ZOLLFORMALITÄTEN

Türkei: Exporter’s Declaration erforderlich

Eine neue Import-Verordnung sorgt im Warenverkehr mit der Türkei vermehrt für Rückfragen. Seit dem 1. März 2018 sind Regelungen in Kraft getreten, die Zusatzzölle für bestimmte Waren vorsehen. Für Waren aus der EU gelten die Zusatzzölle nicht – die Verwendung der vorgeschriebenen Exporter’s Declaration vorausgesetzt.

Kerstin Ullrich 07.05.2018

Die türkische Regierung hat mit der Import-Verordnung 2017/4 vom 30.12.2017 einen Warenkreis veröffentlicht, für den Zusatzzölle anfallen, sollte der Ursprung nicht innerhalb folgender Länder liegen: EU; EFTA; Israel; Mazedonien; Bosnien-Herzegowina; Marokko; Tunesien; Ägypten; Georgien; Albanien; Jordanien; Serbien; Montenegro; Kosovo; besetzte palästinensische Gebiete; Chile; Korea (Süd); Mauritius; Malaysien; Moldau.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat eine unverbindliche Auflistung der betroffenen Waren zur Verfügung gestellt.

Wichtig für Exporteure von betroffenen Waren mit Ursprung in der EU und den anderen von dieser Maßnahme nicht betroffenen Ländern: Um die Zusatzzölle zu umgehen, unbedingt zusätzlich eine Exporter’s Declaration ausfüllen. Dieses Formular wird statt eines Ursprungszeugnisses gefordert, das teilweise eine Bestätigung der türkischen Botschaft bzw. Konsularbehörde braucht. Die Exporter’s Declaration muss zusätzlich zum A.TR erstellt werden, das lediglich Auskunft über den zollrechtlichen Status der Ware gibt und keine Aussage über den Ursprung der Ware beinhaltet. Bewährt hat sich der Tipp der Wirtschaftskammer Österreich: Treten Sie vorab an Ihren Importeur heran. Dieser kann direkt mit der türkischen Zollstelle klären, welche Dokumente erforderlich sind.

Carnet A.T.A.: Auflistung als Excel-Tabelle verlangt

Eine weitere Neuerung: Seit April verlangt der türkische Zoll die Auflistung der Waren als Excel-Tabelle, die im Carnet-A.T.A.-Verfahren in die Türkei exportiert werden. Die Daten müssen in elektronischer Form auf einem Speichermedium, z. B. einem USB-Stick zur Verfügung gestellt werden. Diese werden dann sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Wiederausfuhr vom türkischen Zoll eingelesen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag setzt sich bereits für eine baldige Abschaffung dieser Regelung ein. Diese Anforderung ist nur eine von vielen Regeln, die das Carnet-Verfahren in die Türkei erschweren. Eine umfassende Auflistung von Anforderungen finden Sie z. B. in dem Merkblatt der IHK Berlin zu den Besonderheiten der einzelnen Abkommensländer. Dazu gehört u. a., dass die Unterschriften auf dem Deckblatt und allen Trennblättern übereinstimmen müssen – oder dass die Wiederausfuhrfrist häufig zunächst auf sechs Monate begrenzt ist.

Kerstin Ullrich
Über die Autorin
Kerstin Ullrich
Als es in Sachen ATLAS 2009 in die heiße Phase ging, ist sie zur AEB gekommen. Verantwortlich als Redakteurin der AEB Community für praxisrelevante Neuerungen und Kundenfragen rund um Zoll und Außenwirtschaft.

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