Speditionen

Digitale Speditionen warten auf Durchbruch

Disruption? Nein danke! Bisher haben die neuen digitalen Speditionen auf dem Verkehrsmarkt noch keine bedeutende Position erobern können. Im Gegenteil: Nach einer Marktstudie von Transport Intelligence (TI) bauen die führenden globalen Dienstleister ihre Position weiter aus – und digitalisieren gleichzeitig ihr Angebot.

Björn Helmke 04.09.2018

Die Revolution auf den internationalen Verkehrsmärkten bleibt offenbar aus. Laut einer Studie der britischen Beratungsfirma TransportIntelligence (TI) zum globalen Frachtmarkt  haben die neugegründeten digitalen Speditionen und Frachtmarktplätze im See- und Luftfrachtgeschäft bislang keine großen Spuren hinterlassen. Stattdessen bauten die führenden globalen Dienstleister ihre Position weiter aus.

Wettlauf gegen die Branchenriesen ist nicht zu gewinnen

Neue digitale Spediteure und Plattformen hätten keine Chance, mit den Großen der Branche zu konkurrieren, wenn es um große Frachtkontrakte für eine Vielzahl von Routen und verschiedene Verkehrsträger gehe, schreiben die britischen Experten. Dazu müssten Dienstleister selbst über internationale Netze verfügen und an den wichtigsten Verkehrsschnittstellen vertreten sein – ein rein digitales Angebot überzeugt die verladende Wirtschaft nicht.

TI hat beobachtet, dass große Speditionen die Ansätze der digitalen Start-ups mittlerweile aufgenommen und eine digitale Transformation ihrer eigenen Prozesse angeschoben haben. Nach der anfänglichen Euphorie sei inzwischen klar, dass die Neulinge den Wettlauf mit Branchenriesen wie DHL, Kühne + Nagel, DB Schenker oder Expeditors nicht gewinnen können.

Bei der reinen Frachtvermittlung sind digitale Speditionen im Vorteil

Für kleinere und lokal tätige Spediteure mit überwiegend manuellen Prozessen sind die digitalen Speditionen dagegen ein ernstzunehmender Wettbewerb, heißt es bei TI. Vorteile hätten die digitalen Speditionen besonders im rein „transaktionellen“ See- und Luftfrachtgeschäft ohne Zusatzleistungen für kleine und mittelständische Kunden. Denn der digitale Service mit automatisierten Buchungsvorgängen und transparenten Frachtraten biete bei der Vermittlung von Frachtraum deutliche Kostenvorteile gegenüber manuellen Prozessen.

Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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