Marcel Grilo, Head of Supply Chain Management bei K2 Systems
K2 Systems steht für innovative Montagesysteme für Photovoltaikanlagen. Die Lösungen des Unternehmens kommen auf Dächern, Fassaden, Freiflächen und Carports zum Einsatz – in Projekten weltweit. Da sich das Auftragsvolumen mit dem Wachstum der Solarbranche massiv erhöhte, baute K2 Systems am Hauptstandort im schwäbischen Renningen-Malmsheim ein neues Palettenlager und verfünffachte damit die Zahl der Stellplätze.
Schnell zeigte sich, dass die vorhandene Logistiksoftware mit dieser Dimension nicht mehr Schritt halten konnte. Ein Grund war auch die besondere Logistikstruktur von K2: Am Hauptstandort werden Paletten-, an einem weiteren Standort Langgut-Sendungen bearbeitet. Beide Standorte müssen im Versand zusammenspielen, denn viele Sendungen bestehen aus Waren beider Lagerbereiche.
Gemeinsam mit AEB führte K2 Systems zunächst AEB Warehouse Management und anschließend AEB Shipping ein. Mit der Versandsoftware wickelt das Unternehmen auch Sendungen ab, deren Waren aus zwei Lagerstandorten stammen und bei denen der Lkw zwei Ladepunkte anfahren muss. Aus mehreren Lieferbestandteilen entsteht so ein koordinierter Versandprozess.
Für Exportaufträge bei K2 Systems müssen die Packstückdaten sauber dokumentiert werden. Über ein in AEB Shipping integriertes Verpackungstool ordnen Mitarbeitende Produkte den jeweiligen Packstücken zu. So ist nachvollziehbar, welche Ware sich auf welcher Palette oder welchem Bund befindet. Die Grundlage für Packlisten, Exportdokumente und eine zuverlässige Dokumentenabwicklung entsteht so direkt im operativen Prozess.
Auch die zollseitige Exportabwicklung ist in den Outbound-Prozess integriert. Das ist gerade bei standortübergreifenden Sendungen relevant: Langgut und Palettenware können operativ auf einem Lkw zusammengeführt werden, müssen zollseitig aber separat behandelt werden, weil unterschiedliche Zollstellen zuständig sind. Auch das unterstützt AEB Shipping.
Damit zeigt das Projekt, wie AEB bei K2 Warehouse Management, Versandabwicklung für Langgut, Paletten und Pakete sowie ATLAS-Ausfuhranmeldung in einem integrierten Outbound-Prozess verbindet.
Gemeinsam mit AEB analysierte und verbesserte K2 Systems auch den Materialfluss im Lager. Ein Highlight: Früher wurden Vollpaletten für den Versand zunächst in einem Versand-Zwischenspeicher gepuffert. Dieser Bereich war für rund 450 Paletten ausgelegt und lief regelmäßig voll. Paletten wurden also ausgelagert, zwischengelagert und später an die Rampe gebracht.
Heute belässt das AEB Warehouse Management Vollpaletten in der Regel im Lager. Erst wenn der Warenausgang freigegeben ist und die Abholung durch den Lkw bevorsteht, priorisiert die Software den Transport direkt an die Rampe ein. Aus zwei Warenbewegungen wird eine. Das verringert die Durchlaufzeiten enorm und setzt kostbare Lagerfläche frei.
Im AEB WMS ist auch bereits die Basis für weitere Automatisierung implementiert. Perspektivisch kann die Lösung die eingesetzten Linde-Stapler so steuern, dass diese automatisch den richtigen Lagerplatz anfahren und Ein- und Auslagerungen autonom vornehmen.
Auch das Thema Warenursprung und Präferenzen spielt bei K2 bis in den Lagerprozess hinein. Für bestimmte Kundenaufträge in Drittländer ist es wichtig, gezielt Ware mit passendem präferenziellem Ursprung zu liefern, damit im Bestimmungsland ein Präferenznachweis genutzt werden kann.
K2 hat dafür eine besondere Logistiklogik aufgebaut: Identische Artikel können aus unterschiedlichen Ursprungsländern stammen und nicht jede Herkunft ist für jedes Zielland präferenzberechtigt. AEB Warehouse Management stoppt potenziell präferenzrelevante Aufträge und lässt sie nicht einfach automatisch in die normale Kommissionierung laufen. Mitarbeitende prüfen die Aufträge und können diese gezielt mit jenen Waren bedienen, deren Ursprung für das jeweilige Bestimmungsland relevant ist.
Marcel Grilo, Head of Supply Chain Management bei K2 Systems
K2 Systems hat einen hohen Anspruch an Qualität. Deshalb wurde die Qualitätssicherung nicht als separater Nachgang, sondern als Teil des Logistikprozesses umgesetzt. Beim Verpacken und im WMS sind Prüfprozesse integriert, die Artikel und Stückzahlen absichern. Gerade bei manuellen Zählprozessen helfen diese Prüfungen, Fehler zu erkennen, bevor die Waren versendet werden.
„Mit der Einführung der AEB-Software konnten wir die logistikbedingte Fehlerquote von rund 0,3 auf etwa 0,1 bis 0,15 Prozent reduzieren. Gleichzeitig ist unser Umschlag deutlich gestiegen. Wir konnten Durchlaufzeiten stark verkürzen, unsere Leistungsfähigkeit steigern und dadurch externe Dienstleistungen reduzieren, indem wir die entsprechenden Aufgaben intern abwickeln“, zeigt sich Marcel Grilo zufrieden.
„K2 hatte ein neues Lager mit viel Potenzial. Entscheidend war, dieses auch operativ nutzbar zu machen“, sagt Dr. Jochen Fuhrmann, Projektmanager und Intralogistik-Experte bei AEB. „Mit dem AEB Warehouse Management konnten wir die Lagerprozesse so gestalten, dass Bewegungen reduziert, Flächen entlastet und Materialflüsse deutlich schneller und schlanker laufen.“
Im Projektverlauf übernahm Lina Barner die Projektleitung auf Seiten von K2 Systems. Damit erhielt eine Nachwuchskraft direkt nach ihrem dualen Studium die Verantwortung für diese zentrale Schnittstellenrolle.
Bei AEB blieb dieser Schritt in Erinnerung. „Lina hat in einer anspruchsvollen Projektsituation Verantwortung übernommen und einen starken Job gemacht, gemeinsam mit den jungen AEB-Projektmitarbeitenden“, sagt Benjamin Müller, Projektleiter bei AEB. „Wir haben sehr eng, pragmatisch und lösungsorientiert zusammengearbeitet, sodass wir das Projekt erfolgreich und in kurzer Zeit umsetzen konnten.“
Für Marcel Grilo ist genau das ein Beispiel für gelebte Partnerschaft: „Natürlich läuft in einem solchen Projekt nicht immer alles nach Plan. Entscheidend war, dass wir uns dazu austauschen konnten und dann konsequent nach vorne gearbeitet haben – mit Erfolg."