Brexit-Update

Was Sie jetzt über den Brexit wissen sollten

Wenn Sie bislang darauf warten, dass endlich Klarheit in die Nebelschwaden rund um den Brexit kommt, sollten Sie besser schnell damit aufhören. Die AEB-Experten erklären, was Sie stattdessen tun können, um am Ende zu den Gewinnern zu gehören. Und wo Sie guten Rat finden.

Schaut man sich die Kosten an, die der Brexit zukünftig verursachen wird, kann einem schon schwindelig werden: Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich diese bei EU-Unternehmen auf 36,8 Milliarden Euro und bei britischen Unternehmen auf weitere 32 Milliarden Euro belaufen werden – und zwar ohne die Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten für Migration, Preisänderungen oder Handelsabkommen mit Drittländern. Angesichts der zähen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU schließen Experten auch nicht mehr aus, dass der Brexit ohne eine Vereinbarung zwischen den Parteien über die Bühne gehen könnte – mit weiteren negativen Folgen für die Wirtschaft dies- und jenseits des Ärmelkanals. 

„Failing to prepare is preparing to fail.“

Dennoch sind sich Brexit-Experten einig, dass die meisten betroffenen Unternehmen entweder nicht wissen oder ignorieren, wie wichtig es ist, sich schon jetzt auf die zukünftigen Veränderungen durch den EU-Austritt der Briten vorzubereiten – und so den Aufprall der Brexit-Bombe für das eigene Unternehmen zumindest etwas zu entschärfen. Oder um es in den Worten von Jessica Gladstone, einer Partnerin in der Anwaltskanzlei Clifford Chance, die die Studie gemeinsam mit der Unternehmensberatung Oliver Wyman durchgeführt hat, zu sagen: „Failing to prepare is preparing to fail.“

„Angesichts der Schwierigkeit, genau zu wissen, welche Turbulenzen der Brexit bringt, resignieren viele Unternehmen“, sagt sie. „Exporteure, die genau wissen, welche Risiken und Chancen der Brexit für sie birgt, werden jedoch in der Lage sein, die richtigen Pläne zum richtigen Zeitpunkt umzusetzen und dadurch zu den Gewinnern und nicht zu den Verlierern gehören.“

Brexit-Tipps für deutsche Unternehmen

Für deutsche Unternehmen leistet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Pionierarbeit. Er hat eine Brexit-Checkliste des DIHK erstellt, die permanent ergänzt wird und deutschen Unternehmen dabei hilft, sich auf die Brexit-Folgen vorzubereiten. Etwas allgemeiner, aber dafür EU-weit ausgerichtet ist ein Brexit-Leitfaden der EU-Kommission, der zum Download auf der Homepage der Kommission bereitsteht.

Wie sich der Brexit auf Ihre Margen auswirken wird

Geoff Taylor, General Manager UK bei AEB, glaubt, dass die meisten Unternehmen in Großbritannien keine Ahnung haben, dass der Brexit sie zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren zwingen wird, Import- und Exportanmeldungen auszufüllen. Und dass die dadurch anfallenden Kosten einen großen Einfluss auf die Gewinnspannen haben werden: „Was mir am meisten auffällt, ist, dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen nichts tut, weil sie darauf wartet, dass die letzten Details zum EU-Austritt mitgeteilt werden“, sagt Taylor. „Aber es ist zu spät, erst dann zu handeln: Die Belastung durch Export- und Importanmeldungen wird unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Brexits enorm sein. Das wird zu einem schmerzhaften Wachrütteln in der gesamten Geschäftswelt führen.“

„Der Brexit ist bestätigt. Er wird kommen. Warum sollten Sie noch länger warten? Nutzen Sie lieber die verbleibende Zeit und überlegen Sie, wie Sie den zukünftig zusätzlichen Mehraufwand abfangen können, indem Sie Prozesse durch effiziente Softwareunterstützung automatisieren“, empfiehlt Taylor.

Zu einem Spediteur zu gehen und ihn darum zu bitten, die Abwicklung der Zollanmeldungen zu übernehmen, wird sich für die meisten Unternehmen nicht auszahlen. Denn das Volumen wird so groß sein, dass sich die dadurch anfallenden Kosten zu sehr auf die Margen auswirken werden.

Customs Management Software beschleunigt Zollprozesse

Eine mögliche Lösung: AEB Customs Management, die zentrale Plattform für Ihre Zollabwicklung. Mit durchgängiger IT-Integration und intelligenter Automatisierung beschleunigen Sie Ihre Zollprozesse und sparen wertvolle Ressourcen. Für Import und Export. In Deutschland und anderen wichtigen EU-Exportnationen und sogar weltweit – durch die einfache Integration Ihrer Customs Broker. Die AEB-Software erleichtert Ihnen zudem die Nutzung von Freihandelsabkommen und trägt so dazu bei, dass Ihre Produkte wettbewerbsfähiger werden. Und das alles auf der soliden Basis einer intelligenten Lösung zur Tarifierung und Klassifizierung Ihres Warenstammes. Ihr Vorteil: Sie haben alle Zollprozesse transparent und zentral in der Hand, sicher und automatisiert.

Strategische Investitionen schon jetzt mit Brexit-Brille planen

Claire Umney, Strategic Initiatives Director bei AEB, empfiehlt Unternehmen, die strategische Investitionsplanung so anzupassen, dass darin die neuen Anforderungen durch den Brexit schon jetzt berücksichtigt werden: „International agierende Unternehmen sollten in Marktforschung investieren und nach Möglichkeiten suchen, die eigenen Lieferketten, insbesondere die grenzüberschreitenden Transaktionen, zu automatisieren. Dafür müssen Unternehmen die Struktur ihrer Lieferketten verstehen und sicherstellen, dass Risiken durch Flexibilität bei der Beschaffung und dem Verkauf in verschiedenen Märkten beseitigt werden. 

Die gute Nachricht ist: Diese Investitionen sind kein vergeudetes Geld – unabhängig davon, was mit dem Brexit passiert. Aber ohne sie wird die Wachstumsstrategie eines Unternehmens ebenso scheitern wie seine Fähigkeit, die Herausforderungen zu meistern, die der Brexit mit sich bringt.

Frans Kok, General Manager AEB Asia Pacific, stimmt dem zu: „Da die meisten Unternehmen für die nächsten 5 bis 10 Jahre planen, wenn sie strategische Investitionen kalkulieren, ist es wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen der Brexit auf ihre Geschäftsmodelle haben wird. Schauen Sie sich die jüngsten Zollstreitigkeiten zwischen den USA und der EU an, und wie sie sich unmittelbar auf die Lieferkette auswirken.“

Geoff Taylor ist der Meinung, es sei an der Zeit, die Vorstellung loszulassen, dass der Brexit noch abgewendet werden könnte: „Unsere Premierministerin hat Artikel 50 unterzeichnet – und damit den Austritt Großbritanniens aus der EU besiegelt.“

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