Neue Chancen der EU durch Abkommen mit Australien
Freihandel

Neue Chancen der EU durch Abkommen mit Australien

Seit 24. März 2026 sind sich Australien und EU einig: Mit dem Abkommen sollen 99 % der Zölle auf EU-Warenexporte abgeschafft und Zugang zu kritischen Rohstoffen gesichert werden.

Timeline: Vom Rahmen- zum Handelsabkommen

Die Beziehungen der EU zu Australien wurden in den letzten Jahren sukzessive weiter vertieft: Seit 2011 verhandelte die EU mit Australien ein Rahmenabkommen, das seit 21. Oktober 2022 in Kraft ist. Jene Teile, die in die Zuständigkeit der EU fallen, wurden sogar bereits seit 4. Oktober 2018 vorläufig angewendet. Zu diesem Zeitpunkt begannen auch die Verhandlungen über ein Handelsabkommen. 

Am 24. März 2026 einigten sich die EU und Australien auf ein gemeinsames Freihandelsabkommen.

Bis zum Inkrafttreten des Handelsabkommens ist es allerdings noch ein weiter Weg: Die Texte werden jetzt juristisch geprüft und in alle Sprachen der EU-Mitgliedsstaaten übersetzt. Nach diesem „legal scrubbing“ erfolgen voraussichtlich ab 2027 weitere Schritte wie die Annahme durch den Rat der EU, die Zustimmung des Parlaments, das Unterzeichnen, Ratifizieren in der EU und Australien sowie das gegenseitige Notifizieren, bevor das Abkommen in Kraft treten kann.

Der ausgehandelte Wortlaut des Freihandelsabkommens kann sowohl auf der digitalen EU-Plattform CIRCABC als auch beim Australian Department of Foreign Affairs and Trade eingesehen werden. Der Anwendungsbeginn ist allerdings noch nicht bekannt.

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Chancen für europäische Unternehmen

Stabile Partnerschaften und starke Lieferketten sind europäische Ziele, die nun auch beim Handel mit Australien umgesetzt werden. Neben einer Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft deckt das ausgehandelte Handelsabkommen auch die Bereiche Forschung, Bildung sowie Umweltschutz ab. Die wichtigsten Vorteile für den Waren- und Dienstleistungshandel sind:

  • bis zu 1 Mrd. Euro an jährlichen Zolleinsparungen für EU-Exporteure – so werden beispielsweise die Zölle auf Maschinen, Kraftfahrzeugen und Chemikalien mit Durchführungsbeginn des Abkommens abgeschafft.
  • 4 Mrd. Euro erwarteter Anstieg des BIP der EU bis 2030
  • Sicherer Zugang zu kritischen Rohstoffen in Australien wie Lithium, Kobalt, Mangan und seltene Erden.
  • Rechtssicherheit für EU-Unternehmen in Australien und besserer Zugang zu Dienstleistungssektor
  • Rechtsverbindliche Verpflichtungen in den Bereichen Klimaschutz, Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz.

Ein Blick auf Einzelbranchen und Landwirtschaft

Das Abkommen sichert Europa langfristig einen verbesserten Zugang zu einem politisch stabilen, rohstoffreichen und für Investitionen offenen Markt im Indopazifik. Fast alle Zölle auf EU-Exporte werden – mit Ausnahme von Stahl – abgeschafft. Deutsche Unternehmen profitieren vor allem beim Export von Maschinen, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. Die Wirtschaftskammer Österreich sieht außerdem ein Wachstumspotential von bis zu 48 % für Molkereiprodukte, denn Australien schafft Zölle auf Milchprodukte und Käse in einem Zeitraum von drei Jahren schrittweise ab. Zölle auf Wein, Schokolade, Kekse und Brot werden sogar sofort mit dem Inkrafttreten des Abkommens abgeschafft. 

Überhaupt lag ein besonderes Augenmerk der Verhandlungen auf dem Agrarsektor. Das Abkommen schützt geografischen Angaben der EU wie „Schwarzwälder Schinken“ für knapp 400 Produkte. Beim Wein kommen nochmals mehr als 1600 geografische Angaben der EU dazu. 

Umgekehrt wird für Australien der Zugang zum EU-Markt erleichtert. Doch künftig gelten bei Importen aus Australien Quoten für Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, Reis und bestimmte Milcherzeugnisse. Diese Quoten liegen deutlich unter den ursprünglichen australischen Forderungen. Schutzmechanismen ermöglichen zudem ein rasches Handeln, wenn Landwirtschaftsbetrieben in der EU in Schwierigkeiten geraten. Auch australischer Wein, Nüsse, Obst und Gemüse, Honig, Olivenöl, Weizen und Gerste sowie Meeresfrüchte erhalten besseren Zugang auf den EU-Markt.

Die EU-Kommission listet die Vorteile des Handelsabkommens auf ihrer Informationsseite Das Handelsabkommen EU-Australien übersichtlich auf und verlinkt zu weiteren Dokumenten. Ergänzende Informationen liefern Germany Trade and Invest und die Wirtschaftskammer Österreich.

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