Außenhandel

Russland-Handel wächst weiter

Laut einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer erwarten mehr als 75 % der Unternehmen für das laufende Jahr eine positive Entwicklung im Russland-Handel. Sorgen bereiten jedoch die neuen Sanktionen der USA und wachsender Protektionismus.

Für die im Russland-Handel aktiven Unternehmen gibt es im laufenden Jahr weiterhin überwiegend gute Perspektiven. Das geht aus einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) zum Geschäftsklima in Russland hervor, an der sich 141 Unternehmen beteiligten. „2017 liefen die Geschäfte für die deutschen Firmen in Russland bereits besser als im Vorjahr. 63 % der befragten Unternehmen konnten ihren Umsatz steigern“, sagte der Vorstandschef der AHK Russland, Matthias Schepp. „2018 wird es nach Einschätzung der Unternehmen weiter bergauf gehen. 78 % rechnen damit, dass sich die russische Wirtschaft positiv entwickelt.“

Kritik an der Zollabwicklung

Auch die deutschen Exporteure blicken optimistisch in die Zukunft. Nachdem die deutschen Ausfuhren nach Russland im Gesamtjahr 2017 um 20 % gestiegen sind, rechnen 36 % der Unternehmen auch für 2018 mit Zuwächsen, 57 % erwarten stabile Umsätze. „Der Weg zurück zu den Rekordzahlen aus dem Jahr 2012 mit rund 80 Mrd. Euro Handelsumsatz ist noch sehr weit, aber die Richtung stimmt wieder“, sagte Wolfgang Büchele, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Nicht hilfreich ist dabei die Zollabwicklung für Russland-Exporte, die mehr als 40 % der Befragten negativ bewerten.

Trend zum Protektionismus und viel Bürokratie

Ein einfacher Markt ist Russland dennoch nicht. Als größte Störfaktoren für ihre Geschäftstätigkeit in Russland nennen die Unternehmen an erster Stelle den bürokratischen Aufwand, knapp dahinter folgen die Konjunkturentwicklung in Russland, die Sanktionen sowie die Inflations- und Wechselkursentwicklung. „Zwei Drittel der Befragten beklagen protektionistische Tendenzen in Russland“, sagte der AHK-Vorstandsvorsitzende Schepp. „Das beobachten wir mit großer Sorge. Dieser Trend erklärt sich auch durch die Anstrengungen der russischen Regierung, Importe durch eigene Produktion zu ersetzen.“

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Unternehmen plädieren für den Abbau von Sanktionen

Die Meinung der deutschen Unternehmen im Russland-Geschäft zu den seit 2014 geltenden Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland ist nahezu einhellig: Die befragten Unternehmen wünschen sich mit überwältigender Mehrheit (94 %) einen Abbau der Sanktionen. Dabei hat sich das Gewicht zugunsten eines schrittweisen Abbaus verschoben, für den in diesem Jahr 57 % der Befragten plädieren (2017: 42 %). 37 % sprechen sich für die sofortige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen aus (2017: 49 %). Nur 5 % der befragten Unternehmen votieren für eine Beibehaltung der Sanktionen (2017: 8 %).

Die im Sommer 2017 beschlossenen neuen Sanktionen der USA gegen Russland haben tendenziell auch Auswirkungen auf nicht-amerikanische Unternehmen (extraterritoriale Sanktionen). Dies sorgt offenbar für eine erhebliche Verunsicherung unter den deutschen Unternehmen im Russland-Geschäft. Immerhin 41 % der befragten Unternehmen ist unklar, inwieweit sie von den US-Sanktionen betroffen sein könnten. 4 % sehen sich direkt, weitere 22 % indirekt über Zulieferer oder Kunden davon betroffen. Nur ein Drittel der Befragten erwartet keine negativen Auswirkungen von den US-Sanktionen auf das eigene Geschäft.

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