ATLAS

Unterlagenübermittlung soll in ATLAS integriert werden

Gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden hat der Zoll einen Blick voraus auf die Weiterentwicklung des IT-Verfahrens ATLAS geworfen. Der Zoll plant eine Integration der bislang hauptsächlich über E-Mail abgewickelten Unterlagenübermittlung in das System.

In einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern im August hat die Generalzolldirektion ihre Planungen zum Thema „Übermittlung von Unterlagen mittels elektronischer Nachrichten im IT-Verfahren ATLAS“ vorgestellt und erörtert. Der Hintergrund: Derzeit sind nur bestimmte Unterlagen (beispielsweise VuB-Unterlagen) zu einer Zollanmeldung zwingend bei der Abfertigung vorzulegen. Die sogenannten fiskalischen Unterlagen (u. a. Rechnung, Packliste) müssen zwar vorhanden und in der elektronischen Zollanmeldung angemeldet sein; in den meisten Fällen müssen sie jedoch nicht vorlegt werden.

Hoher manueller Aufwand und Verzögerungen

Im Bedarfsfall fordert der Zoll diese Unterlagen mit einer elektronischen Nachricht oder per E-Mail an. Die Zollbeteiligten müssen die Unterlagen mit den üblichen Mitteln der Bürokommunikation an den Zoll senden. Das führt in der Praxis zu einem hohen manuellen Aufwand und zu Verzögerungen. Der Zoll plant nunmehr, den Austausch der für die Abfertigung erforderlichen Unterlagen in das IT-Verfahren ATLAS zu integrieren.

Umsetzung möglicherweise in 2020

Als einzig sinnvolle Übermittlungsart komme eine „anlassbezogene Übermittlung“ in Betracht – das heißt die Unterlagen müssen nur dann via ATLAS übermittelt werden, wenn der Zoll sie anfordert. Das angestrebte Verfahren orientiert sich an der in Österreich bereits umgesetzten Lösung. Die Übermittlung ist im XML-Nachrichtenformat geplant und könnte nach Aussagen der GZD möglicherweise mit dem Release ATLAS 9.0 (voraussichtlich 2020) umgesetzt werden.

Der Zoll erwartet eine deutliche Reduzierung des manuellen Aufwandes, der durch die Zuordnung von per Mail geschickten Unterlagen zu den Vorgängen in ATLAS entsteht. Dadurch könnten die Abläufe beschleunigt werden. Einige Wirtschaftsvertreter äußerten Bedenken zu Fragen der praktischen Umsetzung: Häufig würden mehrere Dokumente in einem PDF-Dokument zusammengefasst; daher sei eine Übermittlung von einzelnen Dokumententypen derzeit schwer realisierbar. Der Zoll will gemeinsam mit den Verbänden an einer Lösung dieses Problems arbeiten.

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