Huthi-Angriffe verursachen Störungen in Lieferketten und Logistik
Transportmanagement

Huthi-Angriffe verursachen Störungen in Lieferketten und Logistik

Wieder einmal wirbelt ein Ereignis die Supply Chains (nicht nur) deutscher Unternehmen durcheinander: Die Angriffe der Huthi auf Frachtschiffe im Roten Meer haben teils gravierenden Folgen.

Aufgrund der Attacken schicken zahlreiche Reedereien ihre Containerschiffe über die längere, aber sichere Ausweichroute über das Horn von Afrika. Als Konsequenz verlängern sich Transportlaufzeiten, sodass Lieferungen nicht rechtzeitig beim Empfänger eintreffen. 

Die Auswirkungen sind bei einigen Unternehmen bereits gravierend: So musste der Autobauer Volvo seine Produktion im Werk im belgischen Gent einige Tage pausieren. Und Marktbegleiter Tesla hatte aufgrund der Störungen einen zweiwöchigen Produktionsstopp  im Werk im brandenburgischen Grünheide angekündigt.

Eine weitere Folge: Aufgrund der längeren Route kam es auf den Asien-Europa-Routen zu Anstiegen bei den Frachtraten. Wer etwa beim Speditionskonzern DSV Mitte Oktober einen Container von China nach Europa buchte, zahlte dafür 562 Euro. Ende Dezember kostete er 2.694 Euro, berichtet das Handelsblatt.

Spotmarkt als Hilfe?

Doch die Preissteigerungen und Zuschläge aufgrund der aktuellen Situation fallen bei den einzelnen Reedereien ganz unterschiedlich aus. Unternehmen können hier enormes Einsparpotenzial realisieren, indem sie sich einen Marktüberblick über die aktuellen Raten verschaffen. Möglich ist dies beispielsweise über Spotmarkt-Anfragen, die sich dank digitaler Tools in hohem Maße automatisieren lassen. 

Ein derartiges Tagespreismanagement kann auch helfen, kurzfristig Transportalternativen für die dringendsten Güter zu identifizieren und beauftragen. So könnten Unternehmen beispielsweise auf direkte Luftfracht-Transporte umsteigen oder über eine Transportkette nachdenken, die bis zur Golfregion per Seefracht erfolgt und dann Luftfracht, zum Beispiel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.