Pressemitteilung

Im Handelskrieg mit den USA droht der große Knall

  • Bei Strafzöllen im Automobilbereich würden 26 Prozent der deutschen US-Exporte auf dem Spiel stehen.
  • Strafzölle auf Aluminium und Stahl sowie angekündigte EU-Gegenmaßnahmen haben lediglich eine geringe gesamtwirtschaftliche Wirkung.

Stuttgart, 21. März 2018 – Die Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte treffen die deutsche Wirtschaft nur minimal. Sie beziehen sich lediglich auf 0,4 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren in die USA. Zu dieser Einschätzung kommt eine Sonderveröffentlichung des Export- und Importseismografen Deutschland (ESD/ISD), den das Institut für Angewandte Logistik (IAL) der Hochschule Würzburg-Schweinfurt gemeinsam mit dem Stuttgarter Softwareanbieter AEB herausgibt.

Export- / Import-Seismograf
Export- / Import-Seismograf

Die Initiatoren des ESD/ISD haben die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA vor dem Hintergrund des heraufziehenden Handelskonfliktes analysiert. „Der Wert der deutschen Stahl- und Aluminiumexporte in die USA, für die US-Präsident Donald Trump Strafzölle verhängt hat, betrug im Jahr 2017 436 Millionen Euro. Das trifft die deutsche Metallindustrie zwar empfindlich, hat aber gemessen an den gesamten deutschen Exporten in die USA in Höhe von 111,5 Milliarden Euro gesamtwirtschaftlich kein übermäßig großes Gewicht“, sagt Prof. Dr. Christian Kille vom IAL.

Angedrohte EU-Gegenmaßnahmen sind lediglich Nadelstiche

Entsprechend vorsichtig sei die Gegenreaktion der EU ausgefallen. Bezogen auf die deutschen Importe aus den USA wären von den  angedrohten Strafzöllen (u.a. Jeans, Erdnussbutter Orangensaft und Motorräder) Güter in Höhe von 310 Millionen Euro betroffen. Das entspricht lediglich 0,5 Prozent der gesamten Importe Deutschlands aus den USA in Höhe von jährlich 61 Milliarden Euro (Stand: 2017).

Unterschiedliche Einfuhrzölle auf Pkw bieten Kompromissmöglichkeiten

Weitaus gefährlicher wäre es, wenn Trump wie angedroht die  Strafzölle auf den Automobilbereich ausweitet. Hier geht es für die deutsche Wirtschaft um ein jährliches Exportvolumen von 28,6 Milliarden EUR (inklusive Autoteile) – das entspricht 26 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren in die USA. „Vor diesem Hintergrund sind die Stimmen aus der Wirtschaft verständlich, die dazu aufrufen, den Handelskonflikt mit den USA bereits in einem frühen Stadium zu entschärfen“, sagte Dr. Ulrich Lison, Zollexperte und Mitglied der Geschäftsleitung bei AEB. Verhandlungsmöglichkeiten bieten seiner Meinung nach die unterschiedlichen Einfuhrzölle auf Pkw. Während die USA für Pkw aus der EU 2,5 Prozent Zoll verlangt, werden für Importe US-amerikanischer Pkw in die EU bislang 10 Prozent Zoll fällig.

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Über AEB

(www.aeb.de)
Seit mehr als 38 Jahren unterstützt die AEB GmbH mit ihrer Software die Logistik- und Außenwirtschaftsprozesse von Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Mehr als 5.000 Kunden aus über 35 Ländern nutzen die Lösungen beispielsweise für das Transport- und Lagermanagement, die Import- und Exportabwicklung sowie das Präferenzmanagement. Sie profitieren von höherer Effizienz, Rechtssicherheit und Transparenz – auch international. Möglich machen dies beispielsweise automatisierte Zoll- und Embargoprüfungen, die verbesserte Zusammenarbeit mit Partnern in der Lieferkette sowie automatisierte Versandprozesse. Das AEB-Portfolio reicht von schnell einsetzbaren Online-Lösungen bis hin zur umfassenden Logistiksoftware.

AEB hat ihren Hauptsitz sowie eigene Rechenzentren in Stuttgart und deutsche Standorte in Hamburg, Düsseldorf, München, Soest, Mainz und Lübeck. International vertreten ist AEB in Großbritannien (Leamington Spa), Singapur, in der Schweiz (Zürich), Schweden (Malmö), in den Niederlanden (Rotterdam), in Tschechien (Prag), Frankreich (Paris) und in den USA.

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