandelsabkommen zum Geschäftsalltag. Auslandsaktivitäten ohne die Nutzung vorhandener Präferenzabkommen sind die Ausnahme. Die wichtigste Motivation für die Nutzung von Präferenzabkommen ist die Senkung der Abgabenlast. Bei der grossen Mehrheit der Befragten erwarten ausserdem die Kunden, dass ihre Waren mit Präferenznachweis geliefert werden. Da der Organisations-und IT-Aufwand in den Unternehmen relativ hoch ist, sehen die meisten Befragten das Kosten-Nutzen-Verhältnis allerdings eher kritisch.

Die wichtigsten GTM-Aufgaben 2015

Neben dem Thema Handelsabkommen zeigt die diesjährige Studie die Top-Themen für die Unternehmen im Global Trade Management (GTM) im Jahr 2015. Als wichtigste Aufgabe für 2015 sehen die Studienteilnehmer die Einhaltung von Embargo-Vorschriften. Auf Platz zwei und drei stehen die Gewährleistung von Rechtssicherheit und die Umsetzung zollrechtlicher Änderungen. Auffallend zudem: Die Risikominimierung in der Lieferkette hat stark an Bedeutung gewonnen und ist von Platz acht in der Vorjahresstudie auf Platz vier der wichtigsten Themen geklettert. Die „Senkung der GTM-Gesamtkosten“ rangiert nur auf Platz 10 der wichtigsten GTM-Aufgaben in 2015.

„Diese Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der aktuell zahlreichen Krisensituationen weltweit zu sehen, die natürlich das subjektiv wahrgenommene Aussenhandelsrisiko beeinflussen“, erklärt Dr. Ulrich Lison, Co-Autor der Studie und Aussenwirtschaftsexperte bei AEB. „Vor allem die Entwicklungen in Russland und in der Ukraine sind natürlich sehr präsent. Die Unternehmen stehen derzeit vor der Herausforderung, ihre Prozesse an die sich laufend ändernden gesetzlichen Vorgaben anzupassen.“

Über die Global Trade Management 2015

Die Studienreihe „Global Trade Management Agenda“ ist ein Kooperationsprojekt der AEB GmbH und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart (Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement). Die Studien untersuchen die Aussenwirtschafts- und Logistiktrends des kommenden Jahres und analysieren jeweils ein weiteres Schwerpunktthema. Die Global Trade Management Agenda 2015 basiert auf den Ergebnissen einer Online-Befragung im Sommer 2014 mit 177 Teilnehmern vor allem aus Deutschland, Österreich und Grossbritannien aus unterschiedlichen Branchen. Die meisten Befragten haben in ihren Unternehmen täglich mit internationalen Geschäften zu tun. Rund 80 % der Befragten arbeiten in den Bereichen Aussenwirtschaft, Export, Import oder Logistik. Sie haben dabei häufig eine leitende Position in einer Fachabteilung oder einem relevanten Geschäftsbereich.

Für Rückfragen und Interviews stehen die Autoren der Studie, Professor Dr. Dirk Hartel, Studiengangsleiter BWL-Dienstleistungsmanagement an der DHBW Stuttgart, und Dr. Ulrich Lison, Mitglied der Geschäftsleitung bei AEB und Experte für die Bereiche Aussenwirtschaft, Präferenzen und internationale Zollverfahren, gerne zur Verfügung.

– Zeichen: 5497 (einschliesslich Leerzeichen) – um ein Belegexemplar wird gebeten –

Weitere Informationen:

  • PR Agentur:
    Andrea Krug
    Krug Communications Ltd
    Tel. +44 (0)7740 245 867 (London)
    E-Mail: andrea@krugcomms.com

Über AEB

(www.aeb.de)
Mit über 30 Jahren Erfahrung ist AEB einer der führenden Anbieter für globale IT-Lösungen und Services im Supply Chain Management mit den Schwerpunkten Beschaffungs-, Lager-, Distributionslogistik, Aussenwirtschaft und Risikomanagement. Mit der Logistiksuite ASSIST4 bietet AEB eine Anwendung mit durchgängiger Prozessunterstützung und vollständiger Transparenz für die Planung und Steuerung globaler Liefernetzwerke an. AEB ist ein internationales Unternehmen mit mehr als 5000 Kunden in Europa, Asien und Amerika. AEB hat ihren Hauptsitz in Stuttgart, Geschäftsstellen in Hamburg, Soest, Düsseldorf und München sowie Tochterunternehmen in der Schweiz, Grossbritannien und Singapur.


Über DHBW Stuttgart

(www.dhbw-stuttgart.de)
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart gehört mit rund 8.800 Studierenden in Bachelor- und Masterstudiengängen zu den grössten Hochschulen in den Regionen Stuttgart und Oberer Neckar: In Kooperation mit rund 2.500 ausgewählten Unternehmen und sozialen Einrichtungen, den Dualen Partnern, bieten die Fakultäten Wirtschaft, Technik und Sozialwesen mehr als 40 national und international anerkannte Bachelor-Studienrichtungen an. Zentrales Merkmal ist der regelmässige Wechsel zwischen den Theoriephasen an der Hochschule und den berufspraktischen Phasen beim ausbildenden Dualen Partner. Mit dualen Masterprogrammen in allen Fakultäten ermöglicht die DHBW Stuttgart seit Herbst 2011 eine berufsintegrierte Weiterentwicklung auch über den Bachelorabschluss hinaus.