Außenwirtschaft

Weltzollorganisation veröffentlicht AEO-Kompendium 2018

Die Weltzollorganisation (WZO) will Zollformalitäten zwischen internationalen Handelspartnern vereinfachen. In dem AEO-Kompendium 2018 werden die derzeit verfügbaren Programme für Sicherheit und Zollkonformität in der Lieferkette aufgeführt. Für Unternehmen hat der Status des AEO eine Reihe von Vorteilen.

Ruth Setzler 08.10.2018

Der Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (Authorised Economic Operator, AEO) ist in das „Framework of Standard to Secure and Facilitate Global Trade“ (SAFE) der WZO eingebettet. Durch seine Verankerung im Unionszollkodex (UZK) wird die EU unter anderem den sicherheitspolitischen Aspekten des SAFE gerecht. Die Voraussetzungen von Bewilligungen nach dem UZK orientieren sich zumeist an den Anforderungen, die der AEO-Status an Unternehmen stellt. Daher ist eine Zertifizierung zum AEO häufig ein logischer Schritt.

Bilaterale Abkommen zur Anerkennung des AEO-Status

Das AEO-Kompendium wird regelmäßig von der WZO zusammengestellt und dient als einheitlicher Bezugspunkt für Informationen zu AEO-Programmen – sowohl für Zollverwaltungen als auch für die Privatwirtschaft. Die Edition für das Jahr 2018 enthält Informationen zu 77 derzeit operativen AEO-Programmen sowie 17 weiteren Programmen, deren Einführung geplant ist. 

Eine gegenseitige Anerkennung des AEO-Status hat die EU bereits mit einigen Ländern getroffen. Das betrifft die Schweiz, Andorra und Norwegen sowie China, Japan und die USA. Mit Kanada steht die EU derzeit noch in Verhandlungen. Bevor Sie die Vorteile für Ihre Lieferkette nutzen können, ist gegebenenfalls länderabhängig eine Registrierung notwendig. Mehr zum Vorgehen lesen Sie in dem Fachartikel des Zolls: Die Vorteile des zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten.

Einer der zentralen Vorteile: Für Sendungen von AEO werden die Risikobewertungen angepasst, was zu weniger Kontrollen oder einer Anpassung anderer sicherheitsrelevanter Maßnahmen führen kann.

Weiterbildung: Seminare sichern Vorteile des AEO

Im Kompendium wird auch die Notwendigkeit regelmäßiger Schulungen für AEOs betont. Zertifizierte Unternehmen müssen nachweisen, dass sie die Bewilligungsvoraussetzungen auch dauerhaft einhalten. Kundenbetreuer Alexander Lehnen, AEB, kennt dazu Fälle aus der Praxis, „in denen haben Unternehmen den Status des AEO nach ihrem Antrag nicht erhalten. Der Zoll hat bemängelt, dass zu wenig in die Fortbildung der zuständigen Mitarbeiter investiert wurde.“

Bitte beachten Sie, dass dies nicht nur eine Forderung für den initialen Antrag ist, sondern Weiterbildung eine durchgängige Verpflichtung für AEO-zertifizierte Unternehmen bleibt.

Mit den Fachseminaren der AEB bleiben Sie informiert und meist steigert der so gewonnene Erkenntnisgewinn zudem die Effektivität im Betriebsalltag.

Über die Autorin
Ruth Setzler
Ruth Setzler beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit Wissensmanagement, Kommunikation und Weiterbildung in der AEB. Sie entwickelt Perspektiven durch Seminare. Als Germanistin textet sie leidenschaftlich gerne und will Worte finden, die weiterbringen.

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