Die Adolf Würth GmbH & Co. KG versorgt über 540.000 Kunden mit mehr als 125.000 Artikeln – vom Handwerksbetrieb bis zum Industriekonzern, über Direktvertrieb, E-Business, stationärem Handel und Sofort-Lieferservice. Täglich werden von über 20 Versandstellen aus rund 40.000 Pakete sowie 1.500 Paletten verschickt – eine Herausforderung für das Supply Chain Event Management.
Trotz hoher Lieferqualität gab es Optimierungspotenzial: Einzelne Sendungen eines Auftrags trafen zeitlich versetzt oder über verschiedene Dienstleister ein. Ziel war es, die Schwankungsbreite in der Lieferperformance zu reduzieren, die Kundenservices planbarer zu gestalten und verbindlichere Lieferversprechen einzuhalten. Dafür initiierte Würth 2016 das Großprojekt „Auftrags- und Transportsteuerung“ mit dem Ziel eines Paradigmenwechsels in der Logistik: Weg von produktivitätsorientierter Abwicklung – hin zu kundenorientierter Transparenz und Verlässlichkeit.
Im Rahmen des Projekts wurde gemeinsam mit AEB eine Softwarelösung eingeführt, die vollständige Transparenz über den Fulfillment-Prozess schafft. Die Supply Chain Event Software bildet 15 relevante Prozessschritte – von der Einlastung bis zur Zustellung – als Meilensteine mit Soll-Zeiten ab. Die Ist-Zeiten stammen u.a. aus dem Würth-SAP®-System sowie von Warehouse-Systemen und Transportdienstleistern.
Durch den kontinuierlichen Abgleich von Ist- und Soll-Zeiten lassen sich Bottlenecks und Schwachstellen im Ablauf erkennen – sei es im eigenen Betrieb oder bei den Transportpartnern. Die Lösung bietet tagesaktuelle Reports zur Versandstellenleistung, zur Einhaltung der Verladequote und zur Lieferqualität. Sie schafft so die Grundlage für operative Steuerung, taktische Planung und strategische Weiterentwicklung.
Darüber hinaus bietet die Software Funktionen für Workload Monitoring, Kapazitätsprognosen und Alerting. Dies verbessert die interne Ressourcenzuweisung und ermöglicht eine vorausschauende Steuerung externer Dienstleister – sogar bis auf Postleitzahlenebene.
„AEB bohrte immer wieder nach, was genau wir bei Würth wollen, wofür wir stehen und welche Geschäftsprozesse dahinterstehen,“ so Dirk Antrack, Leiter Informationsmanagement Logistik bei Würth.
Seit der Einführung der AEB-Lösung im Jahr 2018 hat sich bei Würth viel verändert: Die Transparenz über den gesamten Lieferprozess ist deutlich gestiegen. Gleichzeitig hat sich ein Mentalitätswandel vollzogen – nicht nur im Management, sondern auch in operativen Teams. Die logistische Leistung wird heute am Lieferversprechen gegenüber dem Kunden ausgerichtet.
Würth kann heute gezielt die Performance der Transportdienstleister bewerten und bei Problemen frühzeitig reagieren. Die Lieferqualität wurde messbar gesteigert, die Einhaltungsquoten haben sich verbessert. Durch die engere Verzahnung von Logistik- und Vertriebsdaten in SAP® BI ergeben sich weitere Optimierungspotenziale auf Kunden- und Branchenebene.
Auch nach Projektabschluss bietet die Lösung kontinuierlichen Mehrwert – u.a. bei der Identifikation von Verbesserungspotenzialen, der Verhandlungsführung mit Partnern und der Steuerung komplexer Logistiknetzwerke.
Mino Broselge, Leiter Fulfillment Logistik, Würth