Welthandel

WTOI: Frühwarnindikatoren drehen ins Minus

Die Anzeichen verdichten sich, dass es mit dem bislang boomenden Welthandel kräftig bergab geht. Der World Trade Outlook Indicator (WTOI) der Welthandelsorganisation tendiert so schwach wie seit März 2010 nicht mehr.

Schmiert der Welthandel in diesem Jahr kräftig ab? Nach Ansicht der Welthandelsorganisation WTO deutet einiges darauf hin. Der World Trade Outlook Indicator (WTOI) erreichte im Februar 2019 nur noch einen Wert von 96,3. Das ist das schlechteste Ergebnis seit dem März 2010. Besorgniserregend ist, dass fast alle Frühwarnindikatoren für den Welthandel in den roten Bereich gedreht haben.

Luftfracht, Automobilverkäufe und Elektrokomponenten machen laut WTOI Sorgen

Das trifft auf die exportbezogenen Aufträge (95,3), die Luftfracht (96,8), Automobilproduktion und -absatz (92,5), den Absatz von Elektronikkomponenten (88,7) und den Absatz von landwirtschaftlichen Rohstoffen (94,3) zu. Neutral ist einzig der Containerumschlag (100,3), positiv nur die (vergangenheitsbezogene) Mengenbetrachtung des Handels (101,9). Der WTOI beruht auf einer Indexbetrachtung, bei der der Wert 100 für eine neutrale Entwicklung steht.

Kein absoluter Rückgang des Welthandels zu befürchten

Der WTOI-Wert von 96,3 ist allerdings nicht so zu interpretieren, dass es einen absoluten Rückgang des Welthandels gibt. Er deutet allerdings darauf hin, dass die derzeit geltende WTO-Prognose von 3,7 % Wachstum im Welthandel für 2019 möglicherweise nicht erreicht wird. Die WTO weist auch auf unklare Entwicklungen hin, die den Indikator in die eine oder andere Richtung beeinflussen können. Dazu zählt der Ausgang des Handelskonfliktes zwischen der USA und China, aber auch die Überwindung der „technischen Schwierigkeiten“ der deutschen Automobilindustrie.

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