Digitalen Speditionen fehlt der Durchbruch auf dem Verkehrsmarkt
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Digitalen Speditionen fehlt der Durchbruch auf dem Verkehrsmarkt

Die neugegründeten digitalen Speditionen und Frachtmarktplätze konnten sich bislang gegenüber den führenden globalen Dienstleister noch nicht behaupten.

Die Revolution auf den internationalen Verkehrsmärkten bleibt offenbar aus. Laut einer Studie der britischen Beratungsfirma TransportIntelligence (TI) zum globalen Frachtmarkt  haben die neugegründeten digitalen Speditionen und Frachtmarktplätze im See- und Luftfrachtgeschäft bislang keine grossen Spuren hinterlassen. Stattdessen bauten die führenden globalen Dienstleister ihre Position weiter aus.

Wettlauf gegen die Speditions-Riesen ist nicht zu gewinnen

Neue digitale Spediteure und Plattformen hätten keine Chance, mit den Grossen der Branche zu konkurrieren, wenn es um grosse Frachtkontrakte für eine Vielzahl von Routen und verschiedene Verkehrsträger gehe, schreiben die britischen Experten. Dazu müssten Dienstleister selbst über internationale Netze verfügen und an den wichtigsten Verkehrsschnittstellen vertreten sein – ein rein digitales Angebot überzeugt die verladende Wirtschaft nicht.

TI hat beobachtet, dass grosse Speditionen die Ansätze der digitalen Start-ups mittlerweile aufgenommen und eine digitale Transformation ihrer eigenen Prozesse angeschoben haben. Nach der anfänglichen Euphorie sei inzwischen klar, dass die Neulinge den Wettlauf mit Branchenriesen wie DHL, Kühne + Nagel, DB Schenker oder Expeditors nicht gewinnen können.

Bei der reinen Frachtvermittlung sind digitale Speditionen im Vorteil

Für kleinere und lokal tätige Spediteure mit überwiegend manuellen Prozessen sind die digitalen Speditionen dagegen ein ernstzunehmender Wettbewerb, heisst es bei TI. Vorteile hätten die digitalen Speditionen besonders im rein „transaktionellen“ See- und Luftfrachtgeschäft ohne Zusatzleistungen für kleine und mittelständische Kunden. Denn der digitale Service mit automatisierten Buchungsvorgängen und transparenten Frachtraten biete bei der Vermittlung von Frachtraum deutliche Kostenvorteile gegenüber manuellen Prozessen.

Verlader digitalisieren und binden Speditionen an die eigene IT an

Verladende Unternehmen können bereits einen ersten Schritt in Digitalisierung ihres Transportmanagements machen, indem sie Transportdienstleister wie Speditionen und KEP-Dienste in ihre eigenen Prozesse integrieren und an ihre eigenen Versandsysteme anbinden. Wie dies funktionieren kann, zeigt das Beispiel von AEB Carrier Connect.