Social Responsibility

Drohnen, Virtual Reality und Kinderlachen

Die AEB-Stiftung hat Kinder zu einem Aktionstag der Organisation KinderHelden in die AEB-Zentrale eingeladen. Neben tollem Programm gab es vor allem strahlende Gesichter und jede Menge Spaß.

Dadiva hat sichtlich keine Lust auf diese Aktion. Sie sieht mit grimmigem Gesicht auf den Boden, schüttelt ihre zu zwei Zöpfen gebundenen Dreadlocks und schaut dann von einem zum anderen. „Ne, ich will gar nicht hier sein. Ich will lieber spielen“, sagt die 7-jährige und zieht einen Schmollmund, kurz nachdem sie das Bürogebäude in Stuttgart-Möhringen betreten hat. 

Davida ist mit ihrer Mentorin Lisa ins AEB-Headquarter gekommen. Und irgendwie kann man auch verstehen, dass sie lieber woanders wäre. Während die Erwachsenen von dem Gebäude durchaus angetan sind, bietet dieses für Kinder auf den ersten Blick wenig Einladendes. Viel Glas und eine moderne, offene Architektur – aber weit und breit keine Spielsachen.

Mit der AEB-Stiftung virtuell in die Heimat

Davidas Stimmung hellt sich allerdings mehr und mehr auf, je länger ihr Besuch dauert. Kein Wunder, haben sich die AEB-Mitarbeiter doch mächtig ins Zeug gelegt, um ihren jungen Gästen einen wundervollen Nachmittag zu bereiten. Und so fahren die zehn Tandems, also jeweils ein Kind mit seinem Mentor, mit ferngesteuertem Gabelstapler durch einen Logistikparcour, gestalten bunte Bilderrahmen für ihre an einer Fotostation geschossenen Fotos und spielen Basketball und Fußball auf dem AEB-Sportplatz. 

Zudem steht ein Besuch des Digital Labs der Firma auf dem Programm, bei dem vor allem ein virtueller Assistent mit Sprachsteuerung begeistert: Was sind derzeit die Top10-Musikhits? Wie viel ist 29 mal 465? Wie macht eine Kuh? Und ein Löwe? Und ein …? Die Fragen nehmen kein Ende – und ebensowenig die Antworten, als das Gerät nach der unendlichen Kreiszahl Pi gefragt wird.

Ein Höhepunkt ist zudem eine virtuelle Reise in das Heimatland der Besucher. Ein Mentor aus Spanien setzt sich die VR-Brille auf und schwebt über die Landschaft seines Heimatdorfes, als er auf einmal sein Pferd grasend auf einer Weide entdeckt. Und ein Mädchen aus Syrien, die noch nicht lange in Deutschland lebt, fliegt über ihr Wohnviertel und zeigt das Haus ihrer Tante und ihr Elternhaus. Und auch wenn der eine oder andere Gast angesichts der weit entfernten Heimat vielleicht ein wenig wehmütig wurde: „Die Kinder waren alle durchaus begeistert“, berichtet AEB-IT-Manager Eric Roelofsen, der die Station betreut. „Wir haben merklich eine Brücke zwischen ihrer alten und neuen Heimat gebaut.“

KinderHelden: Werbung in eigener Sache

Einige Tandems nahmen zudem an einen speziellen Workshop des Marketing-Teams teil. Unter dem Motto „Werbung verstehen – und selbst gestalten“ zeigten die Grafikdesigner des Softwareanbieters anhand vieler Beispiele, was Werbung ist, wie sie funktioniert – und dass man die Aussagen in der Werbung auch durchaus immer kritisch hinterfragen sollte.
Nach der theoretischen Einführung legten die Kids dann selbst los und gestalteten ihre eigene Anzeige – und zwar für ihre Organisation „KinderHelden“. Mit Stift, Schere und Kleber erstellten die Kleinen erst einmal eine grobe Skizze, die sie dann am Laptop gemeinsam mit den Marketing-Mitarbeitern professionell layouteten. Zum Schluss erhielten alle Teilnehmer ein Eis. Zudem wurde ein Gewinner-Tandem gekürt, dessen Anzeige ganzseitig in der nächsten Ausgabe der AnachB zu finden ist.

Das Ziel: Neue Mentoren begeistern

„Insgesamt war an dem Tag die Stimmung im Headquarter anders“, erinnert sich Silke Barthelmes von der AEB-Stiftung. „Man merkt deutlich, dass sich die AEB bereit macht, Kinder willkommen zu heißen. Es gab ein tolles, buntes Kinderbuffet, auf niedrigen Tischen so geschickt angeordnet, dass es vor Übergriffen durch hungrige Erwachsene sicher war, es gab farbige Tischdecken, Bürotische wurden mit Papier-Malunterlagen bespannt und die Eistruhe im Kantino war ungewöhnlich reich bestückt.“

Einen schönen Nachmittag für die Kinder zu gestalten, war aber nur ein Ziel der AEB-Stiftung, die das Softwareunternehmen im vergangenen Jahr gegründet hatte, um Bildungsprojekte für Benachteiligte zu fördern. „Vor allem ging es uns darum, Kolleginnen und Kollegen mit KinderHelden zusammenzubringen und aufzuzeigen, wie einfach es sein und wie viel Spaß es machen kann, sich ehrenamtlich zu engagieren“, erklärt Barthelmes. „Denn natürlich fördert AEB mit der Stiftung ausgewählte Projekte mit Geld. Aber das Leben, Engagement und die Wirkung der Stiftung kommen von den Menschen der AEB.“

Die Bemühungen zeigen bereits erste Wirkung: Eine Mitarbeiterin erklärte sich noch am selben Tag bereit, Mentorin zu werden – und viele andere Kollegen gewannen einen ersten positiven Eindruck von der Organisation.

Zum Abschluss 10.000 Euro

Neben glücklichen Kinderaugen und neuen Mentoren konnten sich die KinderHelden noch aus einem anderen Grund freuen. Denn am Ende des Tages überreichte die AEB-Stiftung noch einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro. Mit dem Geld soll die weitere Arbeit der Organisation unterstützt werden. „Ich habe einen Kloß im Hals“, sagte KinderHelden-Geschäftsführer Ralph Benz bei der Übergabe. „Und das liegt nicht nur an dem Betrag, den wir heute erhalten haben, sondern vor allem auch daran, wie viel Engagement und Teilhabe heute zu spüren war.“

Am Ende des Tages ist auch der letzte Funke schlechte Laune bei Dadiva verflogen. Und so schaut sie mit wippenden Dreadlocks und strahlendem Gesicht zu, als ein anderes kleines Mädchen sich den überdimensionalen Pappscheck von der Spendenübergabe schnappt und durch den Garten der AEB-Firmenzentrale rennt.

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