Co-Working: Happy Together
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Co-Working: Happy Together

Manche nutzen Co-Working-Spaces nur probeweise, andere erfreuen sich regelmäßig an dieser besonderen Art von Büroalltag. So oder so: Co-Working boomt. Und dafür gibt es gute Gründe.

Heißer, duftender Kaffee plätschert aus dem Vollautomaten in die Tasse. Nebenher ein Gespräch mit dem Gründer eines Startups. Zurück am Platz wird angefangen zu arbeiten, inmitten von Freelancern und Mitarbeitenden unterschiedlichster Betriebe. Ein ganz gewöhnlicher Tag in einem Co-Working-Space.

Einfach gemeinsam arbeiten

Diese Art zu arbeiten ist längst nicht mehr nur die Domäne von Hipstern und Startups. Auch zahlreiche renommierte, internationale Großunternehmen nutzen diese Möglichkeit für ihre Mitarbeitenden. Die Zahl der Co-Working-Spaces hat sich innerhalb von zwei Jahren vervierfacht, wie der Bundesverband Co-Working-Spaces e. V. im Juni 2020 berichtete. Doch was macht diese so attraktiv?

Um das zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was Co-Working ist. Übersetzt ins Deutsche, bedeutet es ganz trivial „gemeinsam arbeiten“. Und es ist genau das, was einen Co-Working-Space ausmacht – einfach zusammen arbeiten in gemeinsam genutzten bzw. geteilten Büroräumlichkeiten.

In Co-Working-Spaces arbeitet in der Regel jeder individuell, aber im selben Raum. Dadurch entsteht ein Rahmen für innovativen und kreativen Austausch mit einer ganz eigenen Kultur: Gemeinschaft, Offenheit und Nachhaltigkeit sind nur ein paar der Eigenschaften, die die Community im Co-Working-Space ausmacht. Gespräche auf persönlicher Ebene gibt es quasi gratis dazu.

Raus aus der Komfortzone

Diese Kontakte und die außergewöhnliche Situation sind es, was das Arbeiten im Co-Working so spannend macht, bestätigt auch Matthias Kieß, geschäftsführender Direktor der AEB SE. Das Stuttgarter IT-Unternehmen hat zwar mehrere eigene Standorte in ganz Deutschland, nutzt aber dennoch bewusst auch Co-Working-Spaces für seine Mitarbeitenden. 

„Man befindet sich außerhalb seiner Komfortzone, in einem ungewohnten Umfeld, mit dem Überraschungseffekt, einfach angesprochen zu werden. Aber genau das ist für viele das Inspirierende, dadurch entsteht eine gewisse Energie.“

Das kann auch Andreas Kuttler, Produktmanager bei AEB, nachvollziehen, der in einem Co-Working-Space in Tübingen arbeitet: „Müsste ich mich zwischen dem Büro und einem Co-Working-Space entscheiden, würde ich den Co-Working-Space wählen. Das impulsive Leben und der Austausch mit anderen Co-Workern sind einfach klasse.“

Oftmals mündet der Austausch auch direkt in neue Ideen und gemeinsamen geschäftlichen Aktivitäten – etwa im Beispiel von Ruwen Reinhard, Innovationstreiber bei der AEB und Johannes Freyer, Vermieter des Tübinger Co-Working-Space. Zusammen haben sie eine Plattform zum kollaborativen Arbeiten entwickelt – den „Open Innovation Circle“. „Das hat sich alles nur durch ein erstes zufälliges Gespräch in der Küche ergeben“, erzählt Ruwen Reinhard.

Komplette Ausstattung inklusive

Neben der bereichernden „Zusammen-Arbeit“ gibt es auch zahlreiche praktische Gründe für Co-Working-Spaces. Für Andreas Kuttler ist beispielsweise auch die kurze Anfahrtszeit ein Kriterium. Zum Co-Working in Tübingen sind es nur acht, nach Stuttgart ins Büro 40 Kilometer. „Die Nähe ist zum einen gut für die Umwelt, zum anderen aber natürlich für meine Work-Life-Balance. Bei AEB haben wir durch diese Option die Möglichkeit auf mehr persönlichen Gestaltungsspielraum“, erzählt Andreas Kuttler. 

Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Arbeiten nicht nur vom Büro aus funktioniert. Homeoffice ist aktuell beliebter denn je. Allerdings kommen dabei soziale Interaktionen oft zu kurz. Wenn also wieder normaler Büroalltag möglich ist, können Co-Working-Spaces das Beste aus beiden Welten verbinden: Bürofeeling durch den Austausch mit anderen und den Vorteil „kurzer Anfahrtswege“ wie im Homeoffice.
Darüber hinaus sind Co-Working-Spaces in der Regel mit allem ausgestattet, was für einen produktiven Tag benötigt wird: Schreibtische, Bürostühle, Monitore, Flipcharts, Drucker, Beamer und vieles mehr. Das Homeoffice-Problem einer instabilen Internetverbindung – vor allem wenn sich die ganze Familie zuhause befindet – gibt es nicht. Die meisten Co-Working-Räume glänzen mit schnellem, stabilem WLAN.

