USA und EU einig: Keine Strafzölle für vier Monate
Handelskonflikt

USA und EU einig: Keine Strafzölle für vier Monate

EU und USA setzen die verhängten Strafzölle zunächst für vier Monate aus. Antidumpingmassnahmen im Stahl- und Aluminiumbereich gelten allerdings weiterhin.

Am 5. März 2021 haben die EU und die Vereinigten Staaten im WTO-Handelsstreit eingelenkt: Es werden zunächst befristet auf die nächsten vier Monate alle Strafzölle, die aufgrund unrechtmässiger Subventionen für Boeing und Airbus verhängt wurden, ausser Kraft gesetzt. In einer gemeinsamen Presseerklärung haben beide Seiten verkündet, dass die Zeit für Kompromisse bei der Förderung der zivilen Luftfahrt genutzt werden soll.

Neustart der transatlantischen Beziehungen?

„Removing these tariffs is a win-win for both sides, at a time when the pandemic is hurting our workers and our economies”, schätzt Handelskommissar Valdis Dombrovskis die Lage ein. Bereits seit dem 11. März 2021 wurden alle Strafzölle auf US-Waren in Höhe von 4 Milliarden mit der Durchführungsverordnung (EU) 2021/ 425 aufgehoben. Dies gilt für alle von Strafzöllen betroffenen Waren – befristet bis zum 11. Juli 2021.

Auf Seiten des US-Handelsministeriums ist die Presseerklärung ebenfalls veröffentlicht worden. Sobald das Federal Register den zugehörigen Gesetzestext herausgibt, werden auch auf EU-Waren keine Strafzölle in Höhe von 7,5 Milliarden US-Dollar mehr erhoben. Unternehmen können dies tagesaktuell in der Datenbank Access2Markets für die betroffenen Warennummern recherchieren.

Stahl- und Aluminiumwaren weiterhin mit erhöhten Abgaben

Seit 2018 wurden auf Stahl und Aluminiumimporte aus Europa Zusatzzölle verhängt, seit Februar 2020 auch auf Stahl- und Aluminiumderivate. Auf Waren aus Aluminium wird ein zusätzlicher Wertzollsatz von 10 Prozent erhoben und auf Stahl 25 Prozent.

Das US-Handelsministerium hatte anschliessend weitere Antidumping-Untersuchungen zu Aluminiumimporten unter anderem aus Deutschland angekündigt und in der Folge seit Oktober 2020 vorläufige Antidumpingzölle von 51,18 Prozent festgesetzt. Für ein einzelnes deutsches Unternehmen wurden sogar 352,71 Prozent veranschlagt. Für US-amerikanische Importeure bedeutet dies, dass die Abgaben bis zum Ende der Untersuchung vorab einbehalten werden.

Die International Trade Administration steht nun kurz vor dem Abschluss des Verfahrens und hat die Höhe korrigiert auf 242,8 Prozent für ein deutsches Unternehmen bzw. 47,8 Prozent für alle anderen. Eine endgültige Entscheidung dazu wird zum 22. April 2021 erwartet.

Aktuelle Tarifinformationen einsehen

Sobald die Aussetzung der Strafzölle auf US-amerikanischer Seite im Federal Register veröffentlicht wird, werden die aktuellen US-Zollsätze auch in der Datenbank der EU Access2Markets zur Verfügung gestellt. Geben Sie zur Recherche direkt auf der Startseite die sechsstellige Warennummer mit dem Ursprungsland in Deutschland und dem Bestimmungsland Vereinigte Staaten ein.

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