Im- und Export

Verpackungsmaterial: Schädlinge auf dem Vormarsch

Schädlinge wie die braune marmorierte Stinkwanze breiten sich unter anderem über Verpackungsmaterial aus Holz und über Pflanzen weltweit aus. Die EU und Australien haben jetzt neue Vorschriften zur Begasung beziehungsweise Beschau verabschiedet.

Kerstin Ullrich 08.10.2018

Sowohl für Importe als auch für Exporte sind neue Vorschriften in Kraft getreten, um die Ausbreitung von Schädlingen einzudämmen. Australien legt seinen Fokus auf die Bekämpfung der braunen marmorierten Stinkwanze, die Obstbestände schädigt. Europa versucht mit umfassenden Regelungen zur Pflanzengesundheitskontrolle die Einschleppung von Schadorganismen zu verhindern – von Pilzerkrankungen, Bakterien, Viren über Käfer, Milben, Fruchtfliegen bis zu Läusen, Thripsen, Wanzen aber auch Unkräuter.

Exporte nach Australien: Neue Begasungsvorschriften für Seefrachtsendungen

Die braune Stinkwanze ist als Schädling weltweit auf dem Vormarsch. Mittlerweile hat sie Europa erreicht und breitet sich aus. Australien und Neuseeland haben Deutschland jetzt als eines von 10 Risikoländern identifiziert. Daher müssen Seefrachtsendungen ab sofort gegen die Schädlinge behandelt werden. Oder es besteht die Gefahr, dass die australischen Behörden die Sendung zu Lasten des Versenders retournieren.

Seefrachtsendungen müssen zwischen dem 1. September 2018 und dem 30. April 2019 mit Sulfurylfluorid (bzw. dem in Europa verbotenen Methylbromid) begast oder mit Hitze gegen die Brown marmorated stink bug (BMSB) behandelt werden. Dies ist die bevorzugte Saison der BMSB.

Grundsätzlich gilt dieses Vorgehen sowohl für Ladungen, die in Sammelverkehren transportiert werden, als auch für Vollcontainerladungen und rollende Ladung. Je nach Art ist auch noch eine Behandlung im Zielland möglich.

Alle betroffenen Warenkategorien werden auf der Website des australischen Landwirtschaftsministeriums gelistet. Unterschieden werden die Güter nach „High Risk Goods“ (wie Holz, Kork, Glas und Kupfer) und „Target Risk Goods“ (wie Salz, Stein, Öle, Dünger, Bücher und Zeitschriften).

Die Schädlingsbekämpfung muss von einem in Australien registrierten Anbieter durchgeführt und anschließend gegenüber den australischen Behörden durch ein Zertifikat nachgewiesen werden. Eine Liste der bisher in Deutschland zertifizierten Anbieter dieser Begasungen finden Sie auf der Webseite der australischen Regierung im Bereich Biosicherheit.

Importe aus China und Belarus

Importe von bestimmten Waren aus China erforderten bereits bislang eine Pflanzenbeschau vor der Zollabfertigung. Ab dem 1. Oktober wird dies durch eine EU-Verordnung neu geregelt. Betroffen sind jetzt auch Importe aus Weißrussland. Außerdem müssen Unternehmen künftig die Zollstelle am Eingangsort und die zuständige amtliche Stelle im Voraus über die bevorstehende Ankunft des Verpackungsmaterials informieren. Als Nachweis beim Import der betroffenen Waren aus China und Belarus ist eine Bescheinigung gemäß Pflanzenbeschauverordnung notwendig. Bis zum Abschluss der Kontrollen bleiben das Verpackungsmaterial und die Waren unter zollamtlicher Überwachung.

Diese Maßnahmen gelten für Verpackungsmaterial aus Holz, das dem Transport von Waren aus dem Anhang I des EU-Durchführungsbeschlusses dient. Der Anhang umfasst z. B. Warengruppen wie Papiere, Schrauben, Haushaltsgegenstände oder bestimmte Apparate.

Nutzen Sie für die Anmeldung in Deutschland das Online-Portal PGZ-Online – dort werden die zuständigen Dienststellen direkt informiert.

Über die Autorin
Kerstin Ullrich
Als es in Sachen ATLAS 2009 in die heiße Phase ging, ist sie zur AEB gekommen. Verantwortlich als Redakteurin der AEB Community für praxisrelevante Neuerungen und Kundenfragen rund um Zoll und Außenwirtschaft.

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