Nein – aber sie verlagert, wo diese Entscheidungen ansetzen.
KI-Systeme verarbeiten heute Datenmengen, erkennen Muster und berechnen Wahrscheinlichkeiten in einem Umfang, den kein Team von Hand leisten könnte. Ein Beispiel: Wenn sich in einem wichtigen Hafen ein Stau abzeichnet, kann ein KI-System aus Wetterdaten, Schiffsbewegungen und historischen Mustern schon Tage vorher errechnen, welche Sendungen betroffen sein werden und automatisch Alternativrouten vorschlagen, bevor überhaupt eine Verzögerung spürbar wird. Ähnlich bei Rohstoffengpässen oder kurzfristigen Zollanpassungen: Die Software liefert die Vorwarnung und die Optionen.
Was diese Systeme nicht können: Verantwortung tragen, wenn eine Situation neu ist, mehrdeutig oder politisch heikel. Ein plötzlicher geopolitischer Konflikt, ein Lieferant, der kurzfristig ausfällt, ein Kunde, der eine ungewöhnliche Ausnahme braucht – solche Fälle verlangen Urteilsvermögen, Kontextwissen und Verhandlungsgeschick. Genau dorthin verschiebt sich der Wert menschlicher Arbeit: weg von reiner Datenauswertung, hin zum Abwägen, Priorisieren und Entscheiden unter Unsicherheit.