Export

China senkt Importzölle

China hat zum 1. Juli die Importzölle für Automobile und Automobilteile sowie für rund 1.500 Konsumgüter gesenkt. Im Bereich der Zollabwicklung gibt es hingegen zusätzliche Anforderungen, denen Nutzer von AEB-Software allerdings gelassen entgegensehen können.

Während in den USA immer mehr Importe mit Strafzöllen belegt werden, schlägt die Volksrepublik China derzeit den gegenteiligen Weg ein und hat für zahlreiche Waren aus den Bereichen Automotive und Konsumgüter die Zölle teilweise deutlich gesenkt. Zum 1. Juli 2018 reduzierte China die Zölle auf Automobile von 25 auf 15 %. Die Zölle auf Lkw sinken von 20 bis 25 % auf ebenfalls 15 %. Kfz-Teile unterliegen künftig einem Zollsatz von 6 % (bisher 10 %). Die Zollreduzierung betrifft 139 von insgesamt 178 Zolltarifpositionen (chinesische Klassifizierung) für Kraftfahrzeuge sowie alle 79 HS-Positionen für Autoteile.

Chinesischer Verbrauchermarkt wird weiter geöffnet

Zum gleichen Datum senkten die Chinesen die Importzölle für Konsumgüter mit Ursprung in den am meisten begünstigten Ländern (MFN, most-favored-nation). Laut einer Mitteilung des Staatsrates der Volksrepublik China soll der chinesische Verbrauchermarkt weiter geöffnet werden und die chinesische Industrie wettbewerbsfähiger werden. Die Zollsenkungen sollen auch globalen Marken zugutekommen, die ihre Präsenz in China, insbesondere in den Städten im Hinterland, verstärken wollen.

Insbesondere die Einfuhrzölle für Bekleidung und Schuhe sowie Küchenartikel sinken auf durchschnittlich 7,1 von aktuell 15,9 %. Für Waschmaschinen und Kühlschränke sinken die Zölle auf von 20 auf 8 %. Für verarbeitete Lebensmittel werden die Zölle auf 6,9 von 15,2 % gesenkt. Für Kosmetika und einige Medizin- und Gesundheitsprodukte werden die Importzölle sogar auf 2,9 von 8,4 % gedrückt. Unberührt von den Zollsenkungen sind die chinesischen Strafzölle für zahlreiche Waren aus den USA.

Joint-Venture-Zwang in der Autoindustrie fällt bis 2022 weg

Ein weiteres Zeichen der wirtschaftlichen Öffnung ist der Abbau des Joint-Venture-Zwangs für Automobilhersteller. Noch in diesem Jahr soll die Obergrenze von 50 % für ausländische Beteiligungen für die Herstellung von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb sowie Spezialfahrzeugen fallen. Ab 2020 gilt dies für die Nutzfahrzeugsparte, ab 2022 für den Pkw-Bereich.

Für die bestehenden Joint Venture erwarten Branchenexperten hingegen kurz- bis mittelfristig keine signifikanten Auswirkungen – nicht zuletzt aufgrund bestehender langfristiger Verträge. Im Jahr 2014 hatte beispielsweise VW sein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer FAW bis 2041 verlängert.

Chinesischer Zoll verlangt mehr Angaben bei Importen

Während sich Verkaufsmanager und Firmengeschäft aus den begünstigten Branchen auf ein besseres China-Geschäft freuen können, haben die Mitarbeiter in den Export- und Zollabteilungen mehr zu tun bekommen. Seit dem 01. Juni 2018 gilt ein Update der CCAM Verordnung (China Customs Advance Manifest), die alle Sendungen nach und via China betrifft. 

Vor Eintreffen einer Sendung in China müssen nun u. a. die USt-Id-Nr. des Absenders und des Empfängers sowie weitere zusätzliche Informationen zu diesen an den chinesischen Zoll übermittelt werden. Verantwortlich ist der Carrier, also die Fluggesellschaft, der Reeder oder der Frachtführer. Die Transportdienstleister fordern daher die Absender auf, alle Sendungsdaten bis spätestens 24 Stunden vor Abschluss des Ladevorgangs zur Verfügung zu stellen, um einen reibungslosen Transportablauf sicherzustellen. Bei der Frachtdeklaration sind zusätzliche Angaben mitzuliefern. Dazu gehören z. B. die Telefon- und Faxnummern des Absenders und des Empfängers sowie Firmenregistrierungscodes. Von europäischen Absendern wird die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verlangt. Bei der Bezeichnung der Waren sind Sammelbezeichnungen nicht länger zugelassen, sondern müssen spezifiziert angegeben werden.

AEB-Kunden waren vorbereitet

Nutzer der Versandsoftware von AEB sehen der Neuregelung gelassen entgegen. Mit einem Servicepaket hat AEB den Standard erweitert, damit die Kunden dieser Verpflichtung nachkommen können.

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