Außenhandel

China senkt Zölle für IT-Produkte

Zum 1. Juli 2018 werden laut dem chinesischen Finanzministerium für 484 Tariflinien die Zölle gesenkt. Damit setzt China die Beschlüsse aus dem IT-Abkommen der WTO-Mitglieder aus dem Jahr 2016 um. Auch beim Thema Importlizenzen und Dual-Use gibt es Neues aus dem Reich der Mitte.

Björn Helmke 16.01.2018

Wie auch die EU hat die Volksrepublik China eine Senkung der Zölle auf Produkte aus dem Bereich der Informationstechnik in die Wege geleitet. Damit kommt China seinen Verpflichtungen aus einem WTO-Abkommen nach. Zum 1. Juli fallen die Einfuhrabgaben für 484 Zolllinien. Die Abgabenerleichterungen liegen zwischen 0,9 und 5 % und betreffen Waren der Informations- und Kommunikationstechnik sowie Waren des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. Das Außenhandelsportal GTAI hat in einem Beitrag die Liste mit den betroffenen Waren veröffentlicht. Allerdings ist diese Liste in chinesischer Sprache. Deutsche Unternehmen können sich jedoch anhand der international gültigen sechsstelligen Nummern aus dem harmonisierten System (HS) eine erste Orientierung verschaffen.

Den Zollsenkungen, die den Marktzutritt erleichtern, stehen allerdings nichttarifären Handelshemmnissen gegenüber. Ende des Jahres haben chinesische Ministerien die aktuellen Güterlisten bekanntgegeben, in denen Waren besonderen Lizensierungen oder Kontrollen unterliegen. In vielen Fällen kommen automatische Importlizenzen zum Tragen. Dabei gilt die Lizenz als erteilt, wenn die Behörde nicht innerhalb von 10 Tagen widerspricht. 

Das sind die Warengruppen:
Automatisierte Importlizenzen 2018: Landwirtschaftliche Waren, Kohle, Erzeugnisse aus Eisen, Kupfer und Aluminium, Eisenerz, Mineralölerzeugnisse, Düngemittel, Stahlwaren, Maschinenbau, Elektronik, Fahrzeuge und Gebrauchtmaschinen.

>> Auch hier hat GTAI auf eine umfassende Güterliste verlinkt.

Importlizenzen 2018: Chemische Anlagen, Anlagen zur Eisenverhüttung, Erzeugnisse des Maschinenbaus, Hebe- und Transportgeräte, Anlagen zur Papierherstellung, Elektrotechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungsanlagen, Landwirtschaftliche Maschinen, Druck- und Textilmaschinen, Schiffe sowie Ozon abbauende Chemikalien.

>> Die von GTAI verlinkte Güterliste für Importlizenzen findet sich hier.

Dual-Use-Güter 2018: Anträge für den Im- und Export von chinesischem Dual-Use-Gut sind grundsätzlich an das chinesische Wirtschaftsministerium MOFCOM zu richten. Darunter fallen z. B. radioaktives Material und Nukleartechnologie, chemische und biologische Materialien sowie zugehörige Gerätschaften, Raketentechnologie und Informationstechnik.

>> Ein- und Ausfuhr von Dual-Use-Gütern 2018

Björn Helmke
Über den Autor
Björn Helmke
Björn Helmke arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Fachredakteur in den Themenbereichen Transport und Logistik. Seit zwei Jahren schreibt der Betriebswirt (WA) mit wachsender Begeisterung über praxisbezogene Themen in der Außenwirtschaft. Sein Anspruch: Auch bei Fachthemen Lesespaß und Nutzen unter einen Hut bekommen.

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