Zudem gibt es im Normalfall ein Raumangebot, das auf unterschiedliche Aufgaben ausgerichtet ist. Meist arbeiten alle im Open Space, einer Art Großraumbüro. Steht ein Meeting an oder werden ein paar Stunden für konzentrierte Stillarbeit benötigt, lässt es sich einfach in einen Konferenz- bzw. Rückzugsraum wechseln.

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Nicht jedermanns Sache

Während für Andreas Kuttler und Matthias Kieß das Co-Working-Space eine perfekte Alternative zum Büro oder Homeoffice darstellt, könnten sich andere niemals vorstellen, dort zu arbeiten. „Man kann das nicht über einen Kamm scheren und sagen, dass ab jetzt jeder im Co-Working arbeiten soll. Das muss zum jeweiligen Menschen passen“, sagt Matthias Kieß. Nicht jeder komme mit der lockeren Stimmung und der lauten Umgebung zurecht. „Für manche ist die Arbeit im Co-Working-Space einfach belastend.“

Auch bei der Datensicherheit ist Vorsicht geboten. Niemand möchte, dass interne Daten oder Kundennamen an die Öffentlichkeit gelangen. Dazu enthält beispielsweise das IT-Sicherheitskonzept der AEB technische und organisatorische Maßnahmen, die effizientes, sicheres Arbeiten auch außerhalb der eigenen Standorte ermöglichen. 

Andreas und seine Kollegen im Tübinger Co-Working-Space haben aus diesem Grund einen geschlossenen Raum und arbeiten nicht im Open Space. Zudem achtet jeder darauf, keine Daten oder Namen zu nennen, egal wie persönlich der Smalltalk an der Kaffeemaschine sein mag. „Und im Co-Working-Space wird nicht gedruckt, sodass beispielsweise niemand die gedruckten Daten kopieren kann“, erklärt Matthias Kieß. „Das papierlose Arbeiten der AEB macht uns das natürlich einfach.“

Finanzieller Vorteil

Trotz dieser Einschränkungen, profitieren nicht nur die Mitarbeitenden vom Arbeiten im Co-Working-Space. „Es gibt auf jeden Fall Vorteile für die Unternehmen“, sagt Matthias Kieß. „Wenn wir ein eigenes Büro mieten, gibt es in der Regel langlaufende Verträge, die das Wachstum an den Standorten limitieren. Zudem kommen zur Miete etwa noch Heizkosten und Reparaturen. Bei Co-Working bezahlen wir den Raum ‚on demand‘.“ 

Die meisten Co-Working-Spaces bieten dazu verschiedene Preismodelle an. Die Arbeitsplätze können für wenige Stunden, ein paar Tage oder auch längerfristig gebucht werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit, auch auf Geschäftsreisen oder vom Urlaub aus ein Office nutzen zu können.

Doch nicht nur der finanzielle Aspekt zahlt sich aus. „Alle Menschen, die hier in den Co-Working-Space kommen, hören das erste Mal von der AEB. Das erhöht unseren Bekanntheitsgrad ganz ohne zusätzliches Marketing. Das sind dann Mehrwerte und Kontakte, die zum einen den finanziellen Nutzen für das Unternehmen haben, zum anderen aber auch gar nicht bezahlbar wären“, erklärt Andreas Kuttler.

Einfach mal ausprobieren

Co-Working-Spaces sind nicht nur für Startups und Freelancer geeignet. Ganz im Gegenteil. Für viele Mitarbeitende trägt der innovative Austausch mit anderen und die lockere Atmosphäre im Open Space zu einem effektiveren Arbeiten bei. 

Und laut einer Studie der französischen Co-Working-Vermittlungs-Plattform „Neo-Nomade“, hat sich bei 65 % der Befragten auch das allgemeine Wohlbefinden erhöht, seit sie in Co-Working-Spaces ihrer Arbeit nachgehen. Diese Aspekte kommen natürlich auch den Unternehmen zugute. „Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Menschen den Mut haben im Co-Working-Space zu arbeiten und das mal ausprobieren“, ergänzt Matthias Kieß lächelnd.

Die Autorin:

Karolin Rufner studiert Public Relations und ist Praktikantin bei der AEB. Mit unkonventionellen Arbeitssituationen kennt sie sich aus – ihr Praxissemester startete aus dem Homeoffice. Während ihrer Recherche konnte sie einen gedanklichen Ausflug durch die verschiedensten Co-Working-Spaces machen, der sie ihren Alltag im Wohnzimmer-Office für kurze Zeit vergessen ließ.