Risk Barometer

Digitalisierung im Internet der Dinge erhöht Gefahr von Cyberangriffen

Digitalisierung und Vernetzung von Geräten, Prozessen und Lieferketten sorgen dafür, dass Cyberangriffe im Ranking des Risk Barometers 2017 weit oben liegen.

Weltweit stellen sich die Unternehmen auf ein Jahr der Unsicherheit ein, das durch zunehmende Besorgnis über politische, rechtliche und regulatorische Entwicklungen getrieben wird. Digitale Dilemmata, wie die Auswirkungen neuer Technologien auf das Risikoprofil von Unternehmen, und Cybervorfälle sind ebenfalls eine wachsende Bedrohung. Die damit verbundenen Risiken besetzen im Ranking des Risk Barometer 2017 mit 30 % der Antworten die dritte Position. Vor vier Jahren nahm diese Gefahr noch mit nur 6 % der Antworten Rang 15 ein.

Vernetzung und Digitalisierung bergen Risiken

Ausschlaggebend dafür sind die zunehmende Digitalisierung und die Vernetzung von Geräten, Prozessen und Lieferketten im sogenannten Internet der Dinge. Die Bedrohungen aus dem Internet gehen mittlerweile weit über Hackerangriffe und Verstöße gegen das Recht auf Privatsphäre und den Datenschutz hinaus. Deren negative Auswirkungen werden zudem durch neue Datenschutzverordnungen für Unternehmen zusätzlich verschärft. Unternehmen läuft die Zeit davon, um sich auf die neue ab 2018 in Europa geltende Datenschutz-Grundverordnung entsprechend vorzubereiten. Die für die Konformität anfallenden Kosten werden nicht gering ausfallen. Gleiches könnte jedoch auch für einschlägige Strafzahlungen gelten. 

Darüber hinaus stellen die Vernetzung und die immer ausgeklügelteren Cyberangriffe nicht nur direkt, sondern aufgrund von exponierter kritischer Infrastruktur wie beispielsweise der IT- oder Wasser- und Energieversorgung auch indirekt ein Risiko für Unternehmen dar. Eine weitere Bedrohung sind technische Ausfälle oder menschliches Versagen, die zu einer längeren und umfangreicheren Betriebsunterbrechung führen können. Fehler bei der ordnungsgemäßen Datenübertragung oder -interpretation können in der heutigen Industrie 4.0 Ursache für einen Produktionsstopp sein.

Unterschätzen kleinere Unternehmen das Risiko?

Das Allianz Risk Barometer 2017 zeigt, dass kleinere Unternehmen das Cyberrisiko möglicherweise unterschätzen, denn Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 250 Mio. Euro stuften Cybervorfälle nur als sechstgrößtes Risiko ein. Ein schwerwiegender Störfall könnte aber gerade für solche Unternehmen wesentlich schädlichere Auswirkungen haben. 

Im weltweiten Vergleich nahmen Cyberangriffe den dritten Platz unter den wichtigsten Risiken ein, in Europa und in den USA kamen sie jedoch auf Platz zwei. Sorgen darüber machten sich besonders Umfrageteilnehmer aus dem Handel und der Informations- und Kommunikationstechnologie. 

Im globalen Ranking war die Betriebsunterbrechung zum fünften Mal in Folge das wichtigste Risiko, vor dem die größte Angst herrscht. Dies ist auch auf viele neue Auslöser wie Störungen durch nicht materielle Schäden aufgrund von politischer Gewalt, Streiks und Terrorangriffen zurückzuführen.