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„Neubewertung“ ist das Zollwort des Jahres

Wie lautet das Zollwort des Jahres? Das wollten wir von den Lesern des AEB-Newsletters wissen. Das Ergebnis: „Neubewertung“ von Bewilligungen lag klar vor „Brexit“ und „Langzeit-Lieferantenerklärung“.

Björn Helmke 29.01.2018

Den Fachbegriffen aus der Welt des Zolls fehlt ja mitunter eine gewisse Leichtigkeit. Schließlich entstehen die meisten von ihnen in den Amtstuben der EU oder des der deutschen Zollverwaltung. Doch Kenner der Materie wissen die sperrige Anmut und die Präzision der Zollsprache durchaus zu schätzen. Deshalb baten wir die Leser des AEB-Newsletters und die Follower, Freunde und Fans von AEB in den sozialen Medien: „Wählen Sie das Zollwort des Jahres 2018!“.

44 Prozent für den Siegerbegriff

Immerhin 178 Zollexperten beteiligten sich an dem fachlichen Spaß und gaben Ihr Votum für einen von drei Vorschlägen ab. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus: Der Favorit „Neubewertung von Bewilligungen“ setzte sich mit 44 Prozent der abgegebenen Stimmen durch. Auf Platz zwei landete „Brexit“ mit 37 Prozent. Die Brexit-Fans müssen nicht traurig sein. Wir sind sicher, dass dieses Wort in den kommenden Jahren beste Titelchancen haben wird. Auf Platz drei mit 19 Prozent der Stimmen landete die „Langzeit-Lieferantenerklärung“.

In meisten Zollabteilungen gegenwärtig

Zur Bedeutung des Begriffs: Bei der „Neubewertungvon Bewilligungen“ prüft die Behörde, ob die bestehenden Bewilligungen den Bewilligungskriterien des Unionszollkodex (UZK) entsprechen. Das Ergebnis der Überprüfung hat erheblichen Einfluss auf die Zollpraxis in den Unternehmen. Die Popularität des Begriffs in der Zollcommunity dürfte mit der intensiven Beschäftigung damit zusammenhängen: Im 1. Quartal 2017 begannen die Hauptzollämter damit, die Zollbeteiligten anzuschreiben, um sie über den Ablauf der Neubewertung sowie über die Mitwirkungspflichten und einzureichende Unterlagen zu informieren. Seither sind die Unternehmen dabei, die geforderten Informationen zusammenzustellen, Nachfragen des Zolls zu beantworten und auf das Ergebnis der Neubewertung zu warten.

Für Proteste vieler Zollbeteiligter sorgte, dass sich der Zoll im Zuge der Neubewertung für die Steuer-ID eines relativ großen Personenkreises interessierte. Inzwischen ruht dieser Punkt, während das Gesamtvorhaben stetig, aber langsam voranschreitet.

Björn Helmke
Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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