Großbritannien

Brexit: 500 Mio. Euro Zusatzkosten für deutsche Unternehmen

Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) hat errechnet, welche Zusatzkosten durch das Entstehen von Zollschranken zwischen der EU und Großbritannien auf die deutsche Wirtschaft zukommen. Allein die Kosten für Zollanmeldungen und Ursprungsnachweise belaufen sich auf eine halbe Milliarde Euro.

Björn Helmke 02.05.2018

Wenn das Vereinigte Königreich nicht mehr Mitglied des Binnenmarktes ist, müssen alle Unternehmen, die mit Großbritannien Handel treiben, ihre Waren beim Zoll anmelden. Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge wären davon mindestens 30.000 deutsche Exportunternehmen betroffen. Darüber hinaus werden rund 40.000 Unternehmen Zollanmeldungen abgeben müssen, weil sie aus Großbritannien importieren. Der DIHK rechnet mit einer Anzahl von 14,6 Millionen zusätzlicher Zollanmeldungen. Das bedeutet eine Mehrbelastung von 200 Mio. Euro pro Jahr für die Unternehmen. Schließt die EU ein Handelsabkommen mit Großbritannien ab, kommen Kosten für die präferenziellen Ursprungsnachweise von ca. 300 Mio. Euro pro Jahr hinzu.

KMU trifft der Brexit besonders hart

Diese Zahlen spiegeln eine konservative Schätzung wider, da sie auf Befragungen von Unternehmen basieren, die mit der Einreichung von Zollanmeldungen und der Ausstellung von Präferenznachweisen bereits vertraut sind.

Besonders hart wird der Brexit nach Einschätzung der DIHK zwei Unternehmensgruppen treffen:

  • Unternehmen, die bisher nur innerhalb des Binnenmarktes Handel betreiben und daher mit zoll-spezifischen Verfahren nicht vertraut sind. Oft sind dies kleine oder mittlere Unternehmen (KMU).
  • Unternehmen mit internationalisierten und komplexen Wertschöpfungsketten, deren Produkte an diversen Standorten unterschiedliche Verarbeitungsschritte durchlaufen und hierfür z. T. mehrmals aus- und wieder eingeführt werden. Dies erfordert jedes Mal eine Zollanmeldung.

In einer DIHK-Umfrage gaben 8 % der Unternehmen an, Investitionen von Großbritannien auf andere Länder zu verlagern.

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Björn Helmke
Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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