Grossbritannien

Hohe Zusatzkosten für deutsche Unternehmen durch den Brexit

Die Zusatzkosten durch Zollschranken zwischen der EU und Grossbritannien durch den Brexit weist eine Berechnung des Deutschen Industrie und Handelskammertag aus.

Wenn das Vereinigte Königreich nicht mehr Mitglied des Binnenmarktes ist, müssen alle Unternehmen, die mit Grossbritannien Handel treiben, ihre Waren beim Zoll anmelden. Schätzungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge wären davon mindestens 30.000 deutsche Exportunternehmen betroffen. Darüber hinaus werden rund 40.000 Unternehmen Zollanmeldungen abgeben müssen, weil sie aus Grossbritannien importieren. Der DIHK rechnet mit einer Anzahl von 14,6 Millionen zusätzlicher Zollanmeldungen. Das bedeutet eine Mehrbelastung von 200 Mio. Euro pro Jahr für die Unternehmen. Schliesst die EU ein Handelsabkommen mit Grossbritannien ab, kommen Kosten für die präferenziellen Ursprungsnachweise von ca. 300 Mio. Euro pro Jahr hinzu.

KMU trifft der Brexit besonders hart

Diese Zahlen spiegeln eine konservative Schätzung wider, da sie auf Befragungen von Unternehmen basieren, die mit der Einreichung von Zollanmeldungen und der Ausstellung von Präferenznachweisen bereits vertraut sind.

Besonders hart wird der Brexit nach Einschätzung der DIHK zwei Unternehmensgruppen treffen:

  • Unternehmen, die bisher nur innerhalb des Binnenmarktes Handel betreiben und daher mit zollspezifischen Verfahren nicht vertraut sind. Oft sind dies kleine oder mittlere Unternehmen (KMU).
  • Unternehmen mit internationalisierten und komplexen Wertschöpfungsketten, deren Produkte an diversen Standorten unterschiedliche Verarbeitungsschritte durchlaufen und hierfür z. T. mehrmals aus- und wieder eingeführt werden. Dies erfordert jedes Mal eine Zollanmeldung.

In einer DIHK-Umfrage gaben 8 % der Unternehmen an, Investitionen von Grossbritannien auf andere Länder zu verlagern.

Das Brexit-Toolkit

Was ändert sich in Sachen Global Trade Management, wenn Grossbritannien zum Drittland wird? Und wo besteht Handlungsbedarf? Das Brexit-Toolkit von AEB gibt Antworten.