USA und EU: Neustart der transatlantischen Beziehungen
Handelskonflikt

USA und EU: Neustart der transatlantischen Beziehungen

Im März 2021 hatten USA und EU verschiedene Zusatzzölle für vier Monate ausgesetzt – nun erfolgte am 15. Juni eine Verlängerung um fünf Jahre.

Am 5. März 2021 haben die EU und die Vereinigten Staaten im WTO-Handelsstreit eingelenkt und zunächst befristet auf vier Monate alle Strafzölle, die aufgrund unrechtmässiger Subventionen für Boeing und Airbus verhängt wurden, ausser Kraft gesetzt. Während des Gipfeltreffens am 15. Juni 2021 haben sich die EU und USA nun auf eine verlängerte „Waffenruhe“ von fünf Jahren im 17 Jahre währenden Streit geeinigt. Die Zeit wollen die USA und die EU nutzen, um eine dauerhafte Lösung finden. Ausserdem einigten sich beide Seiten auf ein Übereinkommen für den Luftfahrtsektor.

Annäherung im Angesicht eines erstarkenden chinesischen Marktes 

Die Annäherung von USA und EU ist auch im Hinblick auf den erstarkenden chinesischen Markt zu sehen, schliesslich hofft China noch 2021 für das Verkehrsflugzeug C919 des staatlichen Herstellers Commercial Corporation of China eine Zulassung von den chinesischen Zulassungsbehörden zu erhalten.

Stahl- und Aluminiumwaren weiterhin mit erhöhten Abgaben

Seit 2018 wurden auf Stahl und Aluminiumimporte aus Europa Zusatzzölle verhängt, seit Februar 2020 auch auf Stahl- und Aluminiumderivate. Seit Oktober 2020 veranschlagte dasUS-Handelsministerium ausserdem vorläufige Antidumpingzölle von 51,18 Prozent für Aluminiumbleche. Im Ergebnis nach einer der umfangreichsten Antidumpinguntersuchungen ist seit April 2021 klar: Die „final dumping rates“ liegen jetzt bei 242,8% für ein einzelnes deutsches Unternehmen und 49,4% für alle anderen. Weitere betroffene Länder sind z.B. Brasilien, Ägypten, Indien.

Lichtblicke in den Handelsbeziehungen sind allerdings auch in diesen Sektoren zu finden: Im Mai 2021 haben sich die Handelspartner geeinigt, noch 2021 gemeinsam einen Weg aus der Überproduktion von Stahl- und Aluminiumprodukten zu finden, ohne die bilaterale Handelsbeziehung weiter zu belasten.

>> Zur Bekanntmachung der Europäischen Kommission

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