ATLAS

Zoll ändert Zelos-Planungen

Entgegen den früheren Planungen verzögert sich die verbindliche Einführung von ATLAS Zelos. Die ATLAS Anwendung soll den elektronischen Austausch von Unterlagen, Anfragen oder Stellungnahmen zwischen Zoll und Wirtschaftsbeteiligten ermöglichen. Eine Umfrage unter AEB-Kunden zeigt die Dimension des Projektes.

Der deutsche Zoll ist von seinem bisherigen Fahrplan bei der Einführung der ATLAS-Anwendung Zelos abgerückt. „Abweichend von den bisherigen Planungen können im ATLAS-Release 9.0 weiterhin alle ATLAS Fachverfahren ohne Unterstützung der jeweiligen Zelos-Nachrichtengruppen genutzt werden“, heißt es auf der Website des Zolls.  Ursprünglich sollte Zelos mit ATLAS-Release 9.0 und AES-Release 2.4.4 gestartet werden. Die Teilnahme sollte zunächst optional, später dann verpflichtend sein.  Zollexperten gehen mittlerweile davon aus, dass Zelos erst im Produktivbetrieb der neuen Release-Stände folgen wird und dann entsprechend nachzertifiziert werden muss.

Zelos ermöglicht Unterlagentausch direkt in ATLAS

Zelos soll den Austausch von Unterlagen, Anfragen und Stellungnahmen zwischen Unternehmen und Zoll direkt in ATLAS ermöglichen. Dadurch wird der Austausch per E-Mail, Fax oder durch Vorlage in der Zollstelle ersetzt und eine medienbruchfreie Kommunikation ermöglicht.

Export Filing: ATLAS – ihr kurzer Draht zum deutschen Zoll

Export Filing: ATLAS macht Ihren Anmeldeprozess effizienter – durch Übernahme von Daten aus Vorsystemen, intelligente Vorlagen und Plausibilitätschecks.

Papier ist in den meisten Zollabteilungen allgegenwärtig

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart untersuchte AEB-Mitarbeiterin Luisa Kranhold die Rahmenbedingungen für Zelos in den Unternehmen. An der entsprechenden Umfrage beteiligten sich 64 AEB-Kunden. Erste Erkenntnis: Dokumente in Papierform spielen in den Zollabteilungen der Unternehmen nach wie vor eine wichtige Rolle. Im Mittelwert liegen 62 % der Dokumente in Papierform vor. In 42 % der Unternehmen liegt der Anteil der Papierdokumente sogar höher als 80 %, nur bei 15 % der Unternehmen liegt der Anteil der Papierdokumente unter 20 %.

Als papierintensivstes Zollverfahren bezeichneten 86 % der Befragten das Ausfuhrverfahren, gefolgt von Import und Versand.

E-Mail ist bisher vorherrschendes Übertragungsmedium

Besonders häufig vom Zoll angefordert werden Rechnungen, Präferenznachweise, Alternativnachweise für die Ausfuhr von Waren, Frachtbriefe und Produktdatenblätter. Dazu ist anzumerken, dass Zelos Präferenznachweise oder auch Warenverkehrsbescheinigungen nicht berührt, da diese im Original beim Zoll einzureichen sind. Dominierendes Übermittlungsmedium ist bisher die E-Mail, die 76 % der Unternehmen nutzen. 27 % legen Dokumente direkt bei der Zollstelle vor, in 12 % der Unternehmen kommt noch das Fax zu Ehren.

Zahl der Dokumentenanfragen pro Unternehmen ist überschaubar

Besonders relevant für die Auslegung der Zelos-Anwendung ist die Zahl der monatlichen Dokumentenanfragen. Bei 68 % der Befragten in dieser nicht repräsentativen Umfrage, liegt die Zahl der monatlichen Dokumentenanzahl zwischen 1 und 10. Lediglich 3 % erhalten mehr als 10 Anfragen und nur 2 % mehr als 20 Anfragen.

Dies erscheint nicht allzu hoch, aber bezogen auf die gesamte deutsche Außenwirtschaft kommt einiges zusammen: Bei 350.000 Exportunternehmen und geschätzten fünf Dokumentenanfragen im Monat wären allein in der Ausfuhr 1,75 Mio. Dokumentensendungen pro Monat von Zelos zu bewältigen, sobald die Anwendung verbindlich einzusetzen ist.

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen