Handelskonflikte

Konflikt zwischen Türkei und USA verschärft sich

Auch Belastungen für deutsche Unternehmen möglich. Die Türkei reagiert auf die Erhöhung von Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte der USA.

Als Strafe für die Inhaftierung des US-amerikanischen Geistlichen Andrew Craig Brunson hat die USA seit dem 13. August per Proklamation die Zollsätze für türkische Stahl- und Aluminiumwaren verdoppelt. Statt 25 % werden jetzt 50 % Strafzoll fällig. Die Türkei reagierte umgehend und verdoppelte ebenfalls ihre Zollsätze auf bestimmte US-amerikanische Waren.

Mit einem präsidialen Erlass vom 15. August erhöhte die Türkei mit sofortiger Wirkung die Zollsätze für US-amerikanische Waren. Die Zollspitzensätze liegen jetzt bei 120 % für Pkw und bei 140 % für Alkoholika.

120 % Prozent Zoll für die Einfuhr von US-Pkw

Das Webportal GTAI bietet einen Überblick über die einzelnen Zollsätze, die im türkischen Amtsblatt veröffentlicht wurden: Nüsse und Schalenfrüchte (20 %), Reis (50 %), bestimmte Lebensmittelzubereitungen (20 %), Alkoholika (140 %), Rohtabak (60 %), Steinkohle (13,7 %), Koks (10 %) und Petrolkoks (4 %), Schminkmittel (69 %), PVC (50 %) und Polyamid (10 %) in Rohformen, Waren aus Kunststoffen (60 %), Brennholz (10 %), Roh- und Kraftpapier (20 %), bestrichene Papiere (50 %), bestimmte Textilfasern (60 %), bestimmte Stahlteile (60 %), Pumpen (20 %) und Maschinen (20 %), Pkw (120 %) und bestimmte Röntgengeräte (10 %).

Deutsche Unternehmen sind von den Strafzöllen dann betroffen, wenn sie entsprechende Waren mit türkischem bzw. US-amerikanischen Ursprung in das jeweils andere Land veräussern. Tipp: Die jeweiligen Handelswaren prüfen und eventuell nach nicht mit Strafzöllen belasteten Lieferalternativen ausweichen.