Welthandelsbericht 2018

WTO: Digitalisierung drückt die Handelskosten

Die Welthandelsorganisation WTO hat in ihrem Jahresbericht ein jährliches Wachstum des Welthandels um bis zu 2 % für den Zeitraum bis 2030 vorhergesagt. Eine Schlüsselrolle übernimmt die Digitalisierung. Sie senkt einerseits die Handelskosten und ermöglicht bisher isolierten Regionen, sich besser in die Handelsströme zu integrieren.

Die Welthandelsorganisation WTO sagt für den Zeitraum von 2016 bis 2030 ein Wachstum des Welthandels in einer Größenordnung von 31 bis 34 % voraus. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von etwa 2 %. Diese Zahlen nannte die WTO im kürzlich veröffentlichten Welthandelsbericht 2018. Der Bericht nennt drei Faktoren das Wachstum: Die stärkere Inanspruchnahme von grenzüberschreitenden Dienstleistungen, das Sinken der Handelskosten und die stärkere Einbindung von bisher schlecht in die internationalen Handelsströme integrierten Regionen und Unternehmen.

Internationale Handelskosten liegen zwischen 80 und 240 %

Insbesondere für die die letzten beiden Punkte sei die Digitalisierung der Schlüssel. Sie mache den internationalen Handel effizienter und damit kostengünstiger, schreiben die Autoren des Berichtes. Bereits zwischen 1996 und 2014 seien die Handelskosten durch den Einsatz neuer Technologien um 15 % gesunken. 

Handelskosten umfassen alle Kosten, die über die Produktion einer Ware hinaus anfallen, damit der Verbraucher die Ware zur Verfügung gestellt bekommt – also beispielsweise Logistikkosten, Transaktionskosten, Zölle und Handelsmargen. Der Anteil der durchschnittlichen Handelskosten, bezogen auf den Warenwert ab Werk, liegt nach Berechnungen der Weltbank je nach Handelsrelation zwischen 84 % (innerasiatischer Handel) und 240 % (Europa nach Lateinamerika/Karibik).

Vier Schlüsseltechnologien der Digitalisierung

Zweiter Wachstumshebel durch die Digitalisierung ist die weitere Ausbreitung des Internets und moderner IT. Dadurch könnten auch abgelegene Regionen und kleine Unternehmen am Welthandel teilnehmen, so die WTO. Im besten Fall könnten die Schwellen- und Entwicklungsländer laut WTO ihren Anteil am Welthandel von 46 % im Jahr 2015 auf 57 % im Jahr 2030 ausbauen. Allerdings nur, wenn es den Regierungen gelänge, zumindest flächendeckenden Internetzugang auch in ländlichen Regionen zu ermöglichen. Als Schlüsseltechnologien der Digitalisierung im Handel sieht die WTO künstliche Intelligenz, Blockchain-Technologie, das Internet der Dinge sowie den 3-D-Druck an.

Als Beispiel für die revolutionären Auswirkungen der digitalen Technologien führt die WTO die dynamische Entwicklung im Online-Handel an. Der Umsatz im Onlinehandel sei von 2013 bis 2015 um 56 % auf rund 25 Billionen Dollar gestiegen, zitiert die WTO Schätzungen der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (Unctad). 2016 wuchs er nach Schätzungen der US-Handelsbehörde (USITC) nochmals – auf 27,7 Billionen Dollar.

